Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 50 (13.12.1839)
- Date
- 1839-12-13
- Page
- Seite 398 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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welche sich zum israelitischen Cultus halten, eine in Frankreich gelagerte asiatische Rare; eine solche harte Schmähung sollte man nicht anonym schreiben, damit jeder den Angreifer kenne!. Was ist der Zweck? .... Ich frage jeden verständigen Menschen, darf man hoffen, durch solche Mittel alles adzuschaffen, was von jeher als Grundlage des IudenthumS galt? und muß man nicht glauben, der Verfasser wolle das selbst gar nicht, was er verlangt?" — Auf diese Weise tadelt der Verfasser noch mehrere Uebertreibungen der besagten Briefe, und insbesondere ereifert er sich mit Recht gegen den Mißbrauch der Presse, durch welche man den 18ten Brief mit einer Lithographie begleitend, die einen betenden Israeliten vorstellt und deren Unterschrift: Coutumeslsraelite« en 1839, accoutreinent pour la priere du matin^ die religiösen Ceremonien lächerlich machen will. — Wir selbst, mit Herrn Tsarphati befreundet, können nicht umhin, dem gegenwärtigen Briefe darin beizupflichten, daß selbst die radicalste Ansicht nicht berechtigt sei, die Gegner auf die Weise, wie es bisher in den I-sttres rsarpliatlgaes mitunter geschehen ist, durch bittern Spott anzugreifen, welcher die Wahrheit gewiß nicht fördert. Wir zweifeln auch nicht, daß der geistreiche Verf. der Briefe, wenn er den Kampf fortsetzen sollte, sich selbst überzeugen wird, daß hier nur ein rein wissenschaftlicher Ton an seinem Orte sei. Straß burg. — Ueber die von einem Vereine Gelehrter herauszugebenben Archives du Frai^ais Israelite, welche Zeitschrift unter der Leitung des Herrn Professor S. Sahen (Herausgeber der Bibelübersetzung) zu Paris erscheinen soll, giebt uns nunmehr ein gedruckter Prospectus nähere Auskunft. Der Hauptzweck derselben ist, den Zustand der Religion, des Unterrichts und der Industrie der Israeliten in Frankreich zur öffentlichen Kunde zu bringen, Fortschritte und Rückschritte wahrzunehmen und zu besprechen und zum Guten aufzumuntern und vor Fehlern zu warnen. Jedes Heft von 3—4 Bogen in 8“ (monatlich erscheint ein solches) wirb 6 Sectionen enthalten. 1) Religion und Cultus. Diese Section beschäftigt sich mit den Thalmudschulen und den rabbinisch-theologischen Studien, sowohl in Hinsicht auf Object, als auf Methode; ferner mit dem statistischen Theil, Zahl der Lehrer und Schüler. Sie giebt Mütheilungen über Cultus, Auszüge von Predigtenrc. 2) Unterricht und Erziehung. Diese Section giebt Nachricht über Elementarschule und häusliche Erziehung. 3) Conststorien, Notabeln und Rabbinen; diese Section enthält nur actenmäßige Nachweisungen. 4) Industrie. Nachrichten über Ackerbau und Fabriken und Manufakturen und jede Art der von Israeliten betriebenen Handwerke. 5) Biographie. Leben ausgezeichneter französischer Israeliten, welche insbesondere sich um die moralische Verbesserungen ihrer Glaubensbrüder verdient gemacht haben. 8) Literatur, alles umfassend, was im In- und Auslande auf Israeliten bezügliches erscheint. Die wert verbreiteten Verbindungen des fleißigen Herausgebers dieser Zeitschrift lassen erwarten, daß dieselbe durch Mannigfaltigkeit anziehend und durch ihren Inhalt auf den Erfolg heilsam hinwirken werde. Besonders lobenswerth ist es, daß der Prospectus sich dahin erklärt, nichts aufnehmen zu wollen, was lediglich auf Persönlichkeiten abzielt oder was in nicht angemessenem Ton (tvut artiole dont le ton ne sera pas celui d’une discussion convenable) verfaßt ist. Die Manie, in den Zeitschriften hauptsächlich kleinliche Anfeindungen zu suchen, und gerade durch dergleichen zum Lesen derselben gereizt zu werden, herrscht bei uns nicht minder als in Deutschland; allein zuletzt werden doch alle Leute von edlerm Geschmack der schalen, oft nur die Eitelkeit der besprochenen Personen näher angehenden Oiscussionen müde. Oie Archive« werden dazu beitragen, das Interesse für die inner» Verbesserungen, welches schon lange erkaltet ist, wieder zu beleben. (Forts, folgt.) Großherz. Baden im November 1839. (Fortsetzung.) — Es suchen diese Rabbinen nicht blos alles einmal Vorhandene festzuhalten, sondern das Alte mit einem neuen Firniß von Afterphilosophie und Mystik überziehend, gegen die Einwirkung der Zeit zu schützen. Es sind Männer, welche mit Hirsch's speculativer Philosophie in dem Staube, welchen die Zeit angesetzt, die schaffende Gottheit erblicken, und das Abwischen dieses Staubes als eine freche Zerstörung des göttlichen Werkes erklären. Kommt nun noch hinzu, daß diese neu organisirte Religionsconferenz nur ein einziges Mal zusammentrat im Jahr 1827, und seitdem nicht wieder; so können wir wohl begreifen, warum die so viel versprechende neue Ordnung dem isr. Kirchenwesen mehr hinderlich als förderlich wurde. Zur Aufhebung dieser Versammlungen mag wohl das Ergebniß der ersten Berathung beigetragen haben, indem man daraus den Schluß ziehen durfte, was in der Folge von den Individualitäten der drei Conferenz-Rabbinen zu erwarten stand. Indessen glauben wir, daß der Abgang Ackermanns vom Oberrathe nicht minder darauf einwirkte; denn der folgende Director kannte das isr. Kirchenwesen zu wenig, und konnte somit unmöglich den nehmlichen Eifer für Reform beweisen, wie sein Vorgänger. Er, wie die meisten vor und nach ihm, mischte sich daher niemals in rein religiöse Angelegenheiten, solche den jüdischen Mitgliedern des Oderraths überlassend. Es zeigt sich dies auf das evidenteste bei einer Vergleichung unserer Religionsangelegenheitcn mit dem Schulwesen, welches letztere, wie wir in der Folge darthun werden, erfreuliche Fortschritte machte. Hat nun gleichwohl die Religionsconserenz nicht als Corpus zu handeln fortgefahren, so übernahmen die bestellten drei Conferenz-Rabbinen nichts desto weniger vereinzelt ihre Functionen. Rabbinats- und Schulkandidaten wurden von nun an durch je zwei der bez. Rabbinen im Religionsfache geprüft, und Ref. hält es nicht für uninteressant, dieses Prüfungsverfahren, das unabänderlich bis heute dasselbe geblieben, näher zu beschreiben und Proben davon zu liefern. Hatte der Kandidat^beim Oberrathe um Zulassung zum