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Israelitische Annalen · 1839-12-27 · Heft 52 (27.12.1839) · p. Seite 412

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 52 (27.12.1839)
Date
1839-12-27
Page
Seite 412 (sequence 4)
Language
German
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412 ohne Substanz sind; eigentlich nur Bewegungen Gottes und als solche hypostasirte Kräfte (Chagiga 14,12.). Solch eine Hypostase kann daher auch nur einen einzigen Dienst verrichten, nach welchem er wieder verschwindet. 2) Engel, welche, als zur Welt gehörige Geschöpfe, in der Zeit ins Dasein treten und als solche fortbestehen (Bf. Rab. 11), und 3) solche, welche, ähnlich .den Zoroaster'schen Fervers, oder den Plalon'schen Ideen, als hypostasirte Begriffe der endlichen concreten Erscheinungen, oder als Urtypen der erscheinenden Individualitäten betrachtet werden. Zu diesen gehören die Engel der einzelnen Völker (Thargum Ion. Genes. 11, 8.) oder der verschiedenen Naturkräfte (Pesachim 118.). Unter thtyn Ttf (Cholin 60,1. Iebam. 16, 2.) ist wahrscheinlich die substanzielle, in der Gottheit von Ewigkeit her sich befindende Uridce der ganzen Schöpfung zu verstehen, ähnlich dem neuplatonischen Xöyog und dem kabbalistischen p£-jp d-jk. — Die Kabbala, welche ihre Aufgabe darin erkennt: über das Vorgefundene zu spcculiren, und das Materielle im Spiritualistischen aufgehen zu lassen, betrachtet zwar die Engel als eoncrete Substanzen, welche als geschaffene Wesen die Welt Br iah bewohnen, stellt sie aber dennoch, befreit von aller Materialität, als hypostasirte Begriffe, oder auch als pneumatisches Substrat Cny) der Erscheinungen dar. Als den Obersten der Engel nennt die Kabbala den Metatron oder Mitatron (Sohar l33.Othioth des R. Akiba), *) obgleich er im Thalmud noch nicht so erhaben stehend, dem Michael, welcher opfert (Chagiga 12,2.), und dem Santalphon, welcher die Gotteskronen flicht (ibiä. 13, 2.), coordinirt erscheint (Chagiga 15, l. Tosaphoth jTPitf YPTO1). Das Thargum Jonathan (Genes. 5, 24) läßt ihn aus dem Chanch werden und gibt ihm dadurch auch eine mehr untergeordnete Stellung. Es scheint aber, als ob die Kabbala diesen ihren Widerspruch gegen die frühere Hagada dadurch auflöscn will, daß sie von einem kleinen und einem großen Metatron spricht, und unter ersterem einen, den übrigen Engeln coordinirten verstehet, letzteren aber, wie Ormuzd, als Obersten aller übrigen Engel betrachtet und ihn deßhalb auch iTJJSONn NTIDJ? benennt. Noch mehr vergeistigt wurde der Begriff Engel von späteren Rabbinen, welche, dem Einflüsse des neuplatonischen Pantheismus nachgebend, unter denselben das belebende Substrat der ihrer selbst bewußten Himmelskörper verstehen. (More Nebuchim 2,5. R. Menachem Rckanati zu 5. Mos. 18.) Gott vereint mit der Liebe die Gerechtigkeit, Er belohnt nicht nur das Gute, sondern Er bestraft auch das Böse. Die Belohnung erscheint dem Menschen als das Gute, zugesandt durch ein gutes Wesen, so wie die Strafe nur durch eia böses Wesen vollzogen werden kann (i. Sam. 24,14). Es werden demnach gute und böse Wesen gefordert, welche als Mittelpersvnen zwischen Gott und dem Menschen sich befinden. Dennoch statuiren die Schriften über Israels Theokratie noch keinen Unterschied zwischen Engeln, dem *) Daß Metatron von metatvr abzuleiten ist, beweist Bf. Rab. 5. Wesen nach, ihr sind sie alle Gesandte Gottes, alle dem Wesen nach gut, selbst diejenigen, welche berufen waren, böse Werke als Gottes Strafgerichte zu vollbringen (2. Mos. 12, 29. 2. Sam. 24, 16. 1. Chr. 22, 15. 2. Kön. 19, 35.). Sogar der Name Satan war früher nur ein Amts- und kein Naturname (4. Mos. 22,32.), und nur spätere Schriften, welche dem Erlöschen der Theokratie naher stehen, gedenken der wesentlich bösen Engel (Ps. 78,49.) und des wesentlichen Satans (Sachar. 3, i. 2. Hiob 1,7.). Das Persvnifi'ciren der Begriffe und der Kräfte ist das Werk der theologischen Zeit. Die Hagada saßt deßhalb das Princip des Bösen, welches sich in physischen und moralischen Nebeln offenbart, als etwas Substanzielles auf und schafft es zu einer concreten Persönlichkeit. *) Der Fürst des Bösen ist nicht von Ewigkeit her, weil sonst ein Dualismus gesetzt wäre, er ist aber auch nicht von Gott geschaffen, weil Gott nichts reell Böses hervorbringen kann, sondern er ist, wie Ahriman, ein ursprünglich reiner, durch eigene Willensfreiheit aber abgefallener und bös gewordener Engel (Buch der Weisheit 2, 24. Midrasch Jalkut Genes. 44. Ialkut Chadasch 79.), welcher einst wieder in seine frühere Reinheit zurückkehrt. — Der Begriff und mit ihm der Name ^2^ genügte, so lange in ihm das Princip des moralisch Bösen erkannt wurde; als er aber später auch als die Ursache des' physisch Bösen erschien, wurde er mit dem Namen ifrnfttö'K belegt (Gittin 68. cf. das Buch Tobias 3,8. 6,14. Apocal. 9, 11. p-cx ä'xo'k'kv&v) und auch dieser wurde später verdrängt durch die mehr das Pneumatische ausdrückende Benennung (Midrasch Rabboth zu Deuteron. 247). — Die physischen Hebel, welche außerhalb des Menschen ihren Ursprung finden, erscheinen als solche Dämonen, welche ohne Zuthun des Menschen, an dem sechsten Tage der Schöpfungswoche von jenen Seelen entstanden, welche wegen des Eintretens des Sabbaths nicht mit Körpern bekleidet werden konnten (Br. Rab. 7.). Diese sind wahrscheinlich auch jene, welche mit wesentlicher Selbstständigkeit sich fortpflanzen (Chagiga 16); die moralischen Ucbcl aber werden als die Folgen solcher Dämonen angegeben, die vom Menschen abstammen. Sie werden theils als Kinder Adams und Eva's betrachtet (Br. Rab. 20.), theils als hypostasirte Sünden, oder als umherwandernde, von der Seligkeit ausgeschlossene Sünderseelen (Sohar 3. Mos. 2.). — Ae Kabbala zeigt in ihrer Dämonologie sowohl wie in ihrer Angelologie, daß sie in beiden eine Personification des Guten und des Bösen in den moralischen und physischen Erscheinungen liefern will, es offenbart sich bei ihr vorzüglich die Thätigkeit der Speculation, während die Hagada sich noch mehr in mythischen Schöpfungen gefällt. So zeigt das Iudenthum, das in seinem geistigen Leben zwei Hauptlebensperivden, eine theokratische und eine theologische darstellt, bei der Ausbildung feiner Vorstcl- *) jgd men Nin jnn wn s22' «in h jnra

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