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Israelitische Annalen · 1839-11-01 · Heft 44 (1.11.1839) · p. Seite 349

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 44 (1.11.1839)
Date
1839-11-01
Page
Seite 349 (sequence 5)
Language
German
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349 Das Wahre an der Sache ist dieses: R. M. ward unter Kaiser Rudolph im J.46 (1286), 4. Thamus, eingekerkert, starb am 19. Zjar 53 (1293) und ward unter K. Albrecht, 63 (1303) 4. Jjar, zu Worms beerdigt. Dies fand ich handschriftlich in einem venezianischen Mischna Thora bei R. Ahron Worms in Metz, der auch in s. W. Bon Nun f. 57. 2. diese Glosse, aber irrthümlich, als uralt uud aus jener Zeit herrührand, anführt, (denn sie kann nicht älter sein als das Druckjahr 1524.) Sie lautet etwa so: R. M. b. B. aus Rothenburg wollte mit seiner Familie, auch Töchtern und Schwiegersöhnen, über die See auswandern, kam bis? .... zwischen dem sogenannten (?) Gebirge, wo er die Ankunft der Mitreisenden abwarten wollte, als plötzlich der böse Bischof durch die Stadt kam und mit ihm ein Getaufter, Namens Kempel, welcher unfern Lehrer erkannte, und es dem dortigen Bischof anzeigte, welcher alsbald bewirkte, daß Mainhard Merin (?) Herr von.ihn am 4. Thamus 46 verhaften und dem Kaiser Rudolf ausliefern ließ; er starb im Kerker, 19. Jjar 53, und Beerdigung ward ihm nicht bis 4. Jjar 63. Damals spendete ein reicher Mann i^ Frankfurt, Namens Süskind Wimpfen, eine große Summe Geldes, um dessen Bestattung zu erwirken, und ließ ihn bei seinen Vätern in Worms beerdigen.; derselbe starb bald nachher, und liegt neben ihm. — Aehnlich lautet die Grabschrift, nur daß das Gebirge dort K2T0U heißt, und der Getaufte Kempfe (NCD^p), und der Name M. M. fehlt. — Die Ursache der Verhaftung '.war die Absicht, Geld zu erpressen, als Lösung; allein der edle Rabbi gab keine Auslösung zu, damit man nicht ähnliche Versuche bei Andern wiederhole. S. R. Sal. Luria a. a. O. u. Gittin IV. 66. Auch R. Ascher sollte sein Schicksal theilen, er entfloh aber und ging nach Toledo. Sein Gefängnißort wird Thurm DnWN genannt, d. i. Eschenheim oder Ensigsheim; letzterer Name findet sich bei seinem Schüler Meir Cohen Schabb. XIX., wo von ihm ein Bescheid aus Ensigheim angeführt wird. Dasselbe RGA. Maimunis p:p i£0 31 und öfters. Aber er saß auch in aTOü/Nwie derselbe Schüler ad Schabb. VI. schreibt: „Als ich im.Thurme p-ii2&\S* saß, machten wir am Freitag Feuer an, um uns Abends daran zu wärmen." Dort schrieb auch sein Schüler Samson b. Zadok unter seiner Leitung das Buch wie ich handschriftlich bemerkt finde. _ 1 Nachrichten und Correspondenzen. Gallizien, 10. Oct. — In literarischer Beziehung melde ick Ihnen, daß binnen kurzem eine interessante Piece bei M. I. Landau in Prag die Presse verlassen wird. Sie ist ein Denkmal des trefflichen Geistes uniers Luzzato, und enthält ein hübsches hebräisches Gelegenheitsgedicht von ihm selbst, dann aber einige Proben aus dem merkwürdigen Mscr. — dem Divan des Juda hallevi — welches er vor einiger Zeit erkauft hat. Kenner dürfen sich einen großen Genuß von diesen schönen Gesängen versprechen, und erhöhet wird derselbe noch durch eine einleitende sehr lehrreiche Abhandlung des Herausgebers, welcher auch erläuternde Anmerkungen hinzugefügt hat. Den Schluß macht eine Notiz desselben über □'ßtt'ri iM, welches der Gelehrte N. Krochmal mit Unrecht dem Aben Esra zuschreibt. Das ganze Werk führt den Titel mim HS mim» — Bei Zusammenstellung dieser beiden Namen bemerke ich zugleich eine kleine Unrichtigkeit in der Note zu N. 22. der Annalen, wo von Luzzato's Widerlegung die Rede ist. Der Brief, welcher diesen Gegenstand behandelt, ist keine Beantwortung des Krochmal'scheu, sondern der ungenannte Empfänger ist ein Anderer. Der Krochmal'sche Brief ist dem L. nicht vor dem Abdruck zu Gesichte gekommen. Dies zur Vermeidung weiterer Irrungen. — In Angelegenheiten des durch das Ableben des verewigten Ornstein (nicht Arnstein) erledigten Lemberger Rabbinates hat das Gubernium sich allerdings dahin entschieden, keinen der bisherigen Concurrenten fest anzustellen, sondern es ist das Amt provisorisch einem braven Thalmudiften, welcher bisher Handel trieb, Samuel Rapaport, einem Verwandten des Rabbiners zu Tarnopol, und zwar nur auf drei Monate, übertragen. Unterdeß wirdeine Concurrenz eröffnet, und es wird sich nun zeigen, ob sich ein würdiger Candidat findet, welcher den Anforderungen, die 1846 eintreten, entsprechen könne, ober ob abermals, was freilich zweckmäßiger erscheinen dürfte, ein Provisorium vorgezogen werde. — Schließlich noch zu Nr. 31 zu den Studien des Herrn Meklenburg die Bemerkung, daß Thosaph. zu Beza f. 31. a. oben >L1p2 12'N und unten am Schluffe ausdrücklich '"i{ steht, so daß ganz klar die Identität beider Namen erwiesen ist. — Wien (Schluß.) — „Ich erwog nämlich im Allgemeinen die Wandelbarkeit der menschlichen Dinge und Verhältnisse, und wie es namentlich unter uns den Wenigsten vergönnt ist, die Existenz und Zukunft einer spätern Generation auch nur zu übersehen, geschweige denn sicher zu stellen. Die vielen während meiner 56jährigen hiesigen Lebenszeit erlebten Beispiele von Verarmung und Dürftigkeit in namhaften Familien, deren Häupter und Vorfahren wir selbst noch im höchsten Glücke des Wohlstandes und Reichthums gesehen, die mannigfachen Umwälzungen, die wir selbst erlebt; andererseits die Ueberzeugung, daß eben zur Zeit und vor der Hand, der Wohlstand in unserer Gemeinde, durch göttliche Fügung und glückliche Conjunkturen eine so freundliche Gestaltung gewonnen hat, baß es räthlich wäre, für die Zukunft einer dereinst eintretenden Wendung der Dinge vorzuwirken — brachten mich auf den Gedanken, ein Kapital von 7000 Gulden in Conv. Münze und und zwar 100 F. für jedes Jahr meines Lebens, das ich unter Gottes Schutz und Segen verlebt habe — zu einer Stiftung für arme Waisen, ober verarmte Hinterlassene hiesiger Aeltern, von meinem erwähnten Geburtstage an, mit 5"/„ verzinslich zu widmen und anzulegen, in der gewissen Hoffnung und Voraussicht, daß die hier tolerirten lsraelit. Einwohner und die hier domizilirenden israelit. Fabriks-Inhaber, indem sie dasselbe Bedürfniß mit mir theilen und fühlen, auch zugleich nach Kräften eben so werkthätig dem zu stiftenden Vereine beitreten und zur Verwirklichung seiner Zwecke Mitwirken würden. Ueber die Statuten und Normen dieses Vereines kann erst dann eine Bestimmung abgefaßt und festgestellt werden, wenn bereits so viele Mitglieder eingetreten sind, daß bas Resultat und der Erfolg zu übersehen wäre, und würben dann die beigetretenen Mitglieder zur Beralhung, Abfassung und Feststellung dieser Statuten zugezogen werden. Uebrigens versteht es sich von selbst, daß wenn dieser woklthätige Verein zu Stande kommen sollte, vorläufig die Bestätigung desselben und der ihm zum Grunde liegenden Statuten bei der K. K. Landesregierung erbeten werben wird. Vorläufig ließen sich nur als Grundlinien die folgenden Grundsätze feststellen, daß: 1) Von den hier ansäßigen tolerirten Israeliten und deren verehelichten Kindern, so wie den hier domizilirenden israelitischen Fabriks-Inhabern und auch von den bei der hiesigen israelitischen Gemeinde angestellten verehelichten Beamten ein Verein zur Versorgung armer Waisen

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