Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 43 (25.10.1839)
- Date
- 1839-10-25
- Page
- Seite 342 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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342 .. // Indem ich mit Dank gegen Gott zuerst, und meine würdigen College» und Amtsbrüder, so wie gegen sämmtliche hiesige Gemeindeglieder zunächst, durch deren freundliche Theilnahme, willige und kräftige Mitwirkung ein solches Resultat nur zu erzielen war, die günstige Gestaltung unse-. rer Gemeindeverhältnisse und Einrichtung in Schule und Gotteshaus, wie in sämmtlichen Wohlthätigkeitsanstalten, überdachte und erwog, drängte sich mir der Gedanke auf, derselben einen Beweis meiner innigen Anhänglichkeit zu geben und den Anfang zu einer neuen wohlthätigen Stiftung zu machen, von der ich für die Zukunft unserer spätesten Enkel die segenreichsten Früchte erwarten könnte." (Schluß folgt.) Sachsen. — So wie früher in Basel ^Landschaft, eben so hat, wie es heißt, vor kurzem die gewaltsame Austreibung eines französischen Israeliten, welcher in Freiberg verweilen wollte, wo einem alten Herkommen zufolge keinem Israeliten zu übernachten gestattet ist, ein ernstliches Einschreiten des diesseitigen französischen Residenten zur Folge gehabt, und veranlaßt die einem französischen Bürger widerfahrene Schmach wichtige Erörterungen, deren nächste Wirkung die Antiquirung jenes inhumanen Herkommens sein wird. Das Weitere steht noch zu erwarten. Literatur. Zur Verständigung über meine Bibel mit Übersetzung, deutschem Commentar u. s. w. Von vr. Herxheim er. (Schluß.) Zu weitläufig, zu verwirrend, zu kostspielig würde es aber für den größten Theil des Publikums sein, wollte der Kommentar neben Beachtung des Mannigfaltigen, das zur Bibelerläuterung bis zur Jetztzeit herangebracht worden, nicht der größtmöglichen Kürze sich befleißigen. Dies ist aber in der Thal keine leichte Sache. Denn dem Stoffe nach fragt sich's fortwährend: Was bei Seite lassen, was aufnehmen? Denn was dem Einen von Interesse, ist dem Andern unwichtig, was dem Einen als nothwendig erscheint, ist dem Andern gar verletzeud. Und dem Ausdrucke nach ist es oft sehr schwer, mit wenigen Worten doch faßlich und deutlich zu bleiben. Wir suchen daher, wie es die erste Lieferung bereits nachweist, immer das Obscöne, das Kabbalistische, das von Vernunft und Zeit völlig Antiquirte, das völlig unkritische Alte, das zu willkührlich hypothesirende Neue auszuscheiden; in der Mittheilung des Gediegenen aber werden wir uns fortan nicht von dem Bestreben nach Kürze (die uns von der Rücksicht auf Wohlfeilheit des Werks so sehr geboten schien) so weit leiten lassen, daß der Ausdruck, wie wir mehrgedachtem Recensenten beipflichten, mitunter undeutlich werden dürfte. Durch jene Ausscheidungen, wie positiv durch Berücksichtigung dessen, was auf dem Wege der fortgeschrittenen formellen und realen Wissenschaften in Bezug auf die biblischen Schriften bis jetzt gewonnen worden, stellt sich der Commentar als ein zeitgemäßer dar, fteisinniges Verehren der Wahrheit, ob sie von Seiten rabbinischer Tradition oder der neuern Schule des Kriticismus komme, mit tiefer Pietät gegen eine altehrwürdige Schrift vereinigend, die Millionen Menschen zum Tröste und zur religiösen und moralischen Erhebung dient, und in Israel mit Aufopferung der theuersten Lebensgüter durch Jahrtausende hin erhalten wurde. Dieser unser Standpunkt wird nicht nur im Commentar, sondern vornehmlich in den allgemeinen Einleitungen zu den besondern Adtheilungen der Bibel, wo namentlich über Verfasser, Zusammenhang re. die Rede ist, sich kund geben. Eine gewiß willkommene Zugabe sind 4) die erbaulichen und homiletisch benutzbaren Andeutungen. Sie sollen dem angehenden Prediger und Religionslehrer nützlich? Winke zur Anwendung vieler Stellen oder Benutzung eines Textes oder Thema's geben, so wie dem weiblichen Geschlechte und Jedem, der die Bibel zugleich als Erbauungsbuch benutzen will, einige Befriedigung gewähren, und so den praktischen Segen der heiligen Schrift vermehren helfen. Der Beurtheiler wird bei denselben nicht übersehen, daß ihr Gehalt, die Hinweisung auf Beleg- und Parallelstellen, die Verbindung der Popularität mit der gebotenen Kürze Mühen verursacht, die nur in dem Bestreben, das Werk recht segensreich zu machen, nicht gescheut werden. Diesem Grunde verdankt dasselbe auch 5) die äußerste Billigkeit des Preises. Wer das Kostspielige des correcten hebräischen Druckes mit Accenten und Vokalen kennt, wird es zu würdigen wissen, wenn von einem so viele Vorarbeiten und ernste und lange Studien bedingenden Werke, wie das in Rede stehende, bei der vortrefflichen äußern Ausstattung — je sechs Bogen, deren Druckso eng gehalten ist, daß z. B. die erste Lieferung schon bis zum 30. Kapitel der Genesis reicht— zu dem ausnehmend billigen Preise von sechs g Gr. geliefert werden. Es gereicht aber dem Herausgeber und Verleger zur Genugthuung, diese allererste hebräische Bibel mit Uebersetzung, deutschem Commentar und erbaulichen und homiletisch anwendbaren Anmerkungen (deren erste Lieferung bereits im Juli den Druck verlassen hat,) durch so ausgezeichnete Billigkeit zum nützlichen Gemeingute aller Klassen zu machen. vr. Herrheimer, LanveSrabbmer zu Anhalt-Bernburg. Denkmal der Liebe und Weihe in sieben Vorträgen für israelitische Jünglinge bei'm Eintritte in ihr vierzehntes Jahr. Von Elias M. Leviseur, Religionslehrer. Kassel. (I. Luckhardt'sche Hofbuchhandlung.) V. 83. S. 8. Dies Büchlein soll Proben von einer würdigen Art der in Familien üblichen Religionsweihe der Knaben darlezen. Ein recht gutes Streben ist in diesen Blättern nicht zu verkennen, und deßhalb halten wir es für gut, statt Ausstellungen an denselben zu machen, den bescheidenen Verf. zu immer gediegenern Leistungen aufzumuntern, welche man nach diesem ersten Versuch zu erwarten haben dürste. Der größte Fleiß wird alsdann auf genaueres Zutreffen der metaphorischen Sprache, und strengere Wahrheit der objectiven Darstellungen zu verwenden sein. Bei den Fragen und Antworten, über deren Umfang die Lehrer individuellen Ansichten folgen, muß auf Präcision der Idee und des Ausdrucks, so wie auf Vermeidung jeder Ueberladung gesehen werden, wie dies bei den Meisten in diesem Buche wirklich geschehen ist.