Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 49 (6.12.1839)
- Date
- 1839-12-06
- Page
- Seite 388 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3133765-3133766-3133816--0442-3134584- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sich genug Subscribenten fänden, welche ausdrücklich eine hebräische Beilage, etwa monatlich einen Bogen (in Quadratschrift), bei uns bestellen. Dann würde dieses Beiblatt—wozu übrigens bereits sehr anziehendes Material theils vorliegt, theils versprochen ist — nur denen, die es fordern, gegen einen billig berechneten Zuschuß, mit den Annalen zugefertigt, oder auch als ein besonderes Blatt ausgegeben werden. Sobald wir uns überzeugen, daß die Kosten muthmaßlich gedeckt werden, wollen wir einen Prospectus darüber veröffentlichen. Nachdem wir somit alle diejenigen Punkte erledigt haben, welche wir für das kommende Jahr hier zu erörtern für zweckmäßig erachten, wiederholen wir die Versicherung, daß wir auch fernerhin mit der strengsten Unpartheilichkeit der Wahrheit dienen werden. Wir werden immerhin dem I r r t h u m e ausgesetzt sein; welches Menschenwerk darf sich anmaßen, davon frei zu bleiben? Aber wenn wir fehlen, so geschieht es eben nur aus Jrrthum, und wir werden, so bald wir solches wahrnehmen, uns stets beeilen, mit freimüthiger Unbefangenheit es einzugeftehen, um der Wahrheit die Ehre zk geben. — Nebenabsichten liegen uns fern, und wir verwahren uns ein für alle Mal gegen jede uns etwa von verletzter Eitelkeit, Unverstand und Böswilligkeit untergelegte oder unterzulegende Absichten und Zwecken, außer den im Obigen ausgesprochenen. Der Herausgeber nimmt dies Vertrauen auf seine Gesinnung in Anspruch und hält es, wie bisher, durchaus nicht für seiner würdig, sich gegen derartige Angriffe in Rechtfertigungen einzulaffen und seine Leser mit solchen Dingen zu behelligen. Hiernach werden wir fortfahren, mit Entfchiedcnheit und ohne Rücksicht auf Parthci und Farbe, allen aus wohlbegründeten Ueberzcugungen und edelm Streben hervorgehendcn Erscheinungen die gebührende Anerkennung zu zollen, sowie andrerseits, obwohl frei von Anmaßung, doch stets entschieden und furchtlos gegen Verkapptheit und Lüge, Stumpfsinn und Verkehrtheit, Selbstsucht und Eigennutz, sobald solche das Gebiet der Wahrheit zu überwuchern und die guten Saaten zu verderben drohen, das Wort zu führen und jedem literarischen Unfuge offen entgegen zu wirken. Im Uebrigen verweisen wir auf No. 1 dieses Jahrganges, und empfehlen unser sicherlich aus der reinsten Quelle entsprungenes Unternehmen der fernern nachsichtsvollen Theilnahme aller derer, welche dasselbe gehörig zu würdigen wissen. Wir bitten zugleich alle, welche durch amtliche Stellung, Studien und Wirkungskreis den Beruf dazu haben, oder welche im Besitze geeigneter Materialien sind, unser Unternehmen durch gefällige Mittheilungcn zu unterstützen. Es ist gleichgültig, in w e l ch e r S p r a ch e dieselben geschrieben sein mögen. Was Zeit hat, kann durch Buchhändlergelegenheit befördert werden; vom Osten und Norden her, am zweckmäßigsten durch Herrn K. F. Köhler in Leipzig (mit Bemerkung: für die Israelitischen Annalen in Frankfurt a.M.). Dringendes per Post, frankirt, oder auch unfrankirt, jedoch mit dem Namen des Absenders versehen. Die Redaction der israelitischen Annalen. Angelegenheiten der Synagoge. Der Gottesdienst. (Schluß.) 1) Wiederherstellung der Gottesdienftordnung auf denselben Fuß, wie sie von den Männern der großen Synagoge eingeführt worden. Dazu gehört eine wissenschaftliche Ermittelung aller ächtalten Gebete, welche einzig und allein die Befriedigung des rein-menschlichen Gemüthes zum Zweck haben; alle spärern Zusätze müssen wegbleiben. Wird dadurch das Hauptziel, Einheit, wohl schwerlich mehr erreicht, da die Fehler schon so tief wurzeln, so ist es doch schon gut, nach der ursprünglichen Form zu streben, und dadurch vielen Uebelftänden abzuhelfen. — Als Quellen dieses Studiums dienen Thalmud und alle alten thalmudischen Werke und Midraschim. — Die Zahl der Gebete wird reducirt, allein „Besser wenig mit Andacht, als viel ohne Andacht" ist ein alter Lehrsatz; vergl. Chobath hallebaboth, Abschn. Liebe zu Gott; VI. — Solcher, die stundenlang in ungestörter Andacht zubringen können, giebt es heute nicht viele; und gar zweimal des Tagest 2) Abstellung aller der von müßigen Gelehrten oder Commentatoren eingeschwärzten Gebräuche, von denen manche einer edeln Absicht, manche nur eigen-