Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 17 (24.4.1840)
- Date
- 1840-04-24
- Page
- Seite 145 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1840 S , 24. April. N? 17. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur nnd Cultur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von Dr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen r/2 Bogen; Preis des Jahrganges 3 Rthlr. ff. S; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Die iSraclit. Bürger- und Realschule zu Frankfurt a. M. (Schluß.) — Die Juden in Malabar. — Eine merkwürdige Medaille, von Dr. L. Zunz. — Nachrichten und Correfponrenzen: Verona; Paris; Berlin; Trier; Würtemberg. — Literatur. — Literarisch-Kritische Briefe (Schluß.) Die Israel. Bürger- und Realschule zu Frankfurt am Main. (Schluß.) Das erste und wichtigste Prinzip dieser Anstalt ist ihre Selbstständigkeit und fast gänzliche Unabhängigkeit. Das Gebiet der Jugendbildung, obgleich auf konfessionellem Boden erbauet, duldet hier keinerlei Einfluß einer Parthei oder einer anderen Autorität, als die der allgemeinen Gesetze und der besonderen Verwaltungsordnung. Der Geist aber bewegt sich in ungehinderter Freiheit stets nach dem Vorgesetzten Ziele, die Jugend zur Tüchtigkeit im bürgerlichen Leben heranzuziehen, und zwar mit lebendiger Umsicht die Fortschritte der pädagogischen Wissenschaft und Praxis wahrnehmend und benutzend, oder auch selbst mit fördernd. Wer die mannigfachen Hemmungen der Wirksamkeit unserer größer» Schulen an andern Orten kennt, wird sogleich einsehen, wie bedeutend durch solches Prinzip einer bessern Zukunft in die Hände gearbeitet wird. Wir aber sehen bereits die Früchte davon in einer heran gebildeten Generation und in der beständigen Fortentwickelung. Diese Selbstständigkeit der Anstalt bewährt sich auch wieder bei den Individuen, welche derselben ihr Leben widmen. Man wählt die Führer der Jugend nach den zur guren Erziehung und Bildung erforderlichen Eigenschaften und Fähigeren, und übergiebt ihnen vertrauensvoll '"Hren Wirkungskreis; alles Weitere rhut die Einheit des Ganzen; fremder Einfluß jeglicher Art kann sich da nicht geltend machen." selbst die äußere Stellung ist durch klar ausgesprochene Bedingungen gesichert. Diese Festigkeit der Haltung verschafft der Anstalt ein gerechtes Vertrauen, gegründet auf verdiente Achtung, sowohl des Ganzen als seiner Glieder; eine Achtung, wie sie überall dem festen Charakter, der Klarheit des Strebens und -er besonnenen Haltung gezollt werden muß. So wie nun hiedurch aller Einseitigkeit, Parrheilichkeit, Privatabsicht und Oppositionssucht, die so häufig die Schwungkraft der Erziehungsanstalten schwächen und ihre Bewegungen lähmen, vorgebeugt ist, so zeigt sich auch die geistige Regsamkeit überall in der muntern Jugend, deren Kindheit in froher Lebenslust und beständiger Kraftübung dahinzieht, weder durch eine allzu ängstliche Besorglichkeit in einseitige Richtungen gezwängt, noch durch Fahrlässigkeit zum Mißbrauche der wachsenden Fähigkeiten ausartend, vielmehr in geregelter Ordnung überall bis zum Erwachen des reifern Bewußtseins liebevoll und vorsorglich geleitet, körperlich ungeistig die vielfachen Keime entfaltend und heiter und erfreulich aufblühend. Daß dieses Alles nur der Ertrag der genannten Grundlage sei, erzieht sich, wie aus den äußer».