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Israelitische Annalen · 1840-04-17 · Heft 16 (17.4.1840) · p. Seite 138

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 16 (17.4.1840)
Date
1840-04-17
Page
Seite 138 (sequence 2)
Language
German
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138 verstanden, nur hinsichtlich des letzteren Punktes schlägt er die Modifikation vor, daß die Einwanderung fremder Juden an gewisse Bedingungen geknüpft werde. (Beifall.) Obwohl mehrere Redner den Gegenstand für jetzt beseitigen und auf die systematische Verhandlung des diesfälligen Operates der Reichsdeputation verweisen wollten, wie Graf Moritz Almazy, Bischof Haulik, BannKulmer u. a. die «-arischen Glieder der Tafel aber die vereinigten Königreiche von den Juden gänzlich befreit wissen wollten, so erklärte sich doch eine Majorität für den Antrag des Kronhüter mit der Abänderung des Hrn. Dessewffy, und der Präsident fügte als Conclusum noch bei, daß hinsichtlich der verbündeten Königreiche keine Verwahrung nothwendig sei, indem hier allgemeine Verfügungen getroffen werden. Die israel. Burger- und Realschule zu Frankfurt am Main. Aus allen Weltgegenden empfangen wir erfteuliche Berichte über die Fortschritte des Schulwesens und der Jugendbildung bei den Israeliten, über die daraus immer sichtbarer hervorgehende Umgestaltung der Lebensansicht, des Strebens und Wirkens, so wie über die aufmunternde Anerkennung, welche dieser attseitige wohlthuende Umschwung seitens der legislativen Behörden und der dabei nicht minder betheiligten Mitwelt gefunden hat und findet; — nur von unserer in der That großartigen Anstalt, obwohl sie durch Umfang, wie durch Bestimmung und Einrichtung einzig in ihrer Art dasteht, schwiegen bisher die öffentlichen Blätter und so auch unsre Annalen. Ja, wie sehr auch der Herausgeber der letzteren, sowohl durch seine eigene Stellung an derselben als noch mehr durch die warme Liebe, die ihn wie alle an dieser Anstalt thätigen Amtsbrüder mir dem lebhaftesten Eifer für deren Wohlfahrt beseelt, sich schon seit längerer Zeit angeregt fühlen mochte, wäre es auch nur, um hie und da Nachahmung zu erwecken, über ihre Wirksamkeit in dem ausgedehnter« Kreise unsrer Leser einige Andeutungen zu geben, — so har doch bisher die Achtung vor der an hiesigem Orte vorwaltenden Meinung, daß es der Würde überall besser anstehe unter Vermeidung jedes änßern Scheines lediglich durch tüchtige Leistungen das Gedeihen unsrer Schule und den Segen, den sie verbreitet, zu sichern und vor schädlichen Einflüssen zu wahren, immer obgesiegt, und uns abgehalten, einem sehnlichen Herzenswünsche zu genügen. Inzwischen hat diese aus dem Gefühle vorstrebender Kraft und dem Bewußtsein innerer Gediegenheit entspringende Zurückhaltung auch ihre Gränze, und es ziemt sich recht wohl, in den Annalen der Israeliten über eine Thatsache von so tiefer Bedeutung zu berichten, und namentlich sie für alle, welche letztere nicht eigentlich zu beachten gewohnt sind, in ein klares Licht zu stellen. Wir hoffen dabei gewiß mit vollem Rechte, daß eine nur skizzirte Darlegung des Wesens und Wirkens unsrer trefflichen Anstalt hier, wie wir es nach fast fünfjähriger Mitwirkung auffassen zu dürfen glauben, weder als eine indiskrete Mißachtung der erwähnten herrschenden Ansicht, noch als ein flüchtiges Privaturtheil erscheinen werde. Die nächste Veranlassung zu gegenwärtiger Besprechung giebt uns die öffentliche Prüfung, welche Ende März, wie gewöhnlich, statt fand, und mir welcher alljährlich der Unterrichtscyclus schließt und ein neuer beginnt. Man erwarte jedoch von «ns nicht eine Belobung der dargethanen Erfolge, der entwickelten Fortschritte in Schulkenntnissen, so wie der mannichfachen öffentlich vorgezeigten Leistungen in künstlichen Arbeiten. Alles das ist ja nichts weiter als die Befriedigung der gerechten, bei uns allerdings ziemlich hochgestellten Anforderungen. Von dieser Seite genügt es, unumwunden auszusprechen, daß unsre Anstalt den vorzüglichsten in ihrer Art sich beiordnet, wie dies als anerkannt bettachtet werden kann. Auch darf sie die Erwartungen steigern; denn sie umfaßt in sich die Elemente und Mittel zu einer recht gründlichen Jugendbildung für das praktische Leben—in so weit gelehrte Studien durch diesen Begriff ausgeschlossen werden. Die Vertheilung der Jugend beiderlei Geschlechts, welche seit einer Reihe von Jahren immer zwischen 300—400 fluctuirt, auf 13 Klaffen, nämlich 2 für einfachere Volksschul-Gegenftände, die übrigen 1 gemischte Elementarklaffe, sodann 5 Knaben - und 5 Mädchenklassen, erleichtert eine geregelte Durchführung nach angemessener Stufenfolge; und die gleichfalls bedeutende Zahl eines durch Sachkenntniß und beurkundete pädagogische Gewandtheit achtbaren Lehrerpersonals., bestehend aus 18 — S0 Lehrern und

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