Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 12 (20.3.1840)
- Date
- 1840-03-20
- Page
- Seite 111 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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m sibnörkel ü. dgl. sind schon längere Zeit aufgehoben, für ein feierliches Sprechen der nttfHp gesorgt und die Vorarbeiten zu einem geregelten Gottesdienst'e im vollen Gange. (Fort, f.) Würtemberg. An die Rabbinen, Vorsänger und Lehrer Würtembergs. Das Großherzogl. Bad. Reg.-Blatt vom 13.Dec. 1839 Nro. 33 enthält eine hohe Ministerialverfügung, der zufolge, auf Antrag des israelitischen Oberraths zu Carlsruhe, ein allgemeiner Wittwen- und Waisen-Fonds für isr. Schullehrer errichtet werden soll. (Vergl. Annalen Hiervon nehmen wir zu folgenden Bemerkungen Anlaß: Da nun für die würtembergischen Rabbiner, Vorsänger und Lehrer ein solcher Fonds bis jetzt noch nickt eristirt und die Confessionslehrer, welche die Mehrzahl bilden und meistens schon verehelicht sind, wie verlautet, von der allgemeinen Volksschullehrer- Wittwen- Waisen- und Pensionskasse ausgeschlossen sein sollen; so wird es nicht als voreilig erscheinen, auch hier an Gründung eines solchen besondern Vereins zu denken, und man kann um so eher auf einen günstigen Erfolg zählen, wenn Rabbinen, Vorsänger und Lehrer in einer gemeinschaftlichen Eingabe die Königl. Isr. Oberkirchen-Behörde zu Stuttgart um gnädigste Verwendung bei dem K. Kultministerium angehen werden. Es steht zu erwarten, daß diese hohe Kirchenbehörbe es an Nichts werde ermangeln lassen, um in dieser Beziehung ihren Dienern eine bessere Existenz verschaffen zu helfen. Hat der israel. Oberrath zu Carlsruhe sich für diesen Fall zu interessiren für verpflichtet gehalten, da wo die Organisation des Kirchen- und Schulwesens erst im Werden begriffen ist; so dürfen wir mit aller Zuversicht gewiß erwarten, daß in unserm gesegneten Würtemberg, das gewöhnt ist, in keinem Stücke zurückzudleiben, man auch in diesem Punkte das Geeignete vorkehren werde, um so mehr da der Zustand des Kirchen- und Schulwesens in Würtemberg nur ein sehr günstiger genannt werden darf.' Ich erlaube mir jetzt noch folgende unmaßgebliche Winke zur Gründung eines solchen Fonds in Würtemberg zu notiren. Derselbe könnte meines Erachtens errichtet werden 1) aus einem verhältnißmäßigen Staatsbeitrag; 2) aus demjenigen Thcile der Personalsteuer, welche die Rabbinen,. Vorsänger und Lehrer jährlich an die israel. Central-Kirchcnkasse in Stuttgart zu entrichten haben; 3) aus den Anstellungsprüfungssporteln der israel. Schullehrer; und schafllichen Bildung, nur das mit Eifer und Lust anhören können, wobei Schönes, Neues, Ueberraschendes zu erfassen ist. Ihnen genügt nicht die bloße Anführung einiger, ihnen ohnehin geläufigen Bibelstellen; sie verlangen treffliche Erklärungen und Forschungen über dieselben. Man soll nun zwar nicht in den alten Ton verfallen und dem Scharfsinne zu Liede die Wahrheit auf's Spiel sehen; wohl aber für jetzt die Predigtform der Homilien wählen. Wird, wie diese es verlangen, ein größerer Abschnüt aus der heik.Schr. gewählt, erklärt, und aus jedem der einzelnen Stücke der mannichfachste Nutzen zu ziehen gesucht, so steht der Vortrag der alten licbgcwonnenen Weise in der Form ganz nahe; der Redner hat Gelegenheit, nach Ordnung der Verse, mancherlei Bedürfnisse seiner Gemeinde zur Sprache zu bringen. ferner jeden Theil mit schönen, wirkungsreichen Stellen aus Bibel und Midrasch zu belegen uzrd so dem jüdischen Hörer eine ihm zusagende Selbstthätigkeit zu gönnen. Eine Ablenkung von der bezweckten sittlichen oder religiösen Tendenz ist nicht zu befürchten, sobald der Redner das Ziel einer jeden Abtkeilung festzukalten weiß. Eben so wenig wird das Rednertalent beeinträchtigt , sondern mehr herausgehoben, wenn es nicht immerfort auf sich selbst beschränkt bleiben muß und ihm einige Erholung vergönnt wird, um dann mit frischbelebter Kraft auf die stets empfänglichen Gemüther zu wirken. 4) auS etwaigen Stiftungen. Einsender dieses überläßt es übrigens den Hrn. Betheiligten, noch weitere passende Quellen hierfür in diesen Blättern zu nennen und hält es namentlich für sehr förderlich, wenn sich die Hrn. Rabbinen mit Lust und Eifer dieser wichtigen Sache unterziehen würden. Jeder könnte etwa in seinem Bezirke das Geeignete vorkehren und von dem Resultate sodann die übrigen Collegen auf dem thunlichsten Weg in Kenntniß setzen. Möchte dieser wohlgemeinte Vorschlag nur auch den gewünschten Ankiang finden. Den 16. Februar 1840. L — l. Würzburg, 1. März 1840. — Vorläufig das Resultat der Wahlen in den vier Distrikten: Kissingen, Würzburg, Marktsteft ünd Obdach. Für den ersteren fand sie am 13ten v. M. statt und ward der Rabbinatskandidat vr. Laz. Adler gewählt und ist bereits auch von der königl. Regierung bestätigt; für Würzburg am Ilsten, und die Wahl fiel auf Seligmann Bamberger; für Marktsteft am 24ren und Candibal Thalheimer ward gewählt; für Obdach am 26sten und Candidat Lebrecht erhielt die Mehrheit der Stimmen. Am 5 d. M. ist die Wahl für den letzten Bezirk, nämlich Gersfeld, und ich werbe Ihnen bas Resultat gleichfalls mittheilen. Dieses für jetzt. Später sollen Sie einen ausführlichen Bericht über die ganze Verhandlung erhalten, woraus Sie ersehen werden, daß wir in Bayern nicht so schlimm daran sind, und es namentlich Staatsbeamten giebt, die es aufrichtig gut mit uns meinen. So sind die Reben der Herren Landrichter zu Kissingen und Wernek, so wie des Herrn Bürgermeisters zu Würzburg, Ausdrücke der reinsten und humansten Gesinnung und ich werde Ihnen nächstens Auszüge aus demselben mitzutheilen Gelegenheit finden. Rheinpreußen, 10. März. — Am 3ten dieses fand die Versammlung der früher erwähnten (s. Ann. Nr. 8—10) Notadeln statt. Nur 17 waren gegenwärtig, und diese bestätigten, wie zu erwarten war, ihre vorige Handlung, ohne die weitern Meldungen auch nur einer Beachtung zu würdigen. Es fand also rm eigentlichen Sinne des Wortes keine Wahl statt, wcßhalb andrerseits bei den Behörden geeignete j Stritte gethan find, deren Resultat nunmehr über die ganze Sache entscheiden wird. Literatur. Das Gotteshaus, eine Beförderungs-Anstalt des höher» Lebens und des gegenseitigen Friedens, dargestellt in zwei Predigten, gehalten in der großen Synagoge zu Karlsruhe bei Einführung des Choralgesanges bei'm Gottesdienste, am Sabbath Tholdoth und Sabbathe Mikkez (Chanuka) 5600 (1839) von Rabbiner Elias Millstätter (Verweser des Sradt- und Land-Rabbinars Karlsruhe und der damit verbundenen Stelle eines geistlichen Mitgliedes des Großh. Bad. Oberraths der Israeliten.) Karlsruhe 1840. 24 S. gr. 8. Diese Predigten verdienen, sowohl wegen ihres aus dem Titel genugsam hervorgehenden Inhaltes und Zweckes, als auch wegen ihrer Form, welche in einer leichten klaren Sprache die wohlgeordneten Gedanken überzeugend und erregend darstellt, eine wette Verbreitung. Wir halten es für überflüssig, sie hier besonders zu analysiren, und begnügen uns damit, sie allen Freunden deS Guten angelegentlichst zu empfehlen, und zweifeln nicht, daß sie überall Anklang finden werben. Zwei Predigten, auf Veranlassung des Hintritts weiland Sr. M. des Königs Frederiks des Sechsten, glorreichen Andenkens, in der Synagoge zu Copenhagen gehalten, von A. A. Wolfs. — Copenhagen 1840.