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Israelitische Annalen · 1840-01-03 · Heft 1 (3.1.1840) · p. Seite 4

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 1 (3.1.1840)
Date
1840-01-03
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 quollen. Ganz besonders zeigt sich das in der Menge alleinstehender Wörter und Formen idna%- fasyofievoo in einem verhältnißmaßig kleinen Umfange des Buches, welches kaum halb so stark ist, wie Jesaiah. Solcher Wörter sind in diesem Buche sechs und siebenzig; auf jeden Fall ein schlagender Beweis von O r i g i n a l i t ä t in der Sprache, mit welchem sich schwerlich der Gedanke verträgt, daß ein so origineller Schriftsteller gleichzeitig andrerseits sich fremder Gedanken und Ausdrücke bedient haben sollte. Wenn sich demnach einzelne ähnliche öder gleiche Stellen bei ihm und andern finden, wie XII. 21 Ps. CVII. 40; XVI. 11 Jes. XIX 5; XXX. 10. ähnlich Klagt. III. 5.; und III. 1. ähnlich Her. XXI. 14, so möchte man daraus schließen, daß Hiob die ältere Urquelle bildet, und -ir andere aus ihm schöpfen. Sein höheres Alter läßt sich zwar nicht aus Ez. XIV. 14 entnehmen, wo Hiob neben Noah und Daniel genannt wird; wohl aber aus Tobiä II. 12, welcher lange vor der Zerstörung lebte, und wo des Hiob, als einer uralten historischen Person gedacht und wegen seiner Ergebung in Leiden gerühmt wird. Freilich halten wir das Buch Tobia nicht für ächt und setzen es unter die Apokryphen; allein in geschichtlicher Beziehung hat es immer einigen Werth, und steht darin den Büchern der Maccabaer gleich. Ein besserer Beweis für das hohe Alter des Buches Hiob ist jedoch die Kürze des Ausdrucks und die Schwierigkeit des Verständnisses; wie jeder Kritiker die Regel anerkennt, daß, je schwerer es ist, ein Werk des Alterthums zu verstehen, um so weiter zurück sein Zeitalter anzunehmen sei. Der stärkste Beweis aber dürfte aus dem Inhalte selbst sich ergeben; denn alle andern lassen sich durch leichte Einwendungen entkräften, indem man z. B. das Werk für eine Uebersetzung ausgäbe. Der Inhalt ist das beste Kriterium für die Abfassungszeit. Hier fällt es nun zuerst auf, daß das ganze Buch gar keiner historischen Thatsache erwähnt,.die auf eine späte Zeit deuten könnte, während darin uralte Religionsideen Vorkommen; das Erftere ist ein negativer, das Andere ein positiver Beweis für das hohe Alter. Von der ganzen Geschichte Israels findet man, ungeachtet der Gelegenheiten dazu C. XXXVIII. ff. Um Spur. Selbst die Erwähnung des pT> (XL. 23) kann nicht einmal die Vermuthung begründen, daß der Verf. in Palästina gelebt habe; denn dieser Flußname war früher, wie schon Levisohn dargethan hat, ein uomeu sppellativurn und paßte auf jeden; ja die Stelle selbst scheint einen großen Fluß vor Augen zu haben. Dagegen ist der positive Beweis desto schlagender. Hier*) müssen wir voraus.setzen, daß der tiefdenkende Verfasser sich ohne Zweifel die vollkommenste Idee von der Gottheit zu verschaffen suchte, um solche darzustellen. Finden wir sie gegen die biblische mangelhaft, so ist bewiesen', daß diese Offenbarung ihm noch nicht zugänglich war. Nun ist die Gottheit hier überall nur als Allmacht, Herrschaft, unbeschränkter Wille u. s. w. nirgend aber als Allgüte, als höchste Liebe, Langmuth u. s. w. vorgestellt, ganz nach den Begriffen der vorbiblischen Zeit, also ist auch daraus mit Recht zu schließen, daß die Abfassung dieses Buches vor jener Offenbarung statt fand, welche alle jene mildern Begriffe zu Israels Gemeingut machte. Hierzu kommt nun noch der Umstand, daß der Verfasser, welcher im Hiob alles nach wahrscheinlichen Naturgesetzen schildert, und gar keine Wunder einflicht, doch dem Hiob, nach der harten Prüfung, wahrend welcher er schon zemlich bejahrt gedacht werden muß, noch 140 Jahre giebt, so daß seine Lebenszeit gegen 200 Jahre beträgt. Wie läßt sich eine solche Darstellung mit einer Zeit zusammendenken, wo solch ein Alter längst nicht mehr vorkam? Auch dieß weift auf eine sehr alte Zeit. Nachdem nun das hohe Alter hieraus als erwiesen angesehen werden muß, hindert nichts mehr, der alten Annahme beizupsiichten, daß Moses selbst das Werk vor der Offenbarung verfaßt habe. Dies könnte dann noch unterstützt werden durch augenscheinliche Jdeen-Aehnlichkcrten zwischen der Diction des Buches Hiob und dem herrlichen mosaischen Liede im Deutrouomium als n. XXXVI. 28 und Deut. XXXII. 2.; H. XVIII. 20. und D. XXXII. 17.: H. XXXIX. 17. und D. ibid. 18.; H. XLI. 12. u. D. ibid. 22; H. V. 7. u. D. ibid. 24. H. XXXVII. 9. und D. ibid. 25. II. XXI. 29. und D. ibid. 26. II. XXXI. 28. und Deut. ibid. 31. H. XX 14. und Deut. ibid. 33. H. V. 18. und D. ibid. 39.; und vorzüglich H. XXIX. 13. und D. ibid. 43., wo die Hiphilform von PI offenbar eine gleiche, von den andern drei Stellen Ps. XXXII. 11. LXI. 9. und LXXXI. 2. verschiedene Bedeutung hat, in denen es intransitiv ist, während in jenen die transitive Bedeutung sich klar herausftellt. — *) Diese Erörterrng findet sich schon in nb T- 58-

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