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Israelitische Annalen · 1840-04-24 · Heft 17 (24.4.1840) · p. Seite 146

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 17 (24.4.1840)
Date
1840-04-24
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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146 klar genug vorliegenden Erfolgen, so auch ungezweifelt aus der gegenseitigen Liebe und Begeisterung, mit welcher alle Lehrer dieser Anstalt, ohne Ausnahme , ihr und der zahlreichen Jugend zugethan sind, und der letzter« eben so starken Anhänglichkeit und Liebe zur Anstalt und zu ihren getreuen Führern. Eine solche Wechselswirkung, stets ungeschwächt und wo möglich an Wärme und Innigkeit zunehmend, ist wiederum die Grundlage zu immer fortschreitendem Gedeihen. Ein anderes Prinzip liegt in der Art der Bildung. Diese kann betrachtet werden in formeller und in materieller Beziehung. Die formelle Seite har es vornämlich mit der Entfaltung der Kräfte zu thun. Hier wird erstlich viel Sorgfalt darauf verwendet, so weit dies durch die Mittel der Anstalt erreichbar ist, dem zarten Körper, insbesondere durch wohlgewählte Turnübungen, diejenige Elastizität, Gewandtheit und Freiheit anzueignen, welche nachmals zu so mannigfachen Lebensberufen tauglich macht und die Gesundheit und Munterkeit stärkt; — ein bisher in anderweitigen israelitischen Anstalten noch, lange nicht genugsam beachteter Zweig der Erziehung, von welchem doch alles Uebrige so sehr abhängt. In dieser Hinsicht ist der Fortschritt so wohlthätig und sichtbar, daß ein schwacher Vergleich der jüngsten Vorzeit und der Gegenwart ihn auch dem Nichtkenner einleuchtend macht. Viele Vorurtheile, Besorgnisse, Einwürfe, mußten zerstreut, beschwichtigt und abgewiesen werden, um diesem Prinzip freien Raum zu verschaffen. Jetzt waltet es segenreich und ungetrübt. — Nicht minder durchgreifend wirkte die leichter gewonnene Ruhe zur Begriffsentwicklung, vermöge welcher die Jugend gewöhnt wird, fern von jener schiefen Richtung des Scharfsinnes, der sich in Witzspielen und Spitzfindigkeiten ergeht, klar anzuschauen und besonnen zu urtheilen; — eine Geiftesthätigkeit hervorrufend, welche unfern früher» Schulen am wenigsten eigen war, und deren Erfolg hauptsächlich die Zerstörung ererbter Jrrthümer, falscher Lebensansichten und eiteler Wahne bezweckt, die oft auf das ganze.Leben verderblich einwirkren, von tüchtiger Erwerbsthätigkeit abhielten, den Hang zu Müssiggang bestärkten, und selbst den Tugenden eine eigene, Färbung gaben. — Endlich war hier die LemntHliche Einpflanzung der konfessionellen Lehre ein früher nie gefühltes Bedürfniß. Je weniger Erbauungskraft in der bloßen Ceremonialübung, welche im elterlichen Hause mehr oder minder gefordert und gefördert ward, beigemessen werden durfte, desto wesentlicher ward ein das Gemüth durchdringender quellenmäßiger Unterricht in der väterlichen Lehre, ein Unterricht, welcher, ohne sich in die Streitigkeiten der Schule zu mischen, wahre, herzliche, innige Gottesfurcht zur Quelle der Sittlichkeit macht, und deren weitere Ausflüsse mit unserer Geschichte und mit der Ausdrucksweise unserer Lehrer in Einklang bringt; eine wahrlich nicht leichte Aufgabe, die indeß nach Kräften gelöst worden, und unsere Anstalt zum wohlthätigen, wahrhaft versöhnlichen Mittelpunkte der verschiedensten Ansichten macht. — Die Einrichtung stetiger Andachtsübungen an Sabbarh und Festtagen hat diesem Theile der formellen Bildung einen hohen Grad von Vollendung gegeben, und wirkt über die Schulzeit hinaus. Diese Andachtsstunden haben nicht den Charakter einer Opposition, sondern den des fortgeführten Unterrichtes in den heiligen Schriften, unter weihevoller Erhebung des Gemüthes, wozu in unserer Gemeinde noch immer Sinn genug vorhanden, ja, wie wir hoffen, bei der wohlunterrichteten Jugend im Zunchmen begriffen ist. In dieser Abrundung der formellen Thatigkeit unserer Anstalt liegt ihr wahrer Werth, insofern sie als konfessionell dafteht, und die Gemeinde auf eine würdige Weise von Seiten des geistigen Strebens repräscntirt. Wir sagen mit Vorbedachtsepräsenkirt, weil viele Auswärtige in dem Jrrthume befangen sind, als sei unsere Anstalt eine Armenschule, welche nur den Bedarf der Unbemittelten zu befriedigen habe. Unsere Anstalt ist vielmehr der Sammelplatz der ganzen Jugend hiesiger Gemeinde, so wie mancher Auswärtigen, — und, wie dies sich von selbst versteht, mit individuellen Ausnahmen derer, welche ihre Kinder andern Anstalten überweisen oder privatim erziehen. Die Frequenz, deren sie sich erfreuet, erhöhet natürlich auch die Mittel und nöthigen äußern Kräfte, welche die Anstalt in Stand setzen, einerseits durch angemessene Wahl der Lehrer und Lehrerinnen ausgezeichnete Leistungen zu verbürgen, andrerselts die Jugend in viele Klassen zu vertheilen und häufig wieder durch Unterabthcilungen die verschiedenen Fähigkeiten möglichst zu berücksichtigen. Ueber bic materielle Seite der Schule, besonders die Mannigfaltigkeit der Unterrichtsgegenstände, ist hier weniger zu sagen, da dieselben aus dem Lectionsplane erkannt werden. Der G e i st der Schule als Realschule, influirt darauf nur in der Beziehung, daß überall das Praktisch-Anwendbare und Aestheti sch-Bild ende vorzugsweise gewählt ist. — Wir gedenken darüber zu einer andern Zeit zu referiren. _

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