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Israelitische Annalen · 1840-04-17 · Heft 16 (17.4.1840) · p. Seite 139

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 16 (17.4.1840)
Date
1840-04-17
Page
Seite 139 (sequence 3)
Language
German
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IW S Lehrerinnen, verbürgt die Fortdauer der bisherigen glücklichen Erfolge und ein stets kräftigeres Fortschreiten. Wir wundern uns daher nicht, -aß aus der Nähe und Ferne der Ruf unsrer Anstalt uns eine strebsame Jugend in steigendem Verhältniß zuführt, einer Anstalt, welche mitten unter so mancherlei Verschiedenheiten der Ansichten über wesentliche Zwecke und Mittel der Erziehung unsrer Jugend, bereits über eine ganze Generation ihre Wirkung hinlänglich bewahrt hat, um auch jetzt und weiterhin, unberührt von den anderweitigen Bewegungen der Zeit, dazuftehen und fortzublühen mit stets erneuter Kraft und Lebenswärme. Sie verdankt diese unvergleichliche Sicherheit des Fortganges allerdings zunächst der wohlgeordneten Leitung von Seiten eines aus der gebildeten Klaffe der Gemeinde gewählten Schulrathes und seiner Beziehung zum Vorstande und zur Staais- .behörde, so wie nicht minder den unendlichen Verdiensten desHrn.0r. Heß, welcher seit ihrer ersten, unter vielfachen Schwierigkeiten und mit sehr schwachen Mitteln unternommenen Begründung an ihrer Spitze stand, Mißverständnisse beseitigte, Hindernisse überwand , Angriffe abwehrte, und dieselbe mir unermüdlicher Sorgfalt und Wachsamkeit auf die gegenwärtige Höhe geführt hat; und endlich auch der ihr verliehenen inner« Verfassung, vermöge welcher ein Lehrer-Ausschuß bei allen wesentlichen Anordnungen und Einrichtungen, die Benutzung vielseitiger Ansichten und Erfahrungen gewährend, berheiligt ist. Sie verdankt aber ihre beständige Blüthe nicht bloß der äußern und inner» Verfassung, sondern vorzüglich den ihr eigenen Lebensprinzipien, dem ihr vom Anfänge an eingehauchten Geiste, und dieser ist es vornähmlich, was ihr einen höher» Werth in den Augen einer entfernter« Außenwelt verleihet, und sie zu einem wichtigen Momente in der Geschichte unsrer Entwickelung macht. Diesen Geist hier zu schildern haben wir uns als Aufgabe gestellt, und wir hoffen, daß einige wenige Umrisse genügen werden, um denselben denen, welche bisher unsre Anstalt nicht kannten, zu veranschaulichen. (Schluß folgt.) Biographische Skizze«. Don vr. Sommerhäuser». Moses Cohen Belinfante und Moses Lemans. (Schluß.) 2) Moses Lemans. Wer im Sommer 1807 Abends durch die breite Straße in Amsterdam spazierte, sah aus dem Erdgeschoß eines unansehnlichen Hauses viele Israeliten der mittler» und unter» Klasse herauskommen und, sich gruppirend, mit einander lebhaft sprechen. Sie hatten die Vorlesung eines jungen Mannes gehört, der zuerst es wagte, ihnen das bekannte hebräische Werk: „die Psiichten des Herzens" in guter deutscher, und theilweise in holländischer Sprache zu erklären, — eine unerhörte Sache unter Leuten, die an andere Bücher und an unmethodische Darstellung gewöhnt waren. Der Vortragende war ein zur Zeit noch wenig bedeutender junger Mann (geb. 5. Nov. 1785) aus Naarden, wo seine Eltern früher wohnten, die nicht ganz unvermögend, diesen ihren einzigen Sohn gut erzogen hatten; sein sehr gut unterrichteter Vater war in manchen Kenntnissen, besonders in der Mathematik sein Lehrer. Aus dieser unscheinbaren Schule trat aber unerwartet ein Mann hervor, welcher in den klassischen Studien, in der orientalischen Sprache, in Naturwissenschaften und Mathematik und endlich in mehreren lebenden Sprachen bewundernswürdige Gründlichkeit entwickelte! — Er gehörte dem Lehrfache an. Durch jene Vorträge suchte er das Volk für bessere Methode empfänglich zu machen, aber seine Leistungen im Lehrfache empfahlen ihn Halden angesehensten Häusern Amsterdams. Jetzt begann sein Geist zur Belehrung des Volkes über so manche herkömmliche Jrrrhümer zu schreiten. Zunächst schrieb er nenn no« in reinem hebräischem Styl, gegen die herrschende Aussprache des Hebräischen, und erklärte sich für die der Italiener und Portugiesen. Sogleich gab es verketzerndes Geschrei, und eine Flugschrift erschien unter dem Titel ana«» *n:n worin einige schwache Stellen seiner Schrift zu argen Schmähungen benutzt wurden, die zugleich seine Vorlesungen trafen. Andere nahmen sich des Verfassers an, namentlich ein Ungenannter in der Schrift *pn, und der witzige David Friedrichsfeld aus Berlin, der mit als Verfichrer Lemans angeklagt ward, in der Schrift 71 ruyo* Es erschien noch ein heftiger An- 16*

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