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Israelitische Annalen · 1840-01-24 · Heft 4 (24.1.1840) · p. Seite 33

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 4 (24.1.1840)
Date
1840-01-24
Page
Seite 33 (sequence 5)
Language
German
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33 Qi haben daher manche Geschichtsschreiber mit Unrecht das Zeugniß wahrhafter Schriftsteller wie Jbn-Abi-Oseiba und Abul-Farads, welche berichten, daß M. zum Islam übergetreten ist, als falsch darzustellen sich bemüht. Jedenfalls weist bas oben gegebene Schreiben des M., dessen Aechtheit aus Styl und Gedankenform jedem einleuchtet, alle Zweifel ab. Es findet sich auch ein Citat im I- 63 unter dem Titel tcmp und der Inhalt steht auch mit etwas andern Worten in meiner Handschrift. R. Simon D u ran hat die Worte aus dem arabischen Originale jener Abhandlung übersetzt; und eben dies ist der Grund, baß sie wenig bekannt geworden, gleich den meisten ursprünglich arabischen Werken. Nur in der Bekderei trist man sie noch hin und wieder an. Dort fand R. S. Duran, welcher in Algier wohnte, die erwähnte Abhandlung, ebendaselbst fand auch Sasportas die Sammlung der Maimonidischen Rechtsgutachten, die er in Amsterdam drucken ließ, und von dort habe auch ich mein Manuscript, nebst andern, in Europa gänzlich unbekannten Schriften von M., erhalten, wie die Fortsetzung dieser Lebensgeschichte M's beweisen wird. Wie dem nun sei, M. bekannte sich öffentlich zum Islam, und hat nach dem Zeugnisse gedachter großen Schriftsteller den Koran auswendig gelernt. Er beschäftigte sich damals viel mit den philosophischen Werken der Moslemen, namentlich des Ibn Roschd, Jbn Tofail, Ibn Saig. Daß er aber, wie einige später erzählen, deren Schüler gewesen sei, finde ich in keinem ältern Werke, und es bleibt dahin gestellt. Dies aber wissen wir, daß er Moslemen öffentlich unterrichtete, wie Scheschet zu Saragossa, in dem mehrerwähnten Briefe bezeugt. Folgendes sind seine eigenen Worte: „Ich habe von einem der Weisen gehört, die im „Dienste des Kaisers von Marokko stehen, daß er sich rühmte: „Ich habe die Philosophie bei dem Jüdischen „Philosophen Abu Amram den Abdallah gehört! „Dies ist bekanntlich des M. Name und zugleich der seines „Großvaters Obadjah, in ihrer Sprache; und die Freunde, „welche dabei waren, rühmten den M. und konnten ihn nicht „genug preisen." Aber im Stillen studirte er fortwährend die Israelitischen Schriften, und beständig drang er tiefer ein in die Erklärung der Mischnah, welche er schon, wie gesagt, im I. 1158 angefangen hatte, dis er sie ganz vollendete. Inzwischen erkennt man darin die Jsmaelitische Philosophie an vielen Stellen. Denn er hat viele fremde, von keinem Vorgänger gehegte Meinungen, eingetragen, wie z. B. die Aufstellung von Glaubensartikeln, und deren Feststellung auf die Zahl 13., und andere vor ihm nicht gekannte Ansichten. Im Jahre 1162, als er 27 I. alt war, starb Ben Tomrut inSaleh, und Jussuf b. Jakub b. Hamorad bestieg den Thron. Als dieser sich der Regierung bemächtigt hatte, erneuerte er die Gesetze des Tomrut, und ließ strenge Nachforschungen anstellen über die Zwangs - Moslemen, und die Verfolgung ward furchtbarer als je. Da ich sehe, daß viele diese Verfolgung mit der zur Zeit des Tomrnt verwechseln, welche im '□ erwähnt ist, ohne daß der Vf. von dieser Zweiten spricht, so halte ich es für nöthig zwei Zeugen anzuführen, welche davon sprechen. Zuerst erinnere ich, daß Abraham d. Daud dieselbe nicht erwähnen konnte, denn er schrieb sein Buch im 1.1161, also ein Jahr vorher. Der Erste, welcher desselben gedenkt, ist der Vers, des Schebet Jehudu^ der sie als die 4te Verfolgung angiebt, nur fehlt er in der Iahrzahl 4872, statt 4922. Der zweite ist Charisi im Tachkemoni XII. in zwei verschiedenen Handschriften, die ich besitze; hier ist x». die 18te Makame der gedruckten Ausgaben. Folgendes sind seine Worte: „Ich sah in dem Abendlande Gegenden, die von zwei Seiten Spanien nahe sind, nämlich von der einen die Provence, wo tiefsinnige Lieder mit schönem und ergreifendem Inhalte zu finden, doch nicht so lieblich und süß, wie die der Spanier, und von der andern die Länder der Ismaeliten, welche jenseit des Meeres wohnen, unter der Herrschaft des > Hamorad, er werde vertilgt und verlöscht, und sein Fall! komme bald! Da war früher Verfolgung der Weltweiten,! alle groß in Weisheit, aber ihr Werk im Liede hohl und! leer, nicht angenehm nicht süß; bei ihnen fand ich keinen! ergreifenden Gesang, von geistigem Erguß, mit Ausnahme ■ der Lieder des großen Gelehrten R. Joseph b. Juda b. Simon, dessen Lied rein ist und kräftig, und ins Herz dringt. Nur sein Lied ist leicht und fehlerfrei, alle andern nur widrig. Von ihm ist die herrliche Makame, welche beginnt rpp"iS p rPDIB CN3, worin er große Sprachkunst entwickelt, und großes Dichtertalent darthut; sie hält jede Kritik aus. Dies zur Unterscheidung zwischen ihm und den Sängern seiner Zeit, denn außer seinen Liedern sah ich im Abendlande kein schönes und angenehmes Lied, vielmehr II schmachten die andern vor ihren Meistern dahin, denn es ist j kein Haus (Vers) wo nicht ein Todter (Fehler) ist."! Ich habe die ganze Stelle hieher gesetzt, weil hier das! Vaterland dieses R. Joseph, welcher des M. Schüler war i (wie wir weiterhin sehen werden) nachgewiesen ist, und weil j hier seine Kunst im Dichten, und einer schönen Makame ge-! dacht wird, die in den gedruckten Ausgaben dem Mose b. , Esra fälschlich zugeschrieben worden. Dies ist zwei großen! Forschern, im kerem chemed IV. 81., und besonders dem j berühmten S. D. Luzzato, welcher doch einen Charisi inHand-! schuft besitzt (vergl. Hl. 189) begegnet. Daraus erklärt sich auch die Stelle des Charisi ganz deutlich, welcher den I o sep h b. Aknin herausstreicht gegen die andern Dichter in der Berberei, nicht aber den Mose d. Esra gegen die Spanischen, zu denen die großen Dichter Salomo b. Gabiro! und Juda Hallewi gehören. —

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