Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 3 (17.1.1840)
- Date
- 1840-01-17
- Page
- Seite 25 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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25 entgegengesetzten Sinne die 13 Artikel, den Untergang der Heteroboxen Seele, die sophistischen Interpretationen rc. zu beschützen strebt, finden wir, daß Ab. genügenden Grund hatte, den Autor nicht zu nennen, um nicht einem ungedruckten und wenig bekannten Werke, welches nach seiner (und auch nach unsrer) Ansicht, der Wahrheit und der jüdischen Religion mehr schaden als nützen konnte, noch mehr Celebrität zu geben. Somit halte ich sein Verfahren mehr für eine fromme Täuschung, als für ein Plagiat. Was den Titel betrifft, so ist es wahr, daß beide denselben Titel für eine Schrift gewählt haben; die des A. handelte aber von Propheten und Prophetie, wozu der Titel natürlich ist und sich von selbst ergab; die des B. hat ganz andern Inhalt. Ein weit offeneres Plagiat wäre dasjenige, dessen Moscato beschuldigt wird. Doch halte ich hierüber meine Urtheil zurück, bis der gelehrte Herr vr. Carmoly, dessen Redlichkeit (b»ona fede) ich nicht einen Augenblick bezweifle, mindestens eine volle Seite aus seinem Manuskript veröffentlicht hat. Der mini ^np ist so reich an gelehrten Digressionen, daß Moscato immerhin in leichtern Stellen einen vorgängigen Commentator abgeschrieben haben, und in den schwierigen Stellen doch originell sein kann, die er mit ausgebreiteter Gelehrsamkeit erläutert? Ist es wohl möglich, ein schon commentirtes Buch wieder zu commentiren, ohne öfters abzuschreiben? Der verstorbene Ieitteles wollte dasLexicon des Menachem b. Saruk herausgeben und dabei Nachweisen, daß Raschi ihn oft ausschreibt, ohne ihn zu nennen? War dieser darum ein Plagiariüs? Nein! In gewöhnlichen Dingen wäre, wo nicht ein neuer Gedanke vorkommt, das beständige Citiren nur lästiger Überfluß. Kimchi hat vielleicht tausendmal den Chajug und Giannach ausgeschrieben, aber er nennt sie nur da, wo ein neuer Gedanke oder ein Streit vorkommt. Rosenmüller schreibt in unbestrittenen Stellen sehr oft den Clericus ab, ohne ihn zu nennen. Kurz, der Diebstahl des Moscato ist zu arg, um Glauben zu finden; er würde eine Unwissenheit und eine moralische Schlechtigkeit voraussetzen, welche seinen Zeitgenossen und denRadbinen, welche ihm Leichenreden hielten, nicht hätte entgehen können. — Ich bin ic. Padua, 16. December 1839. S. D. L. Antwort an Herrn Lebrecht. Don vr. Carmoly. So eben kommt mir zu Gesichte, was Herr Lebrecht in der Allgem. Z. d. I. vom vorigen Jahre Nr. 100. S. 635 in Betreff meiner, gelegentlich in den Annalen vom vorigen Jahre S. 309 in der Lebensgeschichte des Maimonides <s. unsre nächste Nummer, wo wir die Fortsetzung liefern werden) über Jona b. Giannach gemachten Bemerkung zu sagen beliebt. Ich finde, daß Herr L. die Sitte mancher heutigen Gelehrten angenommen hat, welche vermeinen, man müsse bei Einwendungen gegen Andere sich beleidigender und verletzender Ausdrücke bedienen. Meine Art ist dieses nicht, und ich mag ihm darin nicht nachahmen, sondern will ohne ungeziemende und zwecklos aufreizende Worte, ihm ruhig antworten: 1) Die Flucht des Jona nach Saragossa steht ausdrücklich in meiner Ausgabe des Juchasin ed. Cracow f. 127, an dem Rande in sehr alter Handschrift bemerkt, da wo des Abr. b. Daud Worte: u. s. w. angeführt werden. Bei Saragossa steht: z. B. Jona b. Giannach, und bei Toledo, R. Isaak b. Ehakpon und R. Juda b. Chanina. 2) Was Abul Walid b. Hisdai betrifft, so heißt es im Buche Rikma: Einer der Grammatiker Abul Walid b. Hisdai sagt u. s. w. Da steht nicht, daß dieser Hisdai b. Js. b. Sparot ist; aber mein Urvater, R. Juda Carmoly, schreibt bei der Erklärung (pir®) des Mosnajim, daß der Nasi, Hisdai d. Sparot, einen gelehrten Sohn hatte, welcher bei den ältern Schriftstellern als Grammatiker erwähnt wird. 3) Betreffend Js. d. Saul bei A. E. erhebt mein Gegner ein ganz unnützes Geschrei; niemals ist es mir in den Sinn gekommen, den Leser zu täuschen, und wenn man ein Citat nicht richtig fand, war anzunehmen, daß hier ein Schreibfehler obwalte. Hätte er im Jes. XXVII. 3. nachgeschlagen, so hätte er das Citat gefunden. Eden so in zwei andern Stellen. 4) Wegen den 22 Bücher des Nagid, so habe ich jetzt, wie damals, als ich die Geschichte des Maimonides schrieb, das m)0 -pD’ welches mit Q^p rnm N und p\-i maN in Prag bei iH rra'? ts”N anao ***^*** d. i., bei Israel Landau, gedruckt ist, vor mir. Dort steht f. 79. 2. Zeile 3 statt der von mir nach einer Handschrift angeführten Worte folgendes: „Es ist wahr, daß es gut ist für einen Fähigen, diese Wissenschaft zu lernen, jedoch muß er nicht seine ganze Zeit damit verbringen, denn das Hauptstudium ist die Tradition (mündliches Gesetz) nämlich Thalmud und Gesetzentscheidungen (□'•pD'®)/ von welcher es heißt: Sie ist dein Leben und die Dauer deiner Tage; alle andern Wissenschaften und Kenntnisse sind nur im Dienst der Thora, und es wäre verkehrt, sich stets mit dem Werkzeug zu befassen, und an die Verfertigung der Sache selbst nickt zu gelangen" u. s. w. Hier wird nichts erwähnt von den Schriften des R. Juda und des R. Marinus und von den 22 Büchern des R. Samuel. Da der Herausgeber, welcher das Werk nach einem Codex druckte, diese nicht anführt, so glaubte ich, daß die übrigen Ausgaben denselben Fehler hätten. Durch Herrn Ledrecht's Bemerkung aufmerksam gemacht, nahm ich aus meiner Bibliothek die Hamburger 4to Ausgabe von 1770, ed. Benj. Meli Cohen, zur Hand, und da findet sich die Stelle allerdings richtig; aber bei näherer Durchsicht fand ick wiederum andere Mängel und Zusätze, abweichend von der Handschrift. Z. B. gleich im Liede zu Anfänge des Buches fehlt der Vers, worin der Name dessen, dem das Buch gewidmet worden, bemerkt ist. 5) Wenn Herr L. meint, Jakob b. Elieser habe nach Abraham b. Daud gelebt, so ist er im Jrrthume, denn aus