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Israelitische Annalen · 1840-01-24 · Heft 4 (24.1.1840) · p. Seite 35

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 4 (24.1.1840)
Date
1840-01-24
Page
Seite 35 (sequence 7)
Language
German
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tivn neben den Resultaten der neuern Forschung hingestellt und fleißiger auf schwierige Stellen hingewiefen werden. Endlich wären auch die neuhebräischen Wörter und Formen aus der Thefillah, allenfalls mit einem Sternchen bezeichnet, beizufügen. Ein solches Wörterbuch würde, zu einem billigen Preise angesetzt, ohne Zweifel starken Absatz finden, namentlich in der östreichischen Monarchie, wo das Studium des Hebräischen noch ernstlicher betrieben wird. Möge der unermüdliche Veteran im jüd. Schulfache, Hr. Iohlson, recht bald im Stande seyn, uns das versprochene WB. zu liefern und uns obige Andeutungen nicht übel nehmen. 4) Eine Sammlung von Schulliedern für israelitisch^ Schulen fehlt uns ebenfalls noch, obwohl in den meisten bereits Unterricht im Singen ertheilt wird. Die israelitischen Gesangbücher sind weder für die kindliche Sphäre noch auf eine regelmäßige Stufenfolge im Gesangunterricht berechnet; die eigentlichen Schulliedersammlungen hingegen mehr oder weniger christlich. Können wir nun allerdings die bei Weitem größte Anzahl dieser Lieder ohne Anstand benützen, und sollen wir auch keineswegs überall und in Allem etwas geschieden Confessionelles affekliren; so ist uns doch gewiß der Wunsch nicht zu verargen, baß unsere Jugend eine Sammlung erhalte, die ohne Ausnahme für sie brauchbar scy. Und warum sollten wir nicht auch einige haben für die jüdisch-religiösen Momente, selbst für die blos äußerlichen, weniger wesentlichen, in wie fern sie den jugendlichen Sinn berühren? Oie Haltung dürste und sollte nicht immer gerade die ernsthafte, streng religiöse seyn, die oft nur abschreckt, vielmehr würden wir der leichtern Art, die nur indirekt und gleichsam unabsichtlich ins Religiöse hinüberstreift, den Vorzug geben, und will es uns bedünken, daß selbst in dem gebeugten Israel die fast anakreontischen Semiroth mehr Anklang fanden und mächtiger auf das Gemüth wirkten, als die eigentlichen Rituallieber. Das Nähere müssen wir füglich den Dichtern selbst überlassen. Bei der regen Strebsamkeit im Gebiete der jüdischen Literatur hoffen wir nicht eitle Wünsche ausgesprochen zu haben. Abraham Kohn. Historische Frage. In Salomon Löwisohns Vorlesungen über die neuere Geschichte der Juden (Seite 101) befindet sich folgende Stelle: „Eine nicht minder bedeutende Rolle, als am Hofe des Alphonsus, haben die gelehrten Rabbinen bereits mehrere Jahrhunderte vorher am Hofe des Chaliphen Al Mamon im Orient gespielt. Vorzüglich glänzte daselbst Rabbi Jakob d. Jsak Alkendi, der größte Astronom seiner Zeit, von dessen zahlreichen Schriften nur noch zwei vorhanden sind, (d’Herbelot Bibliotheque orientale, pag. 434 und den Cardan gleichfalls unter die scharfsinnigsten Köpfe zählt, welche die Menschheit aufzuweisen hat." Begierig, etwas Näheres über die Lebensverhältnisse und Leistungen eines so großen Mannes zu erfahren, habe ich in den mir zu Gebote stehenden Historikern: Iuchasin, Zemach David, Schalscheleth hakabbalah, Seder hadoroth und jin dem kleinern Geschichtswerke von Jost nachgeschlagen, aber vergebens. Endlich habe ich in der Encyclopädie der Wissenschaften und Künste von Ersch und Gruber, Artikel Alkendi, folgendes gefunden: „Alkendi, oder mit dem vollständigen Namen Abu Jusos Iakub Edn Eshak Alkendi aus Basra, im neunten Jahrhundert (gestorben ungefähr 880) war einer der ersten und berühmtesten Philosophen der Araber, der zugleich die Mathematik und Mebicin umfaßte. Sein Leben am Hofe des Caliphen Al-Mamun und Al-Motaffem war glänzend, aber eines Philosophen würdig, seine Denkart aufgeklärt. Wegen seiner neu-platonischen Grundsätze wurde er (nach Bayle) von den orthodoxen Mahomedanern angefeindet, und Averhoes warf ihm zu große Spitzfindigkeit vor. — Wegen seiner mathematischen Schriften rechnete ihn Cardan (de subtilitate 1. 16) unter die scharfsinnigsten Denker." Daß der Alkendi beider Autoren identisch ist, unterliegt nun keinem Zweifel; es fragt sich bloß: ob er sich zum Iudenthume oder zum Islam bekannte? und werden jene Herren, welche die jüdische Gelehrtengeschichte zum Gegenstände ihrer Studien gemacht, hiermit höflichst ersucht, diese Frage ihrer Beachtung zu würdigen, und das Resultat der hierüber angestellten Untersuchung in diese Blätter einrücken zu lassen. Horsiz, 29. Dec. 1839. Samson Felix. Nachrichten und Correspondenzen. Bericht eines gelehrten russischen Israeliten aus Lithauen, über den Bildungszuftand der Israeliten in seinem Varerlande, die Fortschritte in wissenschaftlicher und sittlicher Hinsicht, und Bemerkungen darüber. (AuS einem ausführlichen Sendschreiben vom 2. Januar 1840 an den HerauSgeber der Annalen.) Seit etwa zwei Jahren aus meinem Vaterlande entfernt, überlasse ich mich einmal wieder ganz und gar der innigen Liede zu meiner Heimath, um Ihnen einen Bericht über den Bildungszustand unserer Glaudensbrüder in jenen Gegenden zuzusenden, und es wird mir zur wahren Freude gereichen, wenn Sie ihn würdig finden, in die Annalen eingerückt zu werden, damit nicht bloß Ihr in diesseitigen Ländern allgemein verbreitetes Werk: Geschichte der Israeliten seit der Zeit der Makkabäer k, wie Sie es wünschen, durch, neue Thatsachen ergänzt werde, sondern auch durch die Annalen selbst meine Landsleute mit dem Stande der Dinge näher bekannt werden, was sicherlich auf ihre weitere Bildung einen wohlthätigen Einfluß üben wird. Ich begleite dieses Schreiben mit einem Ihnen gewiß genügen-

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