Mannheim
Compact Memory

Israelitische Annalen · 1839-10-04 · Heft 40 (4.10.1839) · p. Seite 317

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 40 (4.10.1839)
Date
1839-10-04
Page
Seite 317 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3133765-3133766-3133807--0362-3134495
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

317 den Menschen zur Tugendübung zu führen. Die Wissenschaft, die Philosophie, der Verstand, können hier nur die geeignetsten Mittel zur Erreichung eines Zweckes, eines Gutes, eines höchsten persönlichen Gutes, das sich durch die Natur der Dinge erlangen läßt, darbieten; die Tugend aber, die wahre, reine, ausdauernde, fordert Opfer, sie verlangt Handlungen, welche nicht auf persönliches Glück, auf Güter, die durch die Natur der Dinge zu erlangen sind, hinzielen. Daher glaube ich, daß eine bloß wissenschaftliche Sittenlehre, eine philosophische, rationale, berechnende, jene Opfer nicht fordern kann; und wenn sie solche befiehlt, aufhört, eine Wissenschaft, eine Philosophie zu sein, nicht mehr rationell ist, nicht mehr den Verstand überzeugt, nicht mehr fruchtbar ist. (Schluß folgt.) Maimonides und seineZeitgenoffen. Von Dr. Carmoly» (Fortsetzung.) Zweiter Abschnitt. Maimonides Geburt und Jugendzeit. Ueber Jahr und Tag der Geburt des Maimonides finden sich in einer Sammlung von Handschriften folgende Notizen: „Von der Hand des Nagid, R. Abraham, Enkels des Mose b. Maimon finde ich ausgeschrieben: Mein Großvater R. M. b. M. ist zu Cordova geboren am 14. Nisan, im Jahr 1446 »er. contr. etc." - Am Ende des Schreibens des R. Schescheth bemerkt ein Anonymus: „Vor diesem (nämlich der Anstellung des R. Maimon als Richter) im I. 805, am 14. Nisan, um 3 Uhr Nachmittag, amSabbath, ward sein S. Mose geboren. So sehe ich auch in den Worten des Gelehrten R. Salomo b. Hivan, daß R. Mose geboren ward im I. 4895, d. i. 1446. Contr., 14. Nisan, d. i. 30. März." Dasselbe schreibt David Maimuni von seinem Großvater wie Asarja dei Rossi XXY. pag. 97. 1. berichtet: cf. Schalsch. hakk. 41. 2. Schern haggd. I. 52. 2. und Simon Dur an RGA. I. §. 72. Hiernach ist augenscheinlich in der Unterschrift des 'd, •VINEn wonach unser Mose im Jahr 1479 ein Alter von 30 Jahren gehabt haben soll, fehlerhaft; und muß die eine oder die andere Zahl geändert werden; da alle ältern Quellen über das Geburtsjahr 1416 Contr. übereinstimmen. Alle später vorkommenden abweichenden Angaben rühren nur von unrichtiger Ausgleichung der aera Contr. mit den Weltjahren, dem Tarik al Zafar (Hegra) und der christlichen Zeitrechnung her; wie ich dies anderswo genugsam und mit der sorgfältigsten Berechnung erwiesen habe. Hiernach steht fest, daß Maimonides geboren wurde am 14. Nisan 4895, d. i. 30. März 1135 (13. Djemadi elachr 529 Hegra) zu Cordova, dem Wohnorte seiner Vorfahren. Sein Vater, R. Maimon, war als Gelehrter und Forscher sehr berühmt. Dies erhellt aus einem Briefe des Mose aus Aegypten an seinen Freund R. Jepheth b. Eliahu Dajan, welchen Brief ich von der Handschrift, die mein Freund S. Munk aus Oxford mitgebracht hat, abgeschrieben habe. Darin heißt es: „Nachdem wir uns getrennt hatten, starb mein Vater, segenreichen Andenkens, und es kamen Trostbriefe von den entferntesten christlichen Ländern und von dem Mogreb (Berberei), mehrere Monatsreisen weit her. Er hatte lange als Richter in Cordova fungirt, denn er war im Jahre 909 (1149) nach dem Tode des R. Joseph b. Zadik eingesetzt worden. Auch schrieb er Commentare zum Thalmud." In der Einleitung zu seinem Mischnaeommentar schreibt er, er habe alle ihm zugekommenen Handschriften seines Vaters gesammelt. Auch erwähnt er seiner rühmend Schevuoth xi. 7. und öfter. — R. Maimon schrieb arabisch ein Werk über die Gesetze der Gebete und Festtage, S. Simon Duran RGA. i. §. 2. Ferner einen Commentar zu Alefergani Auszug aus Almagest; s. Dei Rossi p. 126. 1. Außerdem einen Comm: zu Esther, angeführt im Tiphereth Israel p. 118. 1. und im italienischen Machsor (Mscr.) finde ich von ihm eine welche beginnt VlQ "ij? mit seinem Namen in Akrostrichen. Hiernach scheint auch Abr. Zachuth mit Recht zu erzählen, er selbst habe seinen Sohn Mose unterrichtet. Und wenn dieser in seinem großen Werke, Abschn. Schaelah uphikadon V. und im Maor, Aboth Abschn. IV. R. Joseph hallevi (b. Megas) und Isaak Alfasi als seine Lehrer bezeichnet, so ist das nur Ausdruck der Achtung gegen Männer, deren Schriften er fleißig studirte, die aber seine Lehrer nicht sein konnten. (Vergl. Jad Maleachi p. 182. 3. §. 32.) Wenn außer seinem Vater ihn noch jemand unterrichtet hat, so war es wohl R. Joseph ben Zadik hadajan, welcher das Amt des Richters von 898 — 909 (1138—1149) bekleidete (Seph. hakk. 44. 2.), also bis unser M. vierzehn Jahre alt war. Dieser Joseph war nämlich ein ausgezeichneter Gelehrter und auch Dichter, wie A. b. Daud, Charifi, Jed. happenini bezeugen; auch M. selbst in seinem Briefe an Samuel Ebn Tibbon (cd. Prag. S. 16.1.) erwähnt eines Buches Olarn hakaton, welches erzwar nicht gesehen habe, aber nach seiner nähern Bekanntschaft mit dem Verfasser, für sehr geistreich halten müsse. Wie dem aber sei, so viel ist gewiß, daß M. schon als Knabe ungemeine Fortschritte, sowohl in den Thalmudischen Studien als auch in der hebräischen und arabischen Sprache gemacht hatte, welche letztere er entweder unter Anleitung seines Vaters oder anderer Lehrer studirte, bei denen er auch die Arzneikunde erlernte, worin er sich nachmals sehr auszeichnete. Den größten Fleiß wandte er jedoch in der Jugend auf den Thalmud, denn alle Bücher, die er vor seiner Auswanderung verfaßte, drehen sich um diesen; dahin gehören Commentarien über den babylonischen, und Gesetze aus dem hierosolymitanischen Thalmud. Im Eingänge zum Mischna-Commentar sagt er, daß er drei Abtheilungen der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.