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Israelitische Annalen · 1839-12-06 · Heft 49 (6.12.1839) · p. Seite 389

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 49 (6.12.1839)
Date
1839-12-06
Page
Seite 389 (sequence 5)
Language
German
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nützigen Zwecken ihren Ursprung verdanken; besonders was aus dem Sohar herrührt pio 'jnn pm 'N', rc. 3) Abschaffung thörichter Sitten und lächerlicher Angewöhnungen, alles Larmens und Schreiens, alles unpassenden Singens; dagegen Einführung gehöriger Ordnung, geregelten Gesanges, passender Absätze rc. Was den viel bestrittenen Punkt betrifft, ob man die Sprache ändern dürfe? so ist die Wahl der Muttersprache nach altem Gesetz unbedingt gestattet. (Vergl. Jerusch. Sota VII. 1.) Auch lehrt das Buch □■>TDnn D §. 788. „ Besser ist es, in verständlicher Sprache zu beten, als in der hebräischen, wenn man diese nicht versteht, denn auf letzletztere paßr Jes. XXIX. 13.; das Gebet muß aus dem Herzen kommen! Hiernach müssen wir den deutschen Gelehrten und Rabbinen bcipflichten, welche Gebete in ihrer Muttersprache und viele Gebräuche besser angeordnet haben, — wenn gleich sie noch vieles zu wünschen übrig lassen. — Gut wäre es freilich, wenn sie nicht verschiedene Wege gingen, sondern eine allgemeine Synode volle Gleichmäßigkeit herbeiführte. Die Verdrängung der hebräischen Spräche ist indeß nur zulässig da, wo die meisten sie nicht verstehen; wo aber die Gebete verstanden werden, ist kein Grund vorhanden, die einmal geheiligte Sprache gegen eine andere zu vertauschen, zumal sie durch ihre Weihe die Andacht befördert. Darum möchte hier zu Lande die Beibehaltung der hebräischen Sprache höchst wünschenswerth sein, da fast jeder mindestens die Gebete übersetzen lernt. Wer sie dann doch nicht versteht, gehört zu den Schwachköpfen, die in keiner Sprache den Sinn der Worte beachten würden. Und da wäre mit keinem Tausche etwas gebessert. Uebrigens wird jede derartige Reform auf große Schwierigkeiten stoßen. Was die Alten eingerichtet haben, würde unfern heutigen Landsleuten als die größte Neuerung verhaßt sein, und wer Vorschläge macht, das Unbedeutendste vom Bestehenden abzuändern, ist ein abscheulicher Ketzer und Abtrünniger. Was will da auch der Einzelne leisten gegenüber dem Fanatismus, dem Eigennütze, der Trägheit! Er hätte nur die bitterste Verfolgung und Hohn und Spott zu ertragen! Es bleibt also nichts übrig, als durch die öffentliche Stimme die edeldenkenden Rabbinen auf die Nothwendigkeit innerer Reformen aufmerksam zu machen, und von ihrer Einsicht und Energie Abhülfe zu erwarten. Daß eine äußere Macht sich in die religiösen Angelegenheiten einmische, darf man nicht wünschen, da dies die Gewissensfreiheit, welche hier zu Lande durch das Toleranz-Edikt feftsteht, beeinträchtigen würde; aber andrerseits wäre es doch von der wohlthätigften Wirkung, wenn von Seiten des hohen Guberniums ein Befehl zur Läuterung des Gottesdienstes an die Rabbinen erginge! Denn das würde die Thätigkeit der Rabbinen ohne Weiteres anregen, und die Verbesserungen würden alsbald erfolgen! — So viel für jetzt über diesen wichtigen Gegenstand. Beiträge zur Literaturgeschichte. Von Tsaephati. (Schluß.) 6) Abraham Brody, aus Brody (nichtausBrod?), kam 1679 hin, und ging im I. 1700 ^ab, um Oberhaupt der Thalmudschule in Prag zu werden. Es ist bekannt unter dem Namen n. (Vergl. über ihn Wolff Bibi. Hebr. — I.) 7) Jakob B. Joseph Reischer (t^i-O kam aus Prag 1709, gestorb. 28. Jan. 1733. Er schrieb 2pjp pn Dessau 1696. 4. Jesnitz 1724. 4. 2py> Prag 1689 f. Halle 1701. f. Th. r. u. Offenb. 1719, Th. n. Der Sohn dieses Rabbinen, Nehemia Reischer, wohnte in Metz und war Grand-Rabbin von Lothringen. Seine Mutter ward im I. 1740 von einem jüdischen Arbeiter, der im Hause zu thun hatte, erschlagen. Der Mörder entsprang, R. Nehemia setzte ihm nach, entdeckte ihn und übergab ihn der Gerechtigkeit. Er ward lebendig gerädert, und man erlangte durch Vorstellungen, daß dessen Leichnam nicht ausgestellt ward. Die Familie Reischer in Metz stammt von jenem Rabbinen. 8) Jakob Josua aus Cracau kam 1735 an, und ging 1745 nach Frankfurt. Er ist Verf. des y&'irT' '22, Amst. 1715 fol. Er starb 1755. Er hinterließ einen nicht vollendeten Commentar zum Pentateuch. . 9) Jonathan Eibeschütz kam 1745 nach Metz. Dieser berühmte Rabbi mußte, weil viele Rabbinen ihn des Sabbathaisms beschuldigten, Metz verlassen. S. Jost Geschichte der Israeliten, Bd. IX. S. 51. 10) Samuel Helmin kam 1746 an, und starb 1763. Nach seinem Tode war die Gemeinde getheilt. Einige wollten seinen Sohn Phoibos (2rn"2), Andere einen Ausländer ansctzen, und zwar den Verfasser des Werkes

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