Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 11 (13.3.1840)
- Date
- 1840-03-13
- Page
- Seite 99 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- 99 - als Dermächtniß 800 ff. C. M., von der Baronin von Pereira 2V0 fl. C. M., von H^rrn Salomon Brandts 125 fl. C. M. Unter den stabil jährlich Beilragenden sind als bedeutend vorzüglich zu nennen, Herr S. M. Freiherr von Rothschild jährlich 800 fl. C. M., der erste Vertreter f»err M. B. Biedermann 300 fl., Herr Simon Edler v. ämmel jährl. 200 fl., Herr Joseph Biedermann sen. 200 fl., Herr Samuel Biedermann 200 fl., Herr B. Freiherr von Eskeles 200 fl., Herr Z. Ritter v. Liebenberg 200 fl., Herr Heinrich Edler v. Wertheimstein 150 fl., Herr Anton Schnapper 120 fl., Herr Carl Obermayer 100 fl., Herr E. Ebers 100 fl. C. M. Die Uebrigen abwärts bis 5 fl. jährlich. Vorsteher des Vereines, die sich diesem schwierigen Geschäfte unterziehen, sind gegenwärtig: Der rühmüchst bekannte Prediger Herr vr. I. N. Mannkeim er, dem überhaupt dieses wohltkätige Znstttut, wie vieles Andere hier bestehende Gute und Schone, Begründung und Organisirung verdankt; die Herren S. Biedermann, Moritz Goldschmidt, M. H. Beer, Samuel Pvllack und Heinrich Sichrovsky. Ein Rundschreiben — vermuthlick aus der Feder Mannheimers geflossen — haben die Kiesigen Vertreter unterm 15. Januar, Behufs der besseren Dotirung des Vereines, an die israelitischen Einwohner Wien's, erlassen, bas ich Ihnen hier mitlheile: „Die Herren Vorsteher des Armenvereins haben uns unterm 8. Januar d. I. ihren Jahresbericht sammt Rechnungsabschlüssen und Belegen zugcstevt, und zugleich uns eröffnet, daß sie mit Bedauern zu der Erklärung sich genöthigt sehen, daß sie unter den obwaltenden Verhältnissen die Verwaltung dieses wohltkätigen Institutes nicht fortführen können, so wir ihnen zur Sicherstellung der nötkigen Mittel nickt behülflich wären; daß sie eine solche Verwendung und Vermittlung unserer Seils um so inständiger in Anspruch nehmen müßten, da sie in ihren früher» Jahresberichten alljährlich den Gemeinde- und Vereinsmitgliebern die Interessen der Armen ans Herz gelegt, auf das Mißverhältniß der abnehmenden Gaben und Empfänge gegen die immer wachsenden Ansprüche und den Andrang der fremden Armen insbesondere hingewiesen, und dennoch nickt die Theilnahme und Bereitwilligkeit gefunden, im Gegentheil in letzterer Zeit die Kränkung erfahren hätten, daß mehrere Mitglieder sich ohne weitere Begründung von ihren Verpflichtungen losgesagt haben, und andere dergleichen Weigerungen, zu denen bas Beispiel einmal gegeben sei, sie bedrohen; — daß ihnen das um so schmerzlicher sein müsse in einer Zeit, wo ohnehin der Verein durch den Tod mehrer seiner achtbarsten und dedeutensten Mitglieder, den empfindlichsten Verlust erlitten hat. Während in der Art die fixen Einnahmen des Vereins, sich gegen die ersten Jahre um 2000 fl. sage zwei tausend Gulden vermindert haben, bleiben seine Verpflichtungen gegen die hiesigen Armen dieselben, und nur der Tod mehrer alten und gebrechlichen Armen, die auch am reich, lichsten bedacht waren, hat es ihm möglich gemacht, diesen Verpflichtungen zu genügen. Die ganze Strenge fiel mithin auf die fremden Armen und in der That ist das, was in dieser Beziehung geleistet werden konnte, so ungenügenb, daß wir flldst es natürlich finden, daß die Herren Vorsteher, die eben so gewissenhaft als menschenfreundlich ihrem Amte vorstehen, sich der Gefahr einer weitern Verkürzung ihrer Mittel, die ihnen in Aussicht gestellt ist, und einer weitern Beschränkung der Milbthatkgkeit, die natürlich daraus erfolgen mußte, nicht aussetzen wollen. Von 2263 fremden Armen sind 1379 mit einem Gulden betheiligt und von hier weggewirscn worben; 758 haben 2 fl. erhalten und eine größere Unterstützung von 5 — 10 — 15 fl. hat nur einer sehr geringen Anzahl zu Theil werben können. Da die Notkwendigkeit einer strengen Contrvlle und Handhabung der bestehenden und eingeführten Ordnung zur Abwehrung des Bettelns in den Häusern fest steht, und diese Strenge burckgefuhrt werden muß; so geht auch daraus die Nothwenbigkeit hervor, den Armen wenigstens irgend einen Ersatz zu bieten, der eine solche Strenge zu rechtfertigen vermöge, was bei der jetzigen Gestaltung der Dinge nicht möglich ist, und bei der in Aussicht gestellten weitern Minderung der Zuflüsse, die eine völlige Auflösung herbeiführen müßte, noch weniger. In Folge dieser offenen und klaren Darstellung fühlen wir uns genöthiget, die sämmtlichen hier ansäßigen Glaubensgenossen, dw bei ihrem oft erprobten Wohlthätigkeitssinne das Rechtmäßige und Dringende dieser Forderung gewiß nicht verkennen werben, um die bereitwilligste Unterstützung änzusprecken. Wir müssen darauf Hinweisen, daß die Versorgung der hiesigen eigenen Armen, und die Betheilung und theilweise Unterstützung der ausnahmsweise hier Hülfe suchenden Fremden — nicht als Sacke der freien Wallung und freiwilligen Mildlhäligkeit, sondern als dringende unerläßliche Gemeindepflickt zu betrachten ist, zu der Jeder beizutragen hat. nachdem ihn Gott gesegnet hat. der sich keiner entziehen kann, der hier ansäßig ist und seinen Erwerb hat, sich zur Gemeinde zählt, ober an ihrem Gedeihen Antheil Kar und nimmt. Es ist Sache der Pflicht und Sache der Ehre! Wir sind von dem geraden biedern, wohltkätigen Sinne der hiesigen Israeliten zu sehr überzeugt, als baß wir uns nicht versichert kalten sollten, es bedürfe weiter nichts, als eine solche Auseinandersetzung der Verkältnisse, um die größte und bereitwilligste Theilnahme und Unterstützung zu finden, und erwarten nun auch, daß sich Niemand dieser Verpflichtung entziehen, vielmehr Jeder nach Kräften ihr Nachkommen werde, und die Gott am reichlichsten unter uns bedacht hat, keinen Anstand nehmen werden, ihre bisherigen Beiträge in der Art zu erhöhen, baß die erwähnten Abgänge ersetzt werden können, da mit geringern Mitteln, als mit welchen der Verein in seiner jetzigen Gestaltung im Jahre 1835 begonnen, die Zwecke desselben nicht erreicht, geschweige denn befördert werden könnten. In dieser Voraussetzung sehen wir einer geneigten Erklärung der verehrten Vereins- und Gemeindemitglieder entgegen, und behalten uns vor, dieselbe persönlich einzuholen, bevor die Sammlungen für das Rechnungsjahr 1840 beginnen. Wir versichern zugleich, baß wir die Interessen des Vereins aufs gewissenhafteste wahren, und in Gemeinschaft mit den Herren Vorstehern, die uns unter dieser Voraussetzung ihre weitere Mitwirkung zugesagt haben. Alles anwenden werden, um jedem Mißbrauche vorzudeugen, den Andrang der fremden Armen und das Betteln in den Häusern abzustellen. Nur ein bereitwilliges Entgegenkommen und Zusammenwirken von allen Seiten kann hier zum Ziele führen. Wien, den 15. Januar 1840. Die Vertreter der hiesigen israelitischen Einwohner. I. L. Hofmann Edl. v. Hofmannsthal. M. L. Biedermann. Leopold Edl. v. Wertheimstein. Bernhard Wertheim. Joseph Wertheimer. — Anfang voriger Woche sind die Landtagsdeputirten für die israelitischen Angelegenheiten in Ungarn von hier nach Preßburg adgegangen, haben aber ihre Petitionen noch nicht eingereicht. Diel, sehr viel ist von dem liberalen und großherzigen Hochsinne der höhern Stände und Magnaten zu erwarten, und es steht nur zu wünschen, daß auch die Freistädte von gleichen toleranten und humanen Gesinnungen beseelt sein möchten! Wien, 19. Febr. — Gestern fand die erste Kursprüfung der unter der Leitung des würdigen Herrn Breuer stehenden Religionsschule statt. Sie entsprach vollkommen allen gerechten Erwartungen, und lieferte den Beweis, wie viel kräftiger Wille und beharrliche Durchführung selbst gegen die herrschende Lauheit vermögen. Herr Mannheimer hat sich durch Stiftung dieser Schule ein noch größeres Verdienst um die Jugend erworben, als durch seine trefflichen Reden um die Gemeindeglieder, deren ein Theil dem Religionswesen ganz entfremdet worden war; und in seinem Geiste und mit nicht geringem Talente wirkt neben ihm Herr Breuer weiter und weckt die Theilnahme und die Siebe zur Erkenntniß bei dem Heranwachsenden Geschlechte. — Jetzt werden viele gut vorbereitete Confirmanden von Herrn Mannheimer selbst, behufs einer im Frühjahr abzuhaltenden Confirmation, unterrichtet. Berichte aus Mähren. (Fortsetzung.) — Auch außerdem hat die Nicolsdurger Gemeinde sehr geschickte Handwerker