Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 3 (17.1.1840)
- Date
- 1840-01-17
- Page
- Seite 24 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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überschreiten, auch die Leser belästigen, wollte ich hier alle die eiteln Versuche ausführlich erzählen, ich will nur die Verfasser nennen und die Werke angeben, wo sie jeder, welcher die Sache genauer wissen will, aufsuchen mag. Die wichtigsten Verfasser sind: Saadja, *) Abraham b. Chija der Nasi, s) Raschi, 4) Maimonides, 5) Nachmenides, c) Gersonides, 7) Bechai b. Ascher, Abrabanel, 9) Anonymus, 10) Elieser Askenasi, n) Jom Tob Heller, und außer vielen Andern, 12) R. Isaak Chajim Cohen von den Chasanim, welcher alle seine Vorgänger tadelt, ihnen Jrrthümer vorwirft und mit ungemeinem Selbstvertrauen alle Berechnungsmittel und Buchftabendeuterei aufbittet, um mit voller Zuversicht zu beweisen, daß unfehlbar im Jahr 500, d. i. 1740, der Messias erscheinen würde. Der damalige große (Span. Successions-) Krieg in allen Landern gilt ihm als Beweismittel. Wie sehr er falsch gerechnet hat, wissen wir zu gut. Alle dergleichen in bester Ansicht gemachten Versuche scheiterten. Jeder meinte nur, seine Einbildungen in den alten Büchern zu finden. Welche Mißbräuche aber von solchen Verkündigungen gemacht worden sind , weiß man aus der Geschichte. Maimonides erzählt ein Beispiel von einem solchen Volksverführer. Die Berechnnng ei- «es andern auf das 1.1648 erzeugte den bald nach diesem Jahre auftretenden Schabbatai Zewi, welcher die furchtbaren Verfolgungen von 1648 als die Vorläufer seines Messiasreiches ansah.13) (Schluß folgt.) ') Im maiÖN Abschnitt n^iNa; 2) bei Abrabanel im nyiEr» ij-iyo XI. cit. welches wahrscheinlich einerlei ist mit dem v. A. E. cuirten D'Spn 'D, Daniel Ende; 3) zu Daniel; 4) im Briefe ins Su'dland; obgleich er selbst derartige Berechnungen, zu Chelek, mißbilligt. Das Merkchen ist handschriftlich im Vst. Dort erklärt der Verf., dessen Wahrheitsliebe niemand bezweifelt, daß nach einer alten Tradition bas Jahr 4976 (1216) das der Erlösung sein werde.. Was soll man nun von solchen Traditionen halten? —' 5) zu Gen. Er schrieb auch ein besonderes Werk darüber ri7!X:n 'D oder ypr\ '□ genannt (s. De Rossi), welche beide Namen Ajarjah anführt. Iachia und Jechiel haben daraus irrthümlich 2 Werke gemacht. «) Zu Daniel. Er hat, nach Wolff, ein besonderes Werk mjW p£ darüber geschrieben. ') Zum Pent. ^) s. ■>£ I. c. *)Dten2mo zu Toldot. ,0) r. nwyD ") zu Aboth. ,2) s. Amst. 1710. Dieser war ausgezeichnet in der Arzneikunde und auch sonst sehr gelehrt und bei Großen angesehen. Man hat von ihm pnaä"1 "INO, eine in schwerfälliger Sprache geschriebene Geschickte der Unfälle zu Padua und in Italien überhaupt, Amst. 1685. Auch ein Gedicht zu Chehunath Abraham, einer metriscken Paraphrase der Psalmen. Ich finde ihn nicht in den Lilerärgeschichten erwähnt. u) S. ITIJHWO (welches Werk indeß in seinen Einzelheiten uns mehr eine Dichtung zu sein scheint. Wir möchten hinzufügen, daß auck wohl die Entstehung der kabbalistischen Secte im I. 1740 Mit der Berechnung in einigem Zusammenhänge stehen Dürfte. I.) vergl. 'D von Jakob Emden. Bemerken will ich nebenher, daß die in letzterm Werke angegebenen Grundsätze der Frankisten denen der jüngern St. Simonisten ausftrllend ähnlich sind. Die Sache verdient eine Untersuchung. _ Ueber die angeblichen Plagiate Abrabanel's und Moscato's. (Jahrgang 1839. p. IM.) Don S. D. L. in Padua. (Schluß.) Der andere vielleicht originelle Gedanke des Bibago (schon in oben genannten Vorlesungen von mir angeführt) ist seine angebliche Weise, das alte Problem, weßhalb Mose keiner himmlischen Belohnungen und Strafen gedenkt? zu lösen. Er sagt (fol. 59. col. 3, und 60. 1.) die irdischen Strafen, welche Mose verkündigt, betreffen die materielle Beobachtung der göttlichen Vorschriften. Die himmlische Seligkeit ist Folge des Glaubens. Der wahre oder falsche Glaube habe Nichts zu thun mit Versprechen und Drohungen, denn der Lohn des Glaubens ist der Glaube selbst, und der Irrglaube ist an sich Strafe, indem der Schuldige sich vernichtet und nach dem Tode nicht fortlebt, — dieß ist der Fall mit den Ungläubigen, welche der Unsterblichkeit nicht theilhast werden. — Dieß ist eine geistreiche Anwendung der maimonidischen Theorie und der seiner arabischen Lehrer, betreffend die Seele. — Erst auf den letzten 7 Seiten tritt eine Beziehung des Werkes zu dem Abrabanel'schen ein; indem Bibago es hier versucht, die 13 Artikel in Schutz zu nehmen. Abrabanels Schrift, 33 kleine Blätter stark, handelt von eben diesen, aber um sie zu bestreiten. Der Verfasser, welcher anderswo des M. Ansicht über die Seele, seine astronomische Erklärung des Wagens des Hesekiel, seine Lehre über Belohnung der Rabbinen re. bestreitet, schrieb diesmal lediglich zur Bekämpfung der 13 Glaubensartikel. Dies Gebäude war aber damals so heilig, daß er nicht wagte, seine Gedanken auszusprechen, bis in den letzten Capiteln seiner Schrift. Man lese die Vorrede und wird den Anbeter des Maimonides finden, ihm fast sklavisch zugethan; man lese das vorletzte Capitel und findet Abrabanel emancipirt, wie er seine eigene Meinung dahin ausspricht, daß M. die 13 Artikel nur aus Nachahmungssucht ausgestellt habe, wie andere Nationen in den Wissenschaften einige Axiome oder Grundlehren setzen; daß aber die Religion mit menschlichen Wissenschaften nichts gemein habe rc. Da Abrabanel im Laufe des ganzen Werkes bis zu den zwei letzten Capiteln sich als Bewunderer des Maimonides zeigen will, so vertheidigt er dessen dreizehn Artikel, und macht in dieser fingirten Vertheidigung von manchem schlechten Argumente Gebrauch, daher auch von mehrern elenden Vernünfteleien des Bibago, hin und wieder einige Zeilen abschreidend, wobei er jedoch den Ausdruck verbessert und oft selbst die Ideen berichtigt und ordnet. Hätte er diese scheinbare und armselige Vertheidigung des M. in fremdem Namen geführt, so erschien er nicht, wie er wollte, als starker Bewunderer des M., so lief er Gefahr, als Empörer gegen den großen Lehrer verschrieen zu werden, und dann verloren die zwei letzten Capitel seines Werkes, das Endziel des Ganzen, alle Wirkung. Zudem, wenn wir bedenken, daß Bibago gerade im