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Israelitische Annalen · 1840-03-13 · Heft 11 (13.3.1840) · p. Seite 96

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 11 (13.3.1840)
Date
1840-03-13
Page
Seite 96 (sequence 4)
Language
German
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— 96. — Bemerkungen zur Geschichte der Metzer Rabbinate von Tsarphati. Von vr. Carmoly. (Fortsetzung.) S) Ahron Wormser aus Metz versah 4 Jahre das Amt, wollte aber aus Bescheidenheit das Rabbinat nicht annehmen. Eben so hatte er früher, obgleich vom Könige durch lettre Mente du 21. Mai 1681 zum Oberrabbiner des ganzen Ober-Elsaß ernannt, diese Stelle nicht angetreten. — In seiner Zeit ward die neue Synagoge erbaut. 10) Benjamin Wolfs aus Lublin, war 1697 Radb. in Smigrod; zu Ende desselben Jahres ging er nach Frankstkrt a. d. O., um sein Werk poijs -pj? zu drucken; dann reiste er um sein Werk zu verkaufen, kam nach Dessau, und ward dort zum Rabbiner erwählt (s. Appr. 8U'iöf6njöl£0 Und von da kam er viel später nach A. W.'s Tobe nach Metz. Die Gemeinde der neuen Synagoge war gegen ihn, und es entstand ein furchtbarer Streit in der Gemeinde, in Folge dessen am Wochenfeste 1718 in der Synagoge eine Schlägerei entstand, bei welcher Gelegenheit die Frauen so eilig sich herausdrängten, daß sieben zerdrückt wurden. B. W. verließ die Stadt, und unterm I7ten Juli 1718 erschien ein königlicher Befehl, daß ohne Genehmigung des Königs kein Rabbiner wieder angestellt werden dürfe. 11) Jakob Reischer, dessen Dater R. Joseph Vf. des , in Prag lebte. ,Er ward vom dortigen Rabbinen Simon Spira unterrichtet und vorgezogen; dieser gab ihm die Tochter seines Sohnes Wolff zur Frau, und dann ward er als Dajan in Prag angestellt; von da in Reische, dann in Anspach, 1713 in Worms, 1719 in Metz, wo - er im Schevat 1733 starb. Er schrieb 1) 2pyi nnjD zu M. Isserles nXpri mm! Prag 449 (1689), Fürth433 (1693) folio; 2) npjP pn zu HDD 'bn Dessau 456(1696) 4to.; 3) npyi piy zum , Wilmersdorf 489 (1729) fol. 4) üpIP Offenb. 489 (1729) fol.; 5) npjp ppZltt' Th. I. Halle 489 (1729) fol. Th. n. Offenb. in dems. I., Th. in. Metz, 549 (1789) 4to., und als Appendix E’an vb auf verschiedene Erinnerungen des '2S mEy, ma und rp«p pn (s. vaad lacch. II. b- 1); 6) mm zu j)W über nij; 7) eine Abhandlung über die mp^DD v. Df. des mOL', nebst einigen Respvnsen; 8) mvO nochmalige Bearbeitung von Nr. 1 und 6. Die letzten 3 Werke hat sein Sohn, Simon Reischer, mit eigenen Anmerkungen fvV betitelt, Fürth 523(1763) fol. herausg.; 9) 2pyi; 10) EpJT u. a. a. WW. Außerdem sah ich bei Herrn H. Scheier in Mainz ein handschriftliches Werk, Auslegungen zum Pentateuch in fol. Am Ende steht folgendes: Dienstag den 28sten Tebet 480 (Jan. 1720) ward dem sei. Vf. (welcher auf beiden Augen blind war) durch einen berühmten, aus der Ferne hergekommenen Augenarzt das rechte Auge wieder gegeben, indem dieser den Staar stack; und ein Jahr darauf, Montag 3. Cheschwan 481 (Nov. 1720) kam derselbe Arzt wieder und stellte auch das linke Auge wieder her. 12) Jakob Joschua aus Kracow, Rabbiner in Lemberg und Berlin und von 1733 an in Metz, von da 1740 nach Frankfurt a. M., wo er 1756 starb. Er war einer der größten Gegner des Eideschütz, und auf seine Veranlassung ward nTNftn N'n^pDDK gedruckt. Ich besitze über diesen Gegenstand eine Handschrift (Zem. Dav. 38. 2.) 13) Jonathan Eideschütz kam 1742 mit den Franzosen von Prag nach Metz, von wo er 1750 nach Hamburg berufen ward, ivo er 1764 (21. Elul) starb. Vergl. Abr. Trebisch tjinyn fYnip 24.) Bekannt ist sein Streit über die Kameen, worüber ich schon geschrieben habe. Hier ein Nerzeichniß seiner Werke: 4) HTTiK zur Tur 2N, Karlsruhe fol. 1775. 2) nmE über Festtagsgesetze rc. Wien 1797. 4to. Bei mir Mscr. mit andern Schriften. Uri Zevi Rubinstein schreibt es mit Unrecht (O’OiJH inDttf n) einem seiner Schüler zu. 3) -nin# 132 Erkl. zu Maim. Ehegesetze, Prag 1819, 2 Bd. fol., herausgegeben von seinem Enkel Gabriel b. Nathan Eibeschütz. 4) ^21 rnjT Abhandlungen, Karlsruhe 1779. 5) TPIE Su T>/ Altona 1763 fol. 6) nny rYirrfe Rechtfertigung gegen die Anklage des Sabbathaismus, Altona 1756 4to. 7) mn nach Maim. in Versen, Prag 1765. (Wird fortgesetzt.) Beantwortung der Anfrage des Herrn Felix über Alkendi. Von vr. Carmoly. Sie ftagen ob Alkendi ein Israelit oder Jsmaelit gewesen sei? Die Antwort darauf ist, er war weder das Eine noch das Andere, sondern ein Christ, wie dies der englische Arzt Ruffel in s. The natural Instory of Aleppo 2. edit. appendix pag. XI auf's Unwiderleglichste bewiesen hat. — D’Herbelot in der Bibi. Orient, im Akt. Jacoub. b. Ishak Alkendi hat ihn irrthümlich für einen Juden gehalten, wie ich in der Biographie des Arztes Joschua den Nun, welche ich vor längerer Zeit in französischer Sprache geschrieben, bereits bemerkt habe. Hier ein kurzer Auszug daraus: „Joschua den Nun, ein berühmter Arzt, blühete zu Anfänge des IX. Jahrhunderts zu Bagdad, wo er großen Ansehens genoß. Er errichtete dort eine medizinische Schule, und hatte unter andern zu Schülern Johanan den Massoviah (nPNDNCi '2 pnvO/ gemeinhin Johann Mesue genannt, gest. 241 Heg. (855), und Abcn Jusuf Jakub b. Jsak Alkendi, gest. 249 (862 — 3.) Dieser war nach Herbelvt von Geburt und Religion Jude, aber die Gelehrten stimmen damit nicht überein." *) S. Annalen. S. 35.

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