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Israelitische Annalen · 1840-02-14 · Heft 7 (14.2.1840) · p. Seite 62

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 7 (14.2.1840)
Date
1840-02-14
Page
Seite 62 (sequence 6)
Language
German
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die Stadt zu verlassen, aber durch die Verwendung des Marschalls Vieilleville, General-LieutenantCarl's IX., erhielten sie im 1.1587 die Patente, da wohnen zu dürfen, wogegen sie sich anheischig machten, alljährlich 200 ecus an die Stadt- Armen zu zahlen. Dies habe ich schon vor fünf Jahren in meiner Geschichte der französischen Israeliten ausführlich dargethan. Siehe I'Artiste, journal du progres, 8me annee 1835. p. 211—255. Dort habe ich auch von den vornehmsten Rabbinen zu Metz gesprochen, und wenn der Herr Pseudonymus meine Abhandlung gelesen, so hätte er manche chronologische Irrungen vermeiden können, welche ich hier kurz bemerken will. 1) Joseph Levi, ein Deutscher, ward angenommen als Rabbiner im Jahr 1606, nachdem Heinrich IV. durch Lettre-Patente vom 18. Ort. 1605 den Israeliten in Metz zu wohnen gestattet hatte. Er ist unter dem Namen R. Joseph Metz bekannt (8ed. Iiadd. ed. Carlsr. 64 col. 4) besonders wegen seiner Rechtsentscheidungen, von denen mehrere in den RGA. des R. M. Lublin, und in R. Mose Burghil's rnirP tcn gedruckt sind, andere im Manuscript (»idl. Opp. f. 21. 2.) Sein Eidam, R. Jakob b. Jekuthiel Kaufmann, gedenkt seiner lobend im spyi rvny, 1626. In seiner Zeit ward die große Synagoge im Jahr 1619 (nicht 1609) erbaut. Gegen das Ende seines Lebens, 1633, ging er nach seiner Heimath zurück. 2) Jehuda Löwe, vorher in Frankfurt und Mainz, -dort Dajan, hier Rabbiner und sehr angesehener Lehrer. Lew. David ed. Offenb. f. 33) wurde 1633 nach Metz berufen. 3) Saul Juda, ebenfalls erst Dajan in Frankfurt, ward 1641 dahin berufen, aber 1650 ging er nach Mainz als Rabbiner, wo er den Donnerstag, am Tage nach dem Laubhüttenfest 417 (1656) verstarb. So fand ich im Mainzer Memor-Buch. 4) Mose Cohen, ein Abkömmling palästinischer Gelehrten, denn sein Vater, R. Elieser, war der Sohn des R. Schalom, Rabbiner zu Saphet, und war nach Polen gegangen, um in Krakau seines Schwagers, R. Elia hu de, Di das, Werk nDDn irtWi drucken zu lassen. Mose blieb lange in Nerol, bis zu der Schreckenszeit 1648, in welcher er nach Deutschland flüchtete. 1650 warb er nach Metz berufen, und starb 1659, wie in seinem Werke rVD")2 2)12 steht, welches in Constantinopel gedruckt ist, wo sein Sohn Tobia Hofarzt Achmets in. war. Von ihm ist das in Lothringen noch übliche Gebet Qi^m auf die Verfolgung von 1648 verfaßt. (Wirb fortgesetzt.) Literatur. ivn Gedichtsammlung, von Joseph A l m a n z i. 1839. 136 Seiten mit 2 Epilogen. (Gewidmet dem gefeierten S. D. Luzzato.) Wien bei Franz Edelm von Schmid und I. A. Busch. Eine wo möglich die erstere (Nr. 6) noch übertreffende Gallerie überaus ansprechender Verse, obwohl auch im italienischen Geschmacke und Versbau. Viele darunter sind Nachahmungen, z. B. Nr. 8 vom Vogel, der sich mit fremden Federn schmückt, 15 goldener ^Gesang aus Torquato Tasso, Veglia VII; Nr. 36. Phaedri fab. Lupus dtVulpes, judice Simio; 27 Sonnetto del Manara alla tomba d’Alessandro Magno. 31 Petrarca Sonn. LX; 32 Amalthei Hieronymi ‘Epigramma; 34 Die Sestina IX des Petrarca, und viele andere in voller Nachbildung der Originale. — Sehr interes, sant ist ein Lobgedicht 41 auf Leon Modenese und 42 auf. Abravanel. Recht lieblich sind die gegen das Ende befindlichen Epigramme und Sinngedichte. Mehrere Carmina an seine Freunde geben der Sammlung auch einen historischbiographischen Werth. Den Schluß macht ein Epilog an die Sammlung und ein treffliches Lobgedicht auf dieselbe von S. D. Luzzato. — Das Werkchen liefert ein herrliches Zeugniß von der noch jetzt blühenden Kraft der hebräischen Sprache und von der vielseitigen Cultur, deren sie sich zu erfreuen hat. Schöner wurde seit der Zeit des Absterbens der hebräischen Sprache niemals geschrieben, als in unfern Zeiten, seit Wessely. — Qr&nwn isriN Hebräisch-deutsches und Deutsch - hebräisches Wörterbuch über das Alte Testament von I. L. Bensew. Dritte Auflage. Vermehrt und verbessert von M. Letteris. 1839. Erster Th eil. 387 S. gr. 8. (Die beiden andern Theile folgen bald.) Bei Ebendenselben. Dies Werk ist, wie die vermehrten Auflagen zeigen, hinlänglich anerkannt, wie es denn in der Thal alle seine Vorgänger übertrifft, deren Zahl ohnehin nicht bedeutend ist. Der Verfasser, welcher schon im Jahr 1811 in . einem Alter von 45 Jahren verstorben ist. gab in der hier mit abgedruckten Vorrede zur ersten Auflage dieses Werkes eine Uebersicht seiner Lebensgeschichte und seiner literarischen Arbeiten, woraus man nur noch mehr die Talente desselben hochzuschätzen veranlaßt wird. Sein Leben gleicht dem einer Menge anderer Polen, die ohne wissenschaftlichen Unterricht und Schule aufwachsen, früh (zu 13 Jahren) heirathen, dann in die Welt laufen, und durch ihren eigenen Geist getrieben, fich der Wissenschaft mit heißer Begier in die Arme werfen, und in der Thal, trotz der mangelnden Schule, sich auszeichnen. Bensew kam 1787 nach Berlin, gab dort, kaum mit den Elementen wissenschaftlicher Studien vertraut, das Werk des Saadja mjnm frülDNn mit Bemerkungen heraus. Dann verweilte er 10 Jahre in Breslau, wo von ihm die sehr geschätzte, die damalige Lehrmethode bedeutend verbessernde Sprachlehre i-oy pts6 (1796, nachmals wieder verbessert, Wien 1806) herauskam. 1798 lieferte er eine aus dem Syrischen verfertigte hebräische und deutsche Uebersetzung des Buches Sirach; (verb. Wien 1807); dann ging er nach Wien, wo er -ßon EVU» ein Schulbuch, enthaltend T127,°1 rpQO/ Methode zum Lesen-Lehren, und Stttenlehren, und noch zwei Theile israelitische Geschichte, verfaßte, deren erste 2 Stücke 1806 erschienen. — Endlich machte er fich an ein Wörterbuch, und zwar hauptsächlich an das Wurzelbuch von Ki nicht sich haltend, welches durch kein späteres verdrängt worben. Was er nunmehr zu leisten beabsichtigte, bestand: 1) In Nachweisung der Verschiedenheit der Bedeutungen vieler Verba nach Verschiedenheit der Rectivn; 2) in Angabe der alsPrädicate angemessenen Verba zu den Substantiven; 3) Nachweisung der nur durch eigenthümliche Phraseologie auszu« drückenden Begriffe; 4) im deutsch-hebräischen Theile, zusamfassung synonymischer Ausdrücke; 5) Angabe nach-biblischer, durch ächte Fortbildung entstandener Formen; 6) verschiedenen exegetischen Zugaben; 7) einem Vorgesetzten Wurzelregister, zür leichten Orientirung im WB. Außerdem giebt der Verfasser eine Einleitung, worin er auf die verschiedenen Epochen der hedr. Sprache aufmerksam macht; im Ganzen nur aus jüdischem Standpunkte, und ohne die geringste Bezugnahme auf die Fortschritte der Philologie, von welcher, wie uns scheint, Bensew keine Notiz nahm.

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