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Israelitische Annalen · 1840-03-13 · Heft 11 (13.3.1840) · p. Seite 97

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 11 (13.3.1840)
Date
1840-03-13
Page
Seite 97 (sequence 5)
Language
German
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97 Was seine Schriften anbelangt, so findet sich unter den Manuskripten, die ich zu erwerben das Glück hatte, ein treffliches Autograph von dem berühmten Kalony mos b. Kalonymos, wobei 14 alte, noch ungedruckte Schriften von alten jüdischen Gelehrten, bes. Meffallah (n^Xi^Q) und Aden Esra, und darunter auch 2 Briefe vom Alkendi, übersetzt von Kalonymos. Der erste beginnt mit den Worten: rc. y-irw robb ■pun noxn naivna m “pT> (Der Inhalt betrifft physikalische Erklärung des Regens; auch der zweite Brief bespricht physikalische Fragen). Am Schluffe beider Briefe nennt sich der Uebersetzer; am Schluß des ersten steht auch des Vf. pnoN* p znpy Fpov «a Von Herrn S. L. Kayser in Amsterdam habe ich ein altes vortreffliches Manuscript auf Pergament zum Geschenk erhalten, in welcher Handschrift unter verschiedenen Seltenheiten sich auch diese zwei Briefe befinden, über deren zweitem der Name des Verfassers, wie oben, mit in*) davor, weil der Sammler der Mjcr. geglaubt hat, der Vf. sei ein Jude gewesen. Ein ähnlicher Fehler ist bei dem Namen i?niP p rTOJn vorgekommen, welcher bekanntlich ein Christ war, (in der hedr. Uebersetzung des nDlD steht i")i5Vn ,)2n anstatt 'nsijrO und den sowohl Schabtai als Jechiel mit dem Titel bezeichnen; es müßte denn sein, daß dies nur als Ehrentitel gebraucht wäre, wie die Karaiten ebenfalls sich dieses Titels bedienen. Maimonides und feine Zeitgenossen. Don vr. Carmvily. Sechster Abschnitt. . Anfang des Aufenthalts in Aegypten. Asulai berichtet im zweiten Theile des 8ckem hagd. 2 §. 12. nach Jakob Faradj aus Alexandrien (aus dessen Handschr. RGA. 65.) daß M. sich anfangs in Alexandrien niedergelassen habe. Damals, so berichtet derselbe, waren der Rabbiniten in Aegypten bei weitem weniger, als der Karaiten, so daß fast die Mehrzahl der Gemeinde zu Fostat sich nach 'den Sitten der Karaiten richtete, namentlich in Betreff der Frauengesetze. M. aber brachte es durch seinen Einfluß dahin, daß die älteren rabbanitischen Gesetze wieder in volle Kraft traten, und jede Frau vor der Hochzeit schwören mußte sich in dieselben zu fügen. — Es wurde übrigens in dieser Beziehung eine förmliche von 10 Radbinen, an deren Spitze M. steht, Unterzeichnete Bekanntmachung vom Sivaa 1478 Contr. (116?) in allen Schulen und Synagogen laut verlesen und ein feierlicher Bann darauf gesetzt, daß fernerhin alle Frauen mit der größten Pünktlichkeit die Vorschriften der Radbinen, (deren Verletzung, wie es dort heißt, strafbarer sei als die des geschriebenen Gesetzes!) inne halten sollen, bei Verlust aller Rechte an Eingebrachtes, Verschriebenes, u. dergl. Diese Bekanntmachung erklärt zum Schluffe den ganzen Inhalt als unumstößliche Norm für alle künftigen jüdischen Gerichtshöfe in Aegppten auf ewige Zeiten, unverletzlich wie das Gesetz des Lehrers aller Propheten! — Das Ganze ist zu lesen in M. RGA. -mn -\S‘D 152, jedoch fehlen dort drei Unterschriften, und ist darin die Jahrzahl 4977 unrichtig st. 1478 angegeben. Diese Verordnung und noch manche andere, namentlich gegen die den Kindern umzuhängenden Amulete, (Gold¬ oder Silber-Täfelchen mit allerlei Formeln darauf) und dergleichen verschafften ihm sehr bald einen großen Namen und hohe Verehrung. Auch trug dazu mit bei, daß er die Weise der altern Zeit geltend machte, behauptend, daß jeder unentgeltlich das Gesetz lehren (wie er darüber iv.?. ausführlich sich ausspricht,) Nahrung aber durch eine Kunst, eine Arbeit oder ein Geschäft zu erwerben suchen solle. Abulfaradg bezeugt, daß M. mit Iawelenhandel sich ernährte. Große Leiden und Widerwärtigkeiten hatte er aber hier zu bestehen, denn erstlich zog er sich durch die veranlaßte Spaltung zwischen Rabbaniten und Karaiten den Haß Vieler zu, so daß er sogar in Lebensgefahr schwebte, und zweitens hatte sein Geschäftsführer und geliebter Schüler das Unglück, mit einem bedeutenden Vermögen, welches er zum Geschäftsbetrieb bei sich führte, im indischen Meere unterzugehen, wie der Brief an Japhet bezeugt. Dies Schreiben gewährt einen Blick in seine damalige traurige Stimmung. „In Aegypten, so heißt es darin, hatte ich schwere und große Leiden, theils durch Krankheit, theils durch Verlust bes Vermögens, theils durch Verräther, die mir nach dem Leben standen. Das Unglück aber, welches ich am meisten beklage, und das mich mehr schmerzt als alles, was mir bisher widerfahren, ist der Tod des Vortrefflichen, welcher im indischen Meere unterging, und mit ihm bedeutendes Vermögen, mir und ihm und Freunden angehörig; — er hinterließ bei mir seine Wittwe und eine kleine Tochter. Fast ein ganzes Jahr seit dem Eintreffen der Nachricht, lag ich krank danieder, mit einem bösen Ausschlag behaftet, fiebernd und delirirend, und dem Tode entgegensehend. Jetzt sind 8 Jahre verflossen, und noch traure ich trostlos. Was kann mich trösten? Er war mein Zögling, mein Freund, mein Schüler, mein Geschäftsführer, und ich genoß durch ihn der Ruhe;-er war sehr gelehrt im Thalmud, m der h. Schrift, in Sprachforschung; er war meine einzige und meine ganze Freude. Nun ist er zum ewigen Leben eingegangen und mich hat er im fremden Lande tief betrübt zurückgelaffen! So oft ich seine Handschrift erblicke, oder eins seiner Bücher, erwacht mein Schmerz und mein Gram von neuem! Kurz, „ich sinke über meinen Sohn trauernd in die Gruft." Wäre nicht das Studium im Gesetz noch meine Lust, und rissen mich die Wissenschaften nicht öfters aus dem Gram, so würde ich dem Elende erliegen!" (Fortsetzung folgt.)

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