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Israelitische Annalen · 1840-01-17 · Heft 3 (17.1.1840) · p. Seite 27

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 3 (17.1.1840)
Date
1840-01-17
Page
Seite 27 (sequence 7)
Language
German
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27 die möglichste Verbreitung? Sind sie nicht geeignet. Belehrung und Erbauung zu gewähren? — In der That haben sie in der neueren Zeit volle Anerkennung gefunden, und ist ihnen sogar die Ehre widerfahren, in einigen Religionsbüchern und andern Schriften neben der Bibel citirt zu werden*); dies macht es aber um so nothwendiger, daß sie auch vollständig dem Volke und der Jugend in die Hand gegeben werben. Welches Gewicht können sonst Belege haben aus unbekannten Werken, Citate, die man nicht im Zusammenhang Nachlesen, von deren Richtigkeit man sich nicht überzeugen kann? — Wir dürfen sie jedoch deßhalb keineswegs über Gebühr erheben, und, wie es schon versucht worden, den Hagingraphen gleichstellen, vielmehr sollen in der Einleitung, die wir für unerläßlich halten, die Zweifel, die über die Echtheit der meisten obwalten, unumwunden dargelegt, und die ausdrückliche Verwahrung eingelegt werden, als ob man sie als ein Supplement zu der heiligen Schrift betrachtet wissen wollte. Beim Uebersetzen wäre weniger auf Worttreue als auf den Sinn zu sehen und Klarheit bei Simplicität im Ausdruck das Haupterforderniß. Kurze erläuternde Anmerkungen bei schwierigen Stellen würden die Brauchbarkeit erhöhen. (Forts, folgt.) Antwort auf die Anfrage mehrer israel. Lehrer in Nr. 49 der Annalen. Es scheint Referenten so ziemlich ausgemacht, daß die Herrn Fragesteller in Nr. 49 dieser Blätter sehr schnell mit ihrer Anfrage bereit waren, sogar ehe sie den Schluß des sehr zweckmäßigen Aufsatzes von Herrn Bezirks-Rabbiner Fürst zu Heidelberg genau gelesen hatten. Denn wie könnten die Herrn Lehrer, wenn sie nur einen Blick ttt Nr. 47**) geworfen hätten, eine solche Frage wagen? Ist daselbst nicht ihre Frage zur Genüge beantwortet? Referent ist selbst einer der zwei israelitischen Lehrer, welche aus den zweiundzwanzig des Bezirks Heidelberg Conventen beiwohnen, und dafür Arbeiten liefern. Er hatte daher Gelegenheit, den vollen Nutzen der weisen Verordnung §) des Großherzogl. Oberraths der Israeliten in Bezug auf die Convente einzusehen; und dennoch kann er, als gewissenhafter Religionslehrer, nicht umhin, dem Herrn Bezirks-Rabbiner Fürst in Beziehung der Einrichtung besonderer Religions-Convente für die israel. Schullehrer völlig beizustimmen. Die Herren Fragesteller wissen nicht oder ignoriren auch die allerhöchsten Edikte, so wie die verehrlichen Beschlüsse eines Großherzogl. Oberraths der Israeliten, als deren obersten Kirchenbehörde tm Großherzogthum Baden, wonach die Rabbiner zur Aufsicht des Religionsunterrichts verpflichtet und verantwortlich sind. — Rohrbach den 1. Januar 184V. Isaak Billigheimer, __’ Lehrer der israelitischen Schule daselbst. *) Sehr inconsequent finden wir es indeß, wenn im würtemdergischen Spruchbuche (Stuttgart 1835) die Apokryphen (obwohl, wie cs in der Vorrede heißt, mehr zur Erläuterung als zum Beleg der einzelnen religiösen und moralischen Wahrheiten) durchgebends, und der Thalmud gar nicht benutzt wird. Wenigstens hätten die Kernsprüche aus Aboth gegeben werden sollen, welcher Tractat der Mischnah gewiß in der Synagoge mit Recht weit größeres Ansehen genießt und bekannter ist, als die Apokryphen. **) Daselbst ist auch Anm. 2. Zeile 2 statt bewegten zu lesen: beengten. §) Auch diese Verordnung scheinen die Herren Fragesteller nickt zu kennen. Nachrichten und Correspondenzen. Amsterdam, 29 Dez. 1839. — Vor wenigen Tagen ist erschienen: 1) Die dritte und letzte Ablieferung von H. Mulders holländijcher Uebersetzung der Psalmen, nebst einer Vorrede von 26 Octav-Seiten in holländischer Sprache, über die vorzüglichsten Eigenschaften der Psalmen, deren Verfasser. Ueberschriften und dergleichen, mit lithographischen Abbildungen der Instrumente. Der Werth und die Zweckmäßigkeit der Arbeiten des H. Mulders in diesem Fache sind anerkannt, und machen mein Lob überflüssig. 2) Eine in holländischer Sprache geschriebene Predigt, von A. M. Chumaceiro, Prediger-Adjunct bei der hiesigen portugiesischen israelitischen Gemeinde, welchem die für eine solche Predigt durck die Hauptcommission (mit König!. Autorisation) versprochene silberne Medaille zuerkannt ist. Es ist eine Rebe, bei Gelegenheit der Confirmation eines dreizehnjährigen Knaben, über den Text "p"i"! «H ^y "Hin | Außer dieser waren noch 6 Stück von verschiedenen Mitarbeitern eingcsandt; und ich bin vielleicht im Stande, Ihnen später einen Auszug aus dem Rapport der Beurtheilung zukommen zu lassen. Man muß freilich für jetzt nicht zu große Ansprüche an eine holländische israelitische Predigt machen, und sic eben so wenig mit den deutschen Produkten in diesem Fache, als mit den holländischen christlichen Kanzelreden, deren es viele vortreffliche giebt, vergleichen wollen. Dieses Fach ist bei unfern Glaubensgenossen im hiesigen Lande noch zu wenig bearbeitet, und erfordert also Nachsicht und Aufmunterung. Aus diesem Gesichtspunkte darf obige Predigt als eine gediegene Arbeit betrachtet werden. Sie enthält Moral auf biblischem Grunde, ohne dogmatische Spitzfindigkeiten. Nur Schabe, daß diese Predigt, so wie einige andere, die von demselben Verfasser bereits im Druck erschienen, — bloß eine geschriebene und keine wirklich ausgesprochene ist. Denn obgleich hier zu Lande in einigen kleinen Gemeinden (Utrecht, Relder re.) Predigten m der Landessprache gehalten sind, so hat dies in Amsterdam bis jetzt noch nie Statt gesunden. Großherz. Posen, Sept. 1839. — Der Missionär Mr. Bellson berichtet aus Wronke folgendes: Unter andern Dingen sagte uns der Lehrer, die Juden erwarteten allgemein (s. unfern Aufsatz: Mesiasberechnungen) den Messias in diesem Jahre 56lly, welches am 9. d. beginnt, und wollen, wenn er bann nickt erschiene, ibre Hoffnung auf seine Ankunft gänzlich aufgeben. Er lheilte uns ferner mit, daß im Hause des verstorbenen berühmten Rabbiners Akiba Eg er, neben der Tbür seines Sludirzimmers ein hölzerner Hirschkopf in der Wand befestigt ist, doch so, daß er hervorsteht, und daß in diesem Kopfe wichtige Aktenstücke, betreffend die Ankunft des Messias enthalten sein sollen. — Als ich fragte, warum man ihn nicht näher untersuchte, erzählte er mir, baß man sich fürchte es zu thun, denn eine Magd hätte nur einmal diesen Kopf abzustäuben gewagt und wäre sogleich vom Schlage gerührt worden und gestorben. (Ob so etwas sich wirklich vorfindel?) Nackrichten aus Palästina;.vom Iuny v. I. — Die Schottische Deputation zur Erforschung des Zustandes der Juden berichtet über die statistischen Verhältnisse, worüber wir so oft nur sehr unzuverlässige Nachrichten erhallen, folgendes : „Die Berichte, welche wir zu Hause über den Zustander Juden in diesem Lande erhielten, sind sehr ungenau. Die bestimmtere Zahl der Juden in Palästina ist sehr schwer

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