Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 13 (27.3.1840)
- Date
- 1840-03-27
- Page
- Seite 116 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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116 auf;" — und wenn du von einem, der darüber sprichf, schernbare Wahrheiten vernimmst, so sind es doch nur inhaltlose Worte — wenn du scharfer die Hülle untersuchst, so findest du einen versilberten Scherben; es sind dagegen stets Einwürfe die Mönge zu machen, und zuletzt kommt man wieder auf den obigen Grundsatz, und alle Worte und Schreibereien sind nur verlorene Mühe. Aber was die Philosophen darüber lehren, und zwar die ächten Philosophen, ist sehr erhaben und tief, es bedarf vieler Dorkenntnisse und Wissenschaftlichkeit, und ein tüchtiger Denker beherzigt diese Lehren und bringt sie mit dem Worte der heil. Schrift: Siehe ich lege dir heute vor Leben und Gutes rc. in engen Zusammenhang, und entwickelt daraus einen Inhalt, ähnlich dem, welchen ich Ijier dargestellt habe, oder noch besser und klarer. Ich werde in dem Abschnitt niDN nachmals darauf zurückkommen, und in der Kürze einen Theil der Uebereinstimmung der tüchtigsten Philosophen mit der heil. Schrift Nachweisen. Obgleich dort nicht der angemessenste Ort dazu ist, so mag ich doch die Gelegenheit, über Glaubenssachen zu sprechen, gern benutzen, denn ich lege einen höhern Werth darauf, Grundsätze des Gesetzes und Glaubens vorzubringen, als auf alles Andere." Hier also spricht er sich in Betreff seiner Glaubensansichten dahin aus, daß er den Philosophen anhängt, und ihre Lehren mit der heiligen Schrift in Uebereinstimmung zu bringen strebt, und zwar im Gegensatz gegen die Entwickelungen der jüdischen Gelehrten, deren Ergebnisse er gering schätzt. Man muß sich daher wundern, daß die ftanzösischen Rabbinen nicht auch gegen dieses Buch eiferten, und es eben so zum Feuer verurtheilten, wie das Buch Moreh und Mischne - hattorah; denn der Geist darin ist derselbe, und so wie in jenen beiden allerlei Inhalt verkommt, welcher nicht mit der heil. Schrift übereinstimmt, so finden sich auch hier aus den profanen Schriften entlehnte Ansichten, als: daß die Sterne und Himmelskörper ein thierisches Leben und Empfindung haben (s. Sank. Xi. l), was von spätern Gelehrten geleugnet wird, indem sie richtiger sagen, daß die Planeten, welche kein Licht haben, nur Erben und vielleicht sogar bewohnt, die Fixsterne aber Sonnen sind. — Es ist möglich, daß die französischen Rabbinen dies Werk nicht kannten, denn erst 1288 ward es in's Hebräische übersetzt und nur ein kleiner Theil war früher bekannt, nämlich der Theil von Serainr, welchen Juda Charisi, und Aboth nebst Sanh. X., welche Samuel Aden Tibon übersetzt hatte. Selbst diese Bruchstücke waren vielleicht nicht sehr verbreitet. Auch das arabische Original war selten, denn selbst Joseph b. Isaac Alful hatte große Mühe, ein Exemplar zu erlangen, und mußte nach Huesca in Arragon sich begeben, und die Gelehrten zu Saragossa um die zwei Theile Moed und Naschim ersuchen, welche allein sie besaßen, — wie er in der Einleitung zu seiner Uebersetzung berichtet. Damals nämlich sandten die römischen Juden einen Abgeordneten nach Spanien zum Salomo b. Abereth, um unter seinen Auspicien das *^-0 2Nro vollständig in's. Hebräische übersetzen zu lassen, indem viele sich nach dem Commentar zur Mischna sehnten. R. Salomo forderte in Folge dessen talentvolle Männer in Spanien, welche Arabisch und Hebräisch gut verstanden auf, das Werk unter sich zu vertheilen und mit Einsicht und Sorgfalt zu übersetzen. Joseph b. Alful erhielt durch's Loos die Ordnung Moed; Jakob b. Mose Bbasi, genannt Biderrassi, erhielt zusammen mit seinem Freunde Chajim b. Salomo b. Baka, dem Arzt, Naschim; Salomo b. Joseph übersetzte Nesikim; der Arzt Netanel b. Jose Ebn Almoli, Xodasckim und wahrscheinlich auch Tkohorothj wobei kein Uedersetzer genannt ist. Auch übersetzte Joseph b. Alful den noch von Charisi unübersetzt gebliebenen Theil von Seraim, nämlich von Therinnöth an und weiter. Betreffend den Comm. zu Sank. Xl, so sind drei verschiedene Recensionen gedruckt; eine beim Thalmud, eine in Venedig 276 (1516) zusammen mit r/lüS ü'nn p"OT und DIDJ/Dn ynpl 'D von Ahrvn b. Ascher und etwas von der miDft; und eine dritte, welche der Verfasser des rijiQN “pi v- 3 bei Erklärung der Glaubensartikel nach Maimonides und Andern anführt. Auch im niftN tyjn ist dieselbe Stelle, etwas verändert, weil Abravanel dieselbe aus Bibago nahm, wie ich schon anderswo dargelhan habe; s. Annalen 1838. Nr. 13. p. 101.*) So viel ist nun gewiß, daß wir insbesondere im Comm. zu Seraim eine sehr fehlerhafte Recension haben, indem Jrrthümer die Menge sich namentlich in der Einleitung befinden, wie jeder bei Vergleichung des Orginals, das mit lateinischer Uebersetzung erschienen ist, sehen kann. Auch hat Aslllai Vaad. Lack. I. 3 §. 8 bezeugt, daß er in einer alten Handschrift 2 Abschnitte gesehen habe, welche eine Erläuterung der im Thalmud und dessen Regeln vorkommenden schwierigen Wörter enthielten, und die in unserer Einleitung fehlen. Es wäre sehr wünschenswerth, daß ein Gelehrter bas ganze arabische Original, welches in einigen Bibliotheken vorhanden ist, abschriebe, oder nach einem solchen die hebräische Uebersetzung berichtigte! Die gelehrte Welt würbe eine solche Arbeit mit Dank aufnehmen! (Forts, f.) Jahrzahle«, von Dr. L. Zunz. (Fortsetzung.) Bekanntlich werden in der Bezeichnung der Iahrzahlen die Jahrtausende durch einen voranstehenden Buchstaben ausgedrückt, z. B. 1^,»1—5386, — 5307, welches ältere Autoren, z. B. Masch, oft versehen und das 71, das nicht immer seinen diakritischen Punkt hat, als Einheiten mitzählten. Die dem n folgenden Buchstaben sind stets besonders zu zählen, wenn das Ganze nicht als ein hebräisches Sinngebendes Wort aufzufassen ist. Daher kann ^nn nur 5230 sein, wie «ch bereits in den additamenta (p. 325) zu dem Cod. 42 der Leipziger Rathsbibliothek bemerkt habe. Zweifelhafter ist die Sache, sobald eine solche Bezeichnung durch ein hebräisches oder gar biblisches Wort geschieht. Folgende Beispiele werben das hierbei zu beobachtende Verfahren erläutern : 1) R. Nachschon hat seine Schrift beendigt im *) Beiläufig bemerke ich noch dies: der berühmte Gelehrte Herr S. D. Luzzato bemüht sich, den Abravanel damit zu entschuldigen, daß er eine ebele Absicht gehabt habe, weil gegründete Ursachen vorhanden sein können, den Autor einer Stelle zu verleugnen, um einem schädlichen Werke nicht noch wettern Eingang zu verschaffen. Ich lasse ihm für die Ehrenrettung des an seinem Wohnorte begrabenen Gelehrten (Annalen 1840. S. 17), dessen er sich annehmen zu müssen glaubte, alle Gerechtigkeit angedeihen, aber beipflichten kann ich ihm doch nicht, denn A. hätte ein ihm mißfälliges Buch unbeachtet lassen, nicht aber ohne Nennung des Autors daraus Excerpte geben sollen. Und was würde Herr L. einwenden, wenn ich ihm Nachweise, baß noch andere Schriftsteller den A. auf gleiche Weise anklagen? Asulai schreibt im Vaad lack. I. 10. baß A. öfters mit Is. Arama übereinstlmmt, wie ein Schreiben des Sohnes des Vf. v. nT>py bewiese. Er fuhrt aber nicht an, wo dies an Meir ».' Arama geschrieben worden. Als ich jedoch jüngst in Amsterdam war, sah ich bei Herrn S. B. Rubens in seiner vortrefflichen Bibliothek ein pniP rVTpy ältesten Druck, wo auf dem Titelblatt eine Handschrift des Meir Arama sich befindet, der das meldet, was Asulai berichtet, der ohne Zweifel dies Exemplar in Amsterdam gesehen hatte. Hierbei will ich noch bemerken, daß Herr Hirsch Lehren, bei welchem ich am Sabbath zu Tische war, nur, als das Gespräch auf meine Bemerkung über Moseato fiel, zeigte, daß Heidenheim