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Israelitische Annalen · 1839-10-25 · Heft 43 (25.10.1839) · p. Seite 340

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 43 (25.10.1839)
Date
1839-10-25
Page
Seite 340 (sequence 4)
Language
German
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340 wendig erscheinen. Dazu kommt noch, daß das kaiserliche Dekret in seiner ganzen Kraft besteht, und wir mit Zuversicht der Gründung eines Seminars entgegensehen, in welchem künftige Volkslehrer zeitgemäß gebildet werden sollen. Im Jahr 1846 müssen alsdann alle Rabbinen das feftgeftellte Examen machen, und dafern sie demselben nicht gewachsen sind, ihre Aemter verlassen, um besser gebildeten Subjecten Platz zu machen. Schon dieser Umstand macht es rathlich, bei Besetzung der Stelle in Lemberg mit gehöriger Vorsicht zu Werke zu gehen, um nicht den Neugewählten einer wahrlich nicht geringen Verlegenheit preis zu geben, wenn das Gesetz in Ausübung kommt. „Das Zweckmäßigste wäre hiernach wohl, vorläufig die Stelle bis zum I. 1846 provisorisch zu besetzen, und das Amt durch einen Mann versehen zu lassen, welcher die gewöhnlichen Rabbinatsfunctionen versteht. Dies würde zugleich auch den Nutzen haben, daß die übrigen Candidaten, welche sich um Stellen bewerben, und die fungirenden Rabbinen das kaiserliche Dekret bestimmter in's Auge fassen, und bis zum I. 1846 sich den anderweitigen Studien mit gehörigem Fleiße widmen, so daß zur Zeit die Einen in ihrem Amt bestätigt, die Andern zur Bekleidung der Rabbinare fähig befunden werden. In der That, das wäre die größte Wohlthat für die gesammte israelit. Bevölkerung dieser Gegend." Wir vernehmen übrigens zugleich mit dem Eingang dieses Schreibens, daß ein hohes Gubernium wirklich die Lemberger Rabbinatsstelle vorläufig nicht wieder besetzen lassen wolle, und deßhalb fürs Erste einen Stellvertreter ernannt habe. Man glaubt hierin eine Bürgschaft zu finden, daß die Ausführung des mehrerwähnten kaiserlichen Dekrets mit Bestimmtheit zu erwarten sei. Wird die Maßregel mit Beharrlichkeit durchgeführt, so darf man sich eine völlige Umgestaltung der Verhältnisse davon versprechen. (Vergl. Annalen Nr. 48. Correspondenz Lemberg.) Literarische Studien. Von S. Nteklenburg in Königsberg. 5. Ben Balaam. Der Grammatiker R. Jehuda den Balaam aus Toledo. Frühestens um's Jahr 1120 — 40, da er bereits den Mose b. Gecatilia zu kennen scheint (s. A. E. ad Gen. 49, 6), und von A. Gr., wie mich dünkt, an keiner Stelle mit dem . Zusatze ^T, 20 oder yj erwähnt wird; während letzterer den M. b. Gecatilia meistentheils als Hingeschiedenen anführt. A. E. berichtet uns in der Einleitung des Meosnajim, daß er kleine Werke compilirt habe, wahrscheinlich in arabischer Sprache; da es am Schluffe der gedachten Einleitung heißt: 12b, onnn on ünson bi*) Jinuxni rrrwm rvmnono Seine Werke sind etwa folgende: 1) {<npon ''OPO, dies Werk ist zwar edirt, aber die Edition gehört zu den großen Seltenheiten (Wolf, de Rossi und nach ihnen Zunz — in seinen Addit. ad Catal. Codd. Lips.j Cod. XV, — berichten irrthümlich, daß A. E. dieses Buch zu Ps. 4 erwähnt.) — 2) ■pnnn 2DD (Synonymik), .citirt von Isaak hazarchi in rnCl 21DD2 (Venedig 1546. c. 58. f. 444. b.) — D^yCn 'D, erwähnt von Sal. aus Urbino in -;y,!2 bx f- H b- 93 a. (Zunz ib. ib.) Vielleicht hat er auch einen Commentar zum Buche Jezirah geschrieben, indem es bei Samuel Zarza (y-yiuo) unter Anderem heißt: "oyb p X2irv'2 2n2tS> 102) n*T»Si 2SD2 2in2iy 102" Auch hat er biblische Bücher commentirt. Aus A. läßt sich schließen, daß er einen zu den Psalmen verfaßt, da er ihn zu denselben häufig citirt (s. 7, 6. 7. — parallel mit dem Citate ad Gen. 49,6 — 74, 7. 81, 16. 86, 2. 107, 27. 115, 11. 144, 8); und es erhellt, wenn ich nicht irre, aus Maim. in D^non rPTin 20X0, daß er auch den Jes. erklärte, und wenn mein Gedächtniß mich nicht trügt, ersieht man ebendas, das Nämliche in Bezug auf Mose b. Gecatilia. Jedenfalls aber sind die hierher betreffenden Verweisungen von Zunz (in seinen Addit. ib.ib. und in Geigers Zeitsch. Band 4. S. 388) auf pin mix falsch; da dieses Werk weder des Ben Balaam noch M. b. Gecatilias erwähnt. — Einzelne Stellenerläuterungen citiren noch: A. E. (zu 2. M. 5, 19. Zach. 9, 7.) und Sal. b. Melech ad Hiob o. 30. Nachum e. 2 Ende. Zum Schluffe noch, im sefaradischen (spanischen) und griechischen Machsor ist von b. Balaam ein Gebet vorhanden, anfangend 'QOtt'O bv ’HOD, und ein anderes 'von ihm, beginnend -pnX2p 2wy DV2 hat das römische Machsor. S. Zunz, Additawenta ib. ib. *) Wir erfahren, was ich gelegentlich bemerke, aus dieser Stelle, daß das alte, dem Saadia Gaon ungehörige, grammatische Werk 22)X2 D ursprünglich in arabischer Sprache geschrieben war. Dieses, leider nur dem Namen nach bekannte Werk, scheint das Loos mancher seiner Schriften gelheilt zu haben, welche entweder ganz unwiderbringlich verloren gegangen, oder in den Bibliotheken des erlösenden Forschers noch harren. Und die sonderbare Bekanntmachung in der Allgem. Zeitung des Judenthums, welche die Auffindung dieses kostbaren Kleinods ausposaunte, ist offenbar aus einer Uebereilung hervorgegangen; denn jenes gleichnamige Buch in Odessa ist ohne Zweifel identisch mit dem bei einem Karäer in der Krimm vorhandenen Wörterbuche, das dem Karäer den Soliman Abu Said Ellevi Elhasn Elbazri zum Verfasser hat. Vergl. Geigers Zeitschrift. Bd. III. S. 442. S. M.

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