Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 44 (1.11.1839)
- Date
- 1839-11-01
- Page
- Seite 348 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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348 Zeit, schön und groß für längere Dauer, und ungeachtet des zarten Bodens, gegen die Stöße der Elemente unerschütterlich, zu errichten im Stande ist, und an dessen Errichtung und Erhaltung, unter des Meisters verständiger Obhut, jeder fleißige Arbeiter seine Lust und Freude finden werde. — Literarische und historische Analekten. V o n vr. C a r m o l y. 15. Gefangenschaft des R. Meir von Rothenburg. Die Gelehrten RR. David Zabach, Elasar b. Hazan, Maimon Pinto, sämmtlich in Marocco, haben bei mir angefragt, ob R. Meir von Rothenburg und R. M. Baruch') eine und dieselbe Person sei, wie aus des Joseph Karo Worten und aus den RGA. des R. Mose Alaschkar N. 33 hervorzugehen scheint, und R. M. b. I. Trani ausdrücklich sagt *), daß diese beiden Namen einem Manne zukommen, dem bekannten Lehrer des R. Ascher und welcher im Gefängnisse gesessen hat? oder ob es zwei verschiedene seien, deren einer nämlich, M. v. Rohenburg Levi, der Lehrer des R. Ascher, und der andere M. b. Baruch der Lehrer des Mordechai wäre, wie aus Andern erhellt? 3) In der That spricht manches für eine Verschiedenheit der Person, denn Mordechai 4) nennt den R. Baruch als einen Gelehrten, während R. Ascher3) erzählt, daß R. Meir von Rothenburgs als er in's Rabbinat eintrat, von seinem Vater wegzog? — Auch wünschten sie über das Lebensende des R. M. v. R., von welchem R. Sal. Loria") erzählt, er habe seine letzten Lebensjahre im Gefängniß in einem Thurme zugebracht, etwas näheres zu wissen? Wie die Sache sich zugetragen habe, und wann er gestorben sei? Folgendes habe ich darauf geantwortet. Die Frage ist schon von manchem wackern Gelehrten wiederholentlich aufgeworfen worden; unter andern spriP darüber der große und berühmte Forscher Maleachi cohen in dem trefflichen Werke: Jad Maleacki f. 197. d. und Asulai im Sehern haged. I. 56. & II. 53. u. in s. RGA.') 14. Aus ihren Werten ergibt sich deutlich und unleugbar, daß beide Namen einer Person zukommen und daß cn ') -n, dh 388. -) RGA. |-|K 290. Vgl. Chneseth hagd. dn 248. Sehaar Ephraim 68. Mischne lamelech Sota II. 1. Machse Ephr. Abschn. Zedaka 31. b. Netliivoth Mischpat f. 243. Muzal meesch 35. — 3) Sera Abraham di 3. f. 34. d. Peri kaaretz Th. 1. dh 13. f. 71. a. nach Schalschel. hakk. Vergl. auch Jad Aliroa 165., wo der Unterschied ausdrücklich bemerkt wird. — 4) Zu d>2 Abschn. VI.... — b) Kidduschin I. — 8) Abschn. 18. - ’) rpD’P ohne weitere Beifügung im Mordechai, Asheri & hagaoth Maimoni ebenfalls denselben Mann bezeichnet, dessen Schüler die Verfasser °) dieser drei Werke waren. Diejenigen, welche anders berichten, sind im Irrthum, und am Wenigsten darf man sich auf Gedalja's „Kette der Ueberlieferung" verlassen, wie schon Asulai9) bemerkt, und schon Joseph Salomo del Medigo aus Kandia '") längst von ihm bemerkt hat, man müßte den Verfasser der Kette selbst in Ketten legen, so sehr habe er die Wahrheit durch Lügen entstellt. Einer der Zeugen, welcher das Gegentheil berichtet, hat sogar selbst seine Erklärung zurückgenommen.") — Uebrigens bestätigt auch der Grabstein des R.M. zu Worms, auf welchem beide Namen stehen, die Idendität. Was den Vater betrifft, so hat dies bereits Joseph b. Gavia bemerkt, aber zu schließen ist daraus nichts; denn der Vater war in der That nur ein Privatgelehrter, während sein Sohn an der Spitze aller Gemeinden Deutschlands stand, so daß jener diesen auch als seinen Lehrer behandele.12) Aehnliches Verhältniß zwischen Vater und Sohn berichtet Abr. Sacuth in Iuchasin 132. b. vom Meir Abulafia und seinem Vater Theodorus, der, obgleich auch er einen berühmten Namen hat, doch stets seinem Sohn die Ehren eines Vorgesetzten erwies. Ueber die Geschichte der letzten Lebensjahre des R. M. giebt es mannigfache Berichte. Juch. cd. Krakow 133. a. (Amst. 100. b.) schreibt, er sei im Jahre 65 (d. i. 1305) im Kerker gestorben. Schalsch. hakk. berichtet ebenfalls, er sei 1305 in's Gefängniß gethan, daselbst am 19. Ijar gestorben, aber erst den 4. Adar 1307 beerdigt worden. Zem. David (Offenbach) i. 29. erzählt dagegen, im Namen des R. Hajim Cohen, daß einem alten Buche zufolge, welches Pinehas Horwitz in Krakow besäße, und worin die ganze Verfolgungs- und Einkerkerkerungsgeschichte erzählt wird, die Gefangennehmung im Jahre 1286 unter Kaiser Rudolph statt gefunden habe. Darüber wundert sich Seder hadoroth f. 58. 3., zumal Rudolph (v. Habsburg) ein sehr milder Mann war, von welchem so etwas nicht zu erwarten stand, wogegen Adolph von Nassau (1292) ein harter Regent war, und seine Unterthanen mit Auflagen bedrückte; daher es wahrscheinlicher sei, daß nicht Rudolph, sondern Adolph unfern Rabbinen verfolgt habe; auch findet, diese Vermuthung eine Stütze in einer Bemerkung des Verf. Schalch. hakk., welcher zufolge R. M. am 4. Thamus 5? (1297) eingekerkert ward, was er aber einer andern ältern Nachricht zufolge nicht glaubt. 8) Mordechai ben Ilillel. Ascher ben Jechiel, Meier hacoken, Vergleiche Lewi ben Habib RGA. 130. — ») 50. — 10 *) PpUD 4 a. — n) Jad Ahron piN n. 100., wo er sich auf Salomon di Modena RGA, und Auszug aus R. M. RGA (Cremona), sich beruft und durch eine Tradition bestätigt, um die Angabe des Sera Abraham (dabei vergessend, daß er selbst auch dasselbe gesagt habe) zu entkräften. — I2) RGA. des R. M. ed. Prag 919.