Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 3 (17.1.1840)
- Date
- 1840-01-17
- Page
- Seite 26 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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b'hjü ed. Den. 1545. Verba f. 5. b. ist ersichtlich, daß derselbe sogar vor Jona b. Giannach gelebt hat. Mit Recht wundert sich mein Urvater in oben genanntem Commentare darüber, daß A. E. ihn unter den alten Grammatikern nicht aufführt, wie denn ihm auch die Uebergchung des ebenfalls altern R. Isaak b. Gikatilla (s. das. f. 128) und des R. Isaak b. Geath (s. Kimchi Rad. pjj; und und öfter) ebenfalls auffallend erschien. 6) Betreffend den Vater des Giannach habe ich Mosnajim angeführt, weil es in jedermanns Händen ist. Mein Hauptbeleg ist, was mein Urvater in seinem Commentar bemerkt, welche Stelle also lautet: „R. Jona, der Arzt, b. Giannach aus Cordooa u. s. w. Dies ist R. Marinus (Merwan) wie Kimchi ausdrücklich sagt, b'bjü 46. b. derselbe ist R. Jona b. Hisdai sel. Andenkens, den A. E. im rnriS auführt; auch finde ich in einem Codex: pN* \S*"!Dn p n:v 'T" Bei Durchsicht der von ihm hinterlassenen Handschriften fand ich ein Manuskript, enthaltend 4 Supercomm. zu A. E. zum Pentateuch, und am Schluffe des ersten, dessen Verfasser mir nicht bekannt ist, indem das erste Blatt fehlt, obwohl man einen mit den alten Schriftstellern vertrauten spanischen Gelehrten, welcher jene oft anführt, erkennt, steht jener Name von dem Verfasser des nopi* Anderswo habe ich über R. Hisdai Levi ausführlicher gesprochen. Hier ist der Ort nicht, und ich glaube dem Herrn Le brecht schon mehr als genügend geantwortet zu haben. Beantwortung der historischen Frage des Herrn Dr. I. M. Jost. Don vr. Carmoty. (Annalen 1839. S. 396.) Sie haben ganz recht, nach der Quelle des Mvrpurgoschen Berichtes zu fragen, denn in der That erwähnen die karaitischen Schriftsteller nichts von der Sache. Der Name ist jedenfalls unrichtig; er muß nicht rrW’n sondern rp^Tl lauten. Die Veranlassung des Berichtes findet sich in Schalsch. hakk. ed. Cracow 60, ed. Am st. 49. Dort erzählt er, sein Verwandter, Gedalja b. Don David Iachia, sei gegen das Ende seines Lebens von Lissabon nach Constantinopel gereist, und habe dort öffentlich gelehrt und einige Werke geschrieben, und die Karaiten haben ihn ersucht, sie mit den Rabbaniten auszusöhnen und zu vereinigen; er habe alles Mögliche gethan, aber nichts ausgerichtet, weil die Gelehrten der Rabbaniten nicht zustimmien. Er sei später nach Palästina gegangen, und so sei es dabei geblieben, denn er starb am Festlage Gedalja auf der Reise und ward in Saphet beerdigt." — Morpurgo hat also die ganze Geschichte umgekehrt, und die Werke des R. G. für karaitische Gesetzbücher gehalten. Aber die Geschichte, wie solche Morpurgo's Führer hat, ist eben so unwahr. Niemals hat jener R. Gedalja eine solche Aussöhnung versucht, niemals in Constantinopel gelehrt, niemals dort Werke geschrieben; denn sogleich nach seiner Ankunft daselbst auf seiner Reise nach Palästina, erkrankte er und an dieser Krankheit starb er. Ich finde dieß ausführlich erzählt in einem seltenen Codex, den ich besitze, welcher eine reiche Sammlung von Gedichten der größten Meister, von R. Samuel Hannagid an bis auf Gedalja, enthält. Es sind deren mehr als 1000, und darunter viele von denen, die S. D. Luzzato im K. Ch. angezeigt hat. Die Sammlung ist von einem trefflichen Dichter in Saloniki, welcher eigene Anmerkungen über die Verff. und die Dedicationen hinzugefügt hat. Vor der Gradschrift unsers R. Gedalja macht er folgende Anmerkung: „Der Verfasser wollte nach dem heiligen Lande ziehen. aber auf der Reise warb er in Constantinopel krankam Magen- (oderUnterleibs?) Leiden, und lag zu Bette vom Wochenfeste, dis zum Fasttage Gedalja, an welchem Tage er verstarb; dies ist der ausgezeichnete Gelehrte und Philosoph, Verfasser des Werkes Dijiy u. s. w. R. Gedalja Sohn des Nass Don David d. Salomo, Rabbiner aus Spanien, dessen ich oben (in einer andern Bemerkung über seine Familie) erwähnt habe. Er starb am 3. Tlschri 248 (Herbst, 1487) in einem Alter von ungefähr 51 Jahren, und ward mit großen Ehren, von Seiten aller Gemeinden Constantinopels, zur Erde bestattet." Schreiben an die Redaktion der isr. Annalen über fehlende Volks- und Schulbücher. Von Abr. Kohn, Rabbiner in HohenemS. Eine der gemeinnützigsten Rubriken in Ihren Annalen ist wohl die mit „Literatur" überschriebene. Sie geben darin der jüdischen Welt schleunige Kunde von jedem Werke, das in deren Bereiche erschienen, ober irgendwie für sie Interesse haben könnte, setzen in gedrängter Kürze, eben so unbefangen als unpartheiisch. Plan, Inhalt, Anordnung und Ausführung auseinander, fügen auch allenfalls einige Bemerkungen, Rügen und belehrende Winke hinzu, ohne vom scharfen Secirmesser Gebrauch zu machen, oder einen subjektiv-idealen Maßstab der Beurtheilung unterzulegen. Gewiß sehr zweckmäßig und verdienstlich, sowohl um die Literatur, deren bessere Leistungen dadurch schneller in Umlauf kommen, wie um das Publikum, bas vor Buchhändler-Aufschneiderei und Recensenten-Willkühr geschützt wird. Es dürfte daher nicht unpassend erscheinen, wenn hier auch das uns Fehlende zur Sprache gebracht und die Aufmerksamkeit der jüngeren Gelehrten gelenkt wird auf literarische Bedürfnisse, denen leicht abzuhelfen wäre. Es wird hoffentlich Niemand darin eine Anmaßung finden und uns Zurufen: „Leiste selbst das, wozu du Andere aufforderst;" da der praktische Geistliche und Schulmann , der sich in seinem Wirkungskreise ein wenig umgesehen, leicht einsehen wird, welche zur Zeit mangelnde Schriften dem Volke und der Jugend ersprießlich seyn dürften, ohne daß er gerade Muße und Fähigkeit zur Abfassung derselben hätte, während Andern, die dazu geeignet wären, das Bedürfnis eher entgehen kann. v Wir bezeichnen vor der Hand folgende: ■ 1) DieApokryphen in deutscher Uebersetzung mit einer Einleitung und Erläuterungen. Diese Bücher sind unstreitig, nach dem Kanon der heiligen Schriften, die ältesten jüdischen, die auf uns gekommen, ehrwürdige Ueberreste der Literatur des zweiten Tempels, Denkmahle des Geistes unserer Väter; es scheint uns daher kaum begreiflich, daß es noch Niemanden eingefallen, unserem Volke dieses geistige Eigenthum, worauf es sicherlich ein Anrecht hat, wiederzugeben, in einer Zeit, wo das jüdische Alterthum einer so hohen Achtung und emsigen Bearbeitung sich zu erfreuen hat. Es fehlt uns zwar nicht an hebräischen Uebertragungen; aber wie vielen sind die zugänglicher, als der griechische oder syrische Urtext? Unser Volk ist jetzt deutsch geworden, und was für es genießbar seyn soll, muß ihm in der Muttersprache gereicht werden. Und verdienen diese Schriften nicht ihres Inhaltes wegen