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Israelitische Annalen · 1839-12-27 · Heft 52 (27.12.1839) · p. Seite 411

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 52 (27.12.1839)
Date
1839-12-27
Page
Seite 411 (sequence 3)
Language
German
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411 Brüderschaft für gute Werke (Wsvrioorcks, m?) ferner einem Verein q-qk :h, welcher zum Zweck hat, arme Kinder unterzubringen und zu versorgen, und einer gegenseitigen Unterstützungsgesellschaft, genannt btt bestimmt die Gemeinde noch jährlich 7000 fl. für Wohlthätigkeit, und wählt eine Commission, die den Wittwen und Dürftigen Beistand zu leisten, Armen zur Miethe beizusteuern und die jungen Leute, welche sich dem Handwerk und -er Kunst widmen, ordentlich und außerordentlich zu belohnen, auch zu beaufsichtigen hat. Diese Ermunterung zum Handwerk ist hier besonders wichtig in einer Stadt, wo der leichtere Gewinn, den der Handel gewährt, die Jugend gar zu gern verführt und von Studien und Handarbeit ablenkt. Die Gemeinde ist, wie man sieht, in ihrer Verwaltung nicht sparsam, und wenn man die Gehalte der Beamten und das sehr gut besoldete Rabbinat mit einrechnet, darf man ihre jährlichen Ausgaben auf etwa 30,000 fi. veranschlagen. Der Rabbiner, Herr Sabbato Graziodio Treves aus Asti, welcher für einen guten Prediger gilt, unterrichtet fünf arme Zöglinge in hebräischer Literatur. Diese werden bis zu vollendeten Studien von der Gemeinde unterhalten, und können dann als Lehrer und Vice-Rabbiner angestellt werden; die eigentlichen Rabbiner dürfen künftig nur, und zwar nach der Wahl der Gemeinde, und unter Bestätigung von Seiten des Guberniums, aus dem Collegio Rabbinico zu Padua genommen werden. Aus dem Gesagten erhellt, wie sich diese Gemeinde fast nur aus Fremden, Deutschen und Italienern, gebildet habe, welche durch die Milde der Regierung, durch die zum Handel günstige Lage der Stadt und endlich auch durch die Freundlichkeit der übrigen Bevölkerung hierher gezogen worden. Man hat hier nicht eigentlich Gelehrte und Künstler zu suchen, wohl aber Kaufleute. Sie verdient aber als solche besondere Auszeichnung, und steht auch in Ansehen. Unter 74 geschworenen Sensalen sind 18 Israeliten; von den 40 Mitgliedern des Börsenrarhes sind ihrer 6; von 20 Affecuranzgesellschaften, die sie großentheils errichtet haben, werden die meisten von ihnen dirigirt; in der großen Dampfschifffahrts- Gesellschaft ist Marco P arenre Vice - Präsident; in dem Central-Magiftrat für Sanität sitzt mit berathender Stimme deffen Bruder AronParente, welcher auch der erste Israelit war, welcher 1815 zu dem ehrenvollen Amte eines Börsendeputirten ernannt und von der Hof-Kammer bestätigt worden; in einem neuen, vom K. K. Gubernium eingerichteten Municipalrath haben drei Israeliten Sitz; in einer Gesellschaft für National - Industrie, welche eben jetzt von S. K. H. Erzh. Johann errichtet ist, ward als einer der beiden Direktoren von S.K.H. selbst der Großhapdler Mattio Coen ernannt. Man sieht demnach, wie die Triester Israeliten mit achter Treue und wahrem Patriotismus bemüht sind, das Vertrauen der höchsten Behörden und die Liebe ihrer Mitbürger zu verdienen. Beiträge zur Entwickelungsgeschichte der Angelo- und Dämonologie im Judenthume. Von vr. S. Formstecher. (Schluß.) Als das Zudenthum anfing, über Einzelnheiten seines Glaubens nachzudenken, konnte ihm der allgemeine Begriff (— Abgesandte) nicht mehr genügen. Der theologisirende Verstand kündigte sich dadurch an, daß er den Engeln Namen gab, welche deren Eigenschaften bezeichnen. Die Hagada erkennt darin auch etwas dem provhetischen Zudenthume Fremdartiges (Jerus. Rösch, hasch. — Br. Rah. 48), weil sie diese Engelnamen nur in späten! Schriften fand. Wir finden in der vorthalmudischen Zeit folgende Engelnamen: Michael (Dan. 10, 13. 21. 12, 1.), Gabriel (Dan. 8,16. 9, 21.), Raphael (Tod. 12,15.), Uriel (4 B. Esra 4,1.), Ieremiel (ibici. 36.), deren Zahl aber in den hagadischen Schriften noch reichlich vermehrt wird. Obgleich die Hagada die Engelnamen als etwas Fremdartiges betrachtet, so konnte sie deren zur Schöpfung ihrer mythischindividuellen Gestalten nicht entbehren, und als ein charakteristisches Product ihrer Wirksamkeit liefert sie uns eine beinahe ausgebildete Angelo- und Dämonologie. Eine Darstellung des Ursprunges, der Schöpfungszeit, einer Rangordnung und einer Elassification nach ihrem ethischen Charakter, welche wir vergebens im theokratischen Zudenthume suchen, finden wir in der Hagada begonnen und in der Kabbala durchgeführt. Zn der Hagada, welche ihrem Charakter zufolge jedes Systems entbehrte, sind ohne Classification der Engel gedacht, welche ihrem Wesen nach in drei Ordnungen getheilt werden können. 1) Solche Engel, welche als der Gottheit inhärirende Emanationen für sich selbst 52-»

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