Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 16 (17.4.1840)
- Date
- 1840-04-17
- Page
- Seite 140 (sequence 4)
- Language
- German
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— 140 griff in der Flugschrift lnv'n zwo und zuletzt legre ein Gelehrter im „Sammler" von 1809 den Inhalt -es Streites recht klar und unparrheiisch dar, und so endete diese Polemik. Durch Anfeindungen wurde Lemans nicht zurückgeschreckt, auch überhaupt wenig berührt. Er schloß sich vielmehr mit dem festen Willen, überall nach Kräften zu wirken, mehrern Vereinen, die sich zu edeln Zwecken bilderen, freudig an, und war bald in allen die Seele der Thä'rigkeit; in den Arbeiten des Ausschusses zur Uebersetzung der Bibel (s. Belinfante) erkannten die Mitglieder seine Leistungen als die gediegensten an. Auch in andern Kreisen fand Lemans Würdigung. Die Gesellschaft Älatbesis artium geuetrix nahm ihn freudig auf, eben so der größere, fast nur aus Christen bestehende Verein Een onvermoeide arbeid etc. Ersterer überwies ihm den Posten ihres Lehrers, und unter seiner Leitung gediehen ihre algebraischen Leistungen so zur Reife, daß sie veröffentlicht zu werden verdienten. Der literarische Verein Tot nut en beschaving Quttt Nutzen und zur Bildung) 1807 aus 5 israeltt. Freunden bestehend, bald aber durch den Beitritt vieler Gebildeten bis gegen 10O Mitglieder zählend — zu denen die ersten Gelehrten Amsterdams z. B. Van Swinden, Willmet, Bilderdyk, Bosscha, Stuart u. a) sich gesellten, bot unserm Lemans treffliche Gelegenheit dar, seine Fähigkeiten zu entwickeln. Er betrat unzählige Male die Rednerbühne und ward gern gehört. Er erhielt für glückliche Lösung einer Preisfrage, betreffend die Adj. und Adv. der holländische» Sprache, laut Urtheils einer Commission, an deren Spitze der holländische Mithridat Bilderdyk stand, die goldene Medaille aus der Hand des Präses, welcher zugleich sich selbst als seinen einzigen Concurrenten bekannte. Die Memoiren des Vereins enthalten von ihm mehrere gediegene Beiträge. Auch sonst hat er mancherlei interessante Schriften herausgegeben. Von diesen nennen wir die wichtigsten in' chronologischer Folge. 1816 eine Broschüre über Mathematisches im Thalmud. 1819 in der Zeitschrift D. Recensent, eine kurze Geschichte der Astronomie. 1820 Rudimente der hebräischen Grammatik, als Auszug aus einem größer» im Mscr. fast beendigten Werke. 1821 Ueber die Peftalozzische und Lankafter'sche Methoden. 1822 Uebersetzung des Rituals der deutschen Synagoge. 1825 Das Hohelied übersetzt und commentirt. 1826 Eine apologetische Schrift, betreffend den Thalmud/ 1829 eine völlig umgearbeitete, vermehrte und verbesserte Uebersetzung des I. D. Mayer'scheu Werkes über Land-, See- und Himmelskarten, mit einer Vorrede von Professor de Gelder in Leyden; — dies Werk ward kraft königl. Beschluffes in der Militärschule eingeführt. In demselben Jahre eine Umarbeitung des arithmetischen Lehrbuches von Oling. 1831 In Gemeinschaft mit dem im hebräischen Fache und als Sprachforscher ausgezeichneten S. I. Mulder ein vollständigeshebr. holl. Wörterbuch.— In den Werken mehrerer Gesellschaften sind von ihm Lobreden und- Biographien verdienter Niederländer, z. B. C. Huyghen und van Swinden, und manches ist noch im Mscr. , unter andern ein hebräisches Lehrgedicht auf den Abfall Belgiens 1830, in 100 Strophen, in 5 Abtheilungen. Als Concurrent für die beste Predigt ward ihm vom Consistorium nicht der Preis, aber ehrende Erwähnung zuerkannr; dagegen erhielt, er nachmals zugleich mit Mulder die goldene Medaille für das nützlichste Werk zum Besten der israel. Schulen. — Lemans hatte 1809 die Prüfung als Schullehrer zweiten Ranges abgelegt, und 10 Jahre später, als Lehrer ersten Ranges, nachdem er zum Hauptlehrer und Aufseher der mehr als 1000 Zöglinge zählenden Nieder!. Jsr. Armenschule zu Amsterdam ernannt worden. 1828 erhielt er den akademischen Grad eines Candidaten in den mathematischen und Naturwissenschaften, und bald darauf die Stelle eines ordentlichen Lehrers am Gymnasium. Er lebte still und eingezogen und vermied alles Aufsehen, daher auch sein Leben nichrs besonderes an Ereignissen darbietet. Häusliches Glück ward ihm in vollem Maaße, obgleich seine Ehe kinderlos blieb. Allein nicht lange konnte er sich dessen erfreuen, denn schon am 17. Oct. 1832 erlag er seinen bereits früher oft empfundenen Brustleiden. Die Gesellschaft Tot mit en Bcschaving^ welche ihm das Diplom als Ehrenmitglied zugesandt harte, veranstaltete ihm zu Ehren eine Todtenfeier. Sein würdiger Freund, der als Mathematiker und Literat geschätzte L. I. Ulm an zu Amsterdam hielt eine Rede über sein Leben und Wirken; welche im Auszuge in den Jaarboeken voor de Israeliten 1836 Nr. 5 zu lesen ist. Ueber die Kalenderreqelir in den Pirke N. Glieser. Don vr. M. Creizenach» Die Kalenderbestimmungen, die man in dem Pirke R. Elieser findet, weichen in zwei sehr wesentlichen Punkten von dem ab, was bei uns üblich ist. Der erste betrifft die Relhefolge der gemeinen und der vergrößerten Zähre in dem 19jähngen Mondcyclus; denn nach den P. R. E. vergrößert man nicht wie bei uns das 3. 6. 8. II. 14. 17. und 10. Jahr, sondern das 3. 5. 8. 11. 14. 17. 19; dei welcher Einschaltungsregel aber der ganze Zweck der Einschaltungen verfemt wird. Nehmen wir nämlich die für fie günstigste Voraussetzung an, daß durch den Schallmonat vom 5. Jahr der Unterschieb zwischen den Mond- und den Sonnenjahre» ganz ausgeglichen werde, so ist man am Ende des 6. Jahres um t75 Mondm. zurück, am Ende des 7. um s;, am Ende des 8. um;z und durch den Schaltm. um -ft, am Ende des 9. um i', , am Ende des 19. um , am Ende des 11. um und durch den .Schaltmonat um , am Ende des 12. um sz, am Ende deS 13. um am Ende des 1t. um iß und durch den Schaltmonat um Tv, am Ende des 15. um am Ende des 16. um 1$. Man müßte daher nothwendig bas 16. Jahr vergrößern, was nicht ge. schieht. Der zweite wesentliche Punkt, in welchem die Kalenderregeln der P. R. E. von den unsrigen abweichen, besteht darin, daß sie einen Mondcyklus von 21 Jahren an nehmen, nach dessen Verlauf der Moled wieder auf denselben Augenblick der Woche fallen soll, als an dessen Anfang, indeß nach der üblichen Kalenderberechnung ein Moled erst