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Israelitische Annalen · 1839-11-08 · Heft 45 (8.11.1839) · p. Seite 356

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 45 (8.11.1839)
Date
1839-11-08
Page
Seite 356 (sequence 4)
Language
German
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356 - So Ihr fraget, warum ich gerade ihn an heiliger Stätte nenne, ihm eine Seelenfeier halte, was ich bei so vielen Andern nichr gethan, die doch auch einen Namen hatten und auf den Richterstühlen saßen in Israel? So sage ich Euch, daß ich nur den der Unsterblichkeit auf Erden werth und würdig halte; — seine Unsterblichkeit im Himmel findet Jeder nach seinem frommen Sinn und Wandel nein Dran ontt” ihre Unschuld und Rechtschaffenheit geleitet fie tü3 innijD nnvn; — der Unsterblichkeit auf Erden kann ich nur den werth und würdig halten, der den Schatz der Wahrheit und der Weisheit weiter hat gefördert; nicht den, der in stiller Beschaulichkeit darüber hat gebrütet, und die Spreu hat gewürfelt, und um den Kern sich nicht umgefchauet. Wir haben Finfterniß genug in uns und um uns herum, als daß wir der Finfterniß noch Säulen und Altäre bauen sollten. Der Glaube Israels in seiner Stellung in der Welt bedarf der vollen Rührigkeit und Rüstigkeit, des vollen und lebendigen Geiftesschwungcs, Geistesfluges, um sich in seiner Göttlichkeit und Würdigkeit zu wahren und zu bewähren. Darum achten wir die Gläubigkeit und ehren sie, wo sie sich auf die Höhe stellt der Wahrheit und der Weisheit und der Wissenschaft, in by nnv auf die Höhe stellt, auf der Moses stand und die Newiim standen; und von da hineinschaut — in das Gottesreich. Darum achten wir und ehren wir die Frömmigkeit, wo sie den Menschen nach allen Seiten hin adelt und veredelt; und nicht die Gläubigkeit, wo sie von keiner höher« Idee und Einsicht gehoben und getragen wird, und nicht die Frömmigkeit, wo sie den Geist und Muth im Menschen niederdrückt und erdrückt, in eine Form und Förmlichkeit ausgeht, in eine trübe, starre und verzerrte Form, in der der Gottesgeift nimmer zu erkennen ist. Darum achten wir und ehren wir und halten den Werth der Unsterblichkeit, der die Herzen und die Seelen für den Glauben har gewonnen, sie hat eingeführt in Schul- und Gotteshaus, die Sinne und die Geister hat gehoben, die Herzen und die Hände har gekräftiget für das Werk des Herrn, für den Dienst und Kampf der Welt; und nicht den, der die Herzen und die Hände hat schlaff gemacht und schwach gemacht, daß sie zu keinem Werk des Heiles mehr zu brauchen sind, nicht als Lehrer, Leiter, Führer; nicht als Meister, nicht als Jünger, nicht als Werkleute, nichr als Kärrner, die das Material, Stein und Mörtel uns züführen zu dem großen heiligen Tempelbau! Und darum habe ich den Einen Euch genannt, ihm ein fteundliches Gedächtnis stiften wollen in Euerm Herzen! Er hat Schulen und hat Gotteshäuser gestiftet und gegründet in Israel, und seine Zeit und Kraft daran gesetzt. Er hätte seinem Stande und Herkommen und Vermögen nach ein ruhiges, üppiges, bequemes Leben führen können; und hat sein Geld und Gut, seine Zeit und Kraft, sein volles Lebensmaaß, seinen letzten Lebenshauch und Odem daran gesetzt, dem Glauben Israels würdige Bekenner, Jünger, dem Vaterlande ebenbürtige Bürger, der Menschheit rüstige und tüchtige Glieder zuzuführen, sie für jeglichen Beruf im Leben, der heilig ist vor Gott, herzubilden, großzuziehen. Was in seiner vaterländischen Provinz für Schul- und Gotteshaus, für eine bessere Gestaltung der Dinge, für Wissenschaftlichkeit und Geschäftigkeit, Kunftsteiß und Betriebsamkeit geschehen ist, und hat geschehen können, das hat er gethan, hat er vereiniget in sich. Er stand ganz allein! Es hielt es Keiner mehr mit ihm.-Das war sein Verdienst; darnach würdigen wir den Mann. Darauf kommt alles an, so Sem und Cham und Japhet sollen brüderlich beisammen wohnen *) und der Name Gottes, der in den Hütten Schems hat gethronet und gewaltet, soll geheiliget werden in der ganzen Welt. Und das hat er gethan! Und das haben die Andern nicht gethan! Haben sie ihren Gort geheiliget; so haben sie ihn geheiliget in ihrem Herzen; möge es ihnen Gott lohnen und vergelten! aber sie haben ihn nicht geheiliget in und vor der Welt idw i£Hp? Das war sein Verdienst. Er hat mehr daran gesetzt, als Geld und Gut, Zeit und Kraft; er hat seinen Lebens fr jeden daran gesetzt. Die auf den Richterftühlen saßen, die man nun heilig spricht, weil sie in ihren Gräbern ruhen, die haben den Fluch und Bann gesprochen über ihn; und er hat allen Schmähungen und Anfechtungen den gleichen Muth, den gleichen felsenfesten Sinn und Geist, die unerschüterliche Glaubensfreudigkeit entgegengesetzt und vorgehalten. Darum folgt ihm unser Dank - und Lob- und Segensspruch in's Grab und in die ewige Ruhe! Darum halten wir ein Blatt ihm in der Geschichte unsers Volkes offen. Die die Geschichte schreiben, die werden seiner nicht vergessen, und werden der Andern nicht gedenken. Und -so das Volk einst wird zur Erkenntnis kommen und zum Verständnis seiner selbst; daß es wisse, wer ihm wohlgethan; dann wird es einmüthiger, als es heute geschehen kann, seinen Namen ehren, und segnen das Angedenken des Gerechten nmrp pns -ot! Bis dahin sei ihm die Erde leicht, in der er ruhet; leichter, als sie ihm gewesen ist, als er auf ihr gewandelt und gekämpft. Möge Gott ihm lohnen und vergelten, was die Menschen ihm nicht vergolten haben; ihn im Himmel, sein Werk auf Erden krönen und verherrlichen, daß er sei verklärt im Himmel, sein Werk auf Erden sel gesegnet, und die Herrlichkeit des Herrn daran sichtbar werde. -jDDx*1 n tod! -|pns "i^ni Amen! Amen! *) Bezieht sich auf die vorhergehende Predigt.

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