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Israelitische Annalen · 1839-10-17 · Heft 42 (17.10.1839) · p. Seite 335

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 42 (17.10.1839)
Date
1839-10-17
Page
Seite 335 (sequence 7)
Language
German
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bilden, gründlich und unbefangen zu erforschen und zum sichern und deutlichen Bewußtsein zu bringen. Dazu thut Noth: 1) Daß der Urtert der Heiligen Schrift in möglichster Correctheit vorliege. Eine falsche Lesart, eine falsche Verbindung oder Trennung der Sätze, eine fehlerhafte Accentuation, ein veränderter Vokal, ein abweichender Punkt gibt oft eine ganz andere Vorstellung, einen durchaus verschiedenen oder gar entgegengesetzten Sinn und Begriff von dem, was nach dem göttlichen Worte wahr und recht ist, und hat auf Leben, Ansicht und Gesinnung den entschiedensten Einfluß. Nicht umsonst haben die Masorethen unsäglichen Fleiß auf die Zählung, Accentuation, Punctation und Schreibung aller Wörter und Buchstaben der israelitischen Bibel verwendet. Es gilt uns daher vor Allem als Gewissenssache, den masorethischen Tert in dem rubricirten neuen Bibelwerke möglichst vollkommen und richtig zu liefern und die größten Autoritäten in dieser Hinsicht zu Rathe zu ziehen. Dies können mit Recht von uns fordern die Frommen, welche den heiligen Schatz so erhalten und fortgepflanzt wünschen, wie ihn unsre Altvordern mit Aufopferung uns vererbt haben; die biblischen Forscher, welche im Interesse der Kritik den masorethischen Text in seiner Reinheit zu lesen verlangen; die O'IOD, welche die Thora's mit bekannter Genauigkeit nach jenem Texte zu schreiben haben; die und Alle, welche die sabbathlichen Paraschoth mit Sicherheit richtig recitiren wollen; endlich die Lehrer, die ihren Schülern, welche die hebräische Bibel übersetzen, nicht fehlerhafte Wörter sich einprägen sehen möchten, die nur orthographische, grammatische und exegetische Verwirrung, und selbst in deren religiösmoralischen Begriffen um so leichter Falsches erzeugen, als eben die Bibel der Grund und Boden dieser Begriffe ist. 2) eine getreue Uebersetzung. Das tiefgefühlte Bedürfniß einer solchen bekunden schon die seit einigen Jahren auch unter den Israeliten erschienenen verschiedenen Bibel-Uebertragungen. Allein wenn die Uebertragung den Zweck haben soll, uns ganz in den Sinn und Geist des Originals hineinzuführen, ohne sich an dem Geiste und edlern Geschmacke der Sprache, in welcher übertragen ist, zu versündigen, so ist es begreiflich, wie schwierig es sei, eine gute Uebersetzung zu liefern. So sehr wir daher die Arbeiten Mendelsohn's, de Wette's, und der neuern israelit. Uebersetzer höchlich anerkennen müssen, so konnten sie uns doch nicht überall so befriedigen, daß wir uns nicht hätten entschließen sollen, unserm Werke eine selbstständige neue Uebersetzung beizufügen, und wir gestehen, daß je mehr bei unserer Verdeutschung die Aufgabe uns vorschwebt, durch die sorgfältigste und treffendste Wahl des dem hebräischen Worte möglichst vollkommen entsprechenden deutschen Ausdrucks, durch die gleichförmige Beibehaltung desselben, wo immer der Sinn und Zusammenhang es zuläßt, durch Verbannung aller Willkühr bei den Wortbildungen und Wortverbindungen — den Gedanken, die Eigenthümlichkeit und die feinen Nüancen des hebräischen Originals so viel als möglich treu abzuspiegeln und andererseits der Jugend keirr Deutsch vorzulegcn, das in seiner Mangelhaftigkeit während der Schuljahre in ihrem Gedächtnisse eingeprägt, auf ihr Deutschsprechen und Schreiben und mit der Sprache auf ihr ganzes Denken einen unverwischlichen Einfluß üben würde, — wir gestehen, daß je mehr wir die Schwierigkeit dieser Aufgabe erkennen, desto mehr die Worte der gedachten Recension uns erfreut haben: „In der vorliegenden Arbeit finden wir einen correcten Text, eine güte wörtliche Uebersetzung, die sich indessen doch mit der deutschen Sprache zu vertragen sucht, und diese nicht allzusehr hebräisirt." 3) ein vollständiger, kurzer und zeitgemäßer Commentar. Vollständig soll er sein, denn er soll das vollständige Verstehen des heiligen Buches vermitteln; er muß demnach dem Leser ein Bild geben von den dogmatischen und rationellen Vorstellungen, von den allgemein religiösen und moralischen Begriffen und Lehren, von dem historischen, geographischen und naturhistorischen Inhalte der Bibel. Um diesen Zweck zu erreichen, dürfen wir kein Mittel verschmähen, das über die lokalen, geschichtlichen und persönlichen Verhältnisse, oder über den Sprachgebrauch rc. einiges Licht zu verbreiten im Stande ist. Die vorliegende erste Lieferung bekundet daher schon, daß wir keine alte oder neue, jüdische oder nichtjüdische, orientalische oder klassische Schrift, Sprachvergleichung, Reisebeschreibung oder irgend! eine Untersuchung aus dem Kreise unseres Commentars J ausgeschlossen, sobald sie zur Beleuchtung eines biblischen Moments führte. Daher kommen schon in diesem ersten Hefte vor: die alexandrinische und die chaldäischen rc. Uebersetzungen, die Andeutungen im Thalmud, wie die Erklärungen im Midrasch, die Auslegungen von Raschi, Raschbam, Ebn Esra, Kimchi, Nachmanides, Abarbanel rc., wie die Meinungen von Herder, Michaelis, Vater, Rosenmüller, de Wette, Gesenius, Ewald, Bohlen, Tuch rc., die Erläuterungen von Mendelsohn, Heidenheim, wie die Notizen im Iosephus, More Nebuchim u. s. w. Literarisch - Historische Notiz von vr. L. Zunz. Heißt Raschi Iarchi? (Schluß.) 1) Menasse b. Israel sagt nirgend, daß Raschi Iarchi heiße, und überall nennt er ihn R. Salomo. Nur tte termino vitae p. 27 und im Autoren-Register daselbst und von dem Buche de fragilitate steht Iarchi. Seine lateinischen Werke schrieb Menasse bekanntlich für das christliche Publikum, so wie sie auch christlichen Freunden gemidmet sind: möglich, daß ihm die in diesen Kreisen übliche Bezeichnung' einmal entschlüpft ist. Es ist aber bekannt, daß die lateinischen Uebersetzungen seiner Schriften mit Hülfe, wenn nicht

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