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Israelitische Annalen · 1839-09-27 · Heft 39 (27.9.1839) · p. Seite 311

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 39 (27.9.1839)
Date
1839-09-27
Page
Seite 311 (sequence 7)
Language
German
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311 mann. 1. Bandes 1. Heft. Berlin bei L. Fernbach, für 1839. (Jedidja, neue Folge.) Obgleich durchaus frei von jeder Rivalität, vielmehr alles was zur Förderung der Sachkunde und der vcrbreitetern Theilnahme dienen kann, mit Freuden, als ein Zeichen des sich kundgebenden Bedarfs, begrüßend, würden wir doch die Beurt Heilung derjenigen Erscheinungen, welche mit unserem Institute einerlei Bestreben und Zwecke angeben, durchaus für unangemessen halten, und würden daher auch die gegenwärtige Schrift nicht in unfern Blättern erwähnen, wofern nicht die Verlagshandlung des Allgem. Archivs uns ausdrücklich aufgefordert hätte, dasselbe mit der uns eigenen Offenheit und Unpartheilichkeit, übrigens ganz rücksichtslos zu recensiren. Dies zu unserer Rechtfertigung unp zur Abweisung jeder Mißdeutung. Ueber Plan und Anordnung dieser Zeitschrift schweigen wir billig; beides ist Sache der Redaktion, welche übrigens in derselben eine vieljährige Erfahrung voraus hat; eben so über das Bedürfn i ß eines solchen Archivs; denn nichts ist gewagter, als aus dem Studierzimmer bestimmen zu wollen, was in dem Reiche des Geistes eine erwünschte oder was eine überflüssige Erscheinung sei. Zeder Gedanke hat seinen Werth, und die Einkleidung, die er wählt, versucht sich und bewährt mehr oder minder ihre Haltbarkeit; nur die maskirten und heuchlerischen erwecken Unwillen und müssen aus dem Gebiete der Wahrheit hinausgedrängt werben; alle andern haben gleiches Recht, sich geltend zu machen. Wenn wir also urtheilen, so können wir nur die dargebotenen Objecte in's Auge fassen. Und da müssen wir vor allem es loben, daß diese nur aus dem Bereiche der bezeichneten Rubriken gewählt sind, und daß das vorliegende Heft eben so wie die frühere Zeitschrift, deren Folge sie bildet, sich fern hält von persönlichen und lokalen Znteressen und Zwistigkeiten, welche den Gebildeten nicht ernstlich anziehen können, und zuletzt, wenn sie auch bisweilen unterhalten, nur eine widrige Leere zurücklassen. Beschäftigung der Phantasie und des Witzes zur Erholung läßt sich wahrlich aus andern Quellen mtt weit besserm Erfolge schöpfen, als aus dem unruhigen Gewässer der israelitischen Welt, wo ein tiefer Ernst waltet, dessen Stirn noch nicht durch Scherz und Getändel sich entfaltet und erheitert! Wer diesen Ernst nicht erkennt, der hat noch nicht genug das Leben beobachtet, und der wird auch nicht wissen, daß Belehrung und Erkenntniß Noth thut. Der wahrhaft Gebildete aber weiß dieß, und unterstützt gern jedes Mittel, welches dieselbe herbeischafft. Wir wenden uns zu dem vorliegenden Hefte. S.1—11 giebt eine Ansicht von der Fundamental!ehre des Zudenthums, mit Berücksichtigung des Mendelssvhn'schen Ausspruchs in seinem Zerusalem. Es werden hier vorläufig die dreizehn Artikel des Maimvnides vertheidigt, indem sie nicht als System, sondern als zweckmäßige Einleitung zur Volksbelehrung gegeben seien; sie werden hier im Original und dann kurz mit deutschen Worten mitgethei.'t. Hierauf folgen die Ercommunicanden des Maimvnides, in Originali und Uebersetzung (diese Uebersetzung stimmt aber mit dem Original gar nicht überein; worüber wir uns sehr wundern müssen!). Dann folgen S. ll — 13 Mendelssohns Worte über den Tbalmud; nach diesem wäre alles Unschmackhafte in diesem Werke nur die Schale zu edlerm Kerne! Wir haben diese Ueberzeugung nickt gewonnen, und würden sehr oft lieber den Kern nicht genießen, wenn eine so schädliche Schale erst zerbissen werden muß. Es mag wahr sein, daß die Zeiten hierin die Form rechtfertigen, aber dann kann diese nicht für andere Zeiten und insbesondere nickt für alle Bildungsstufen brauchbar sein. Ntzr Gelehrte sind fähig, die Sckätze des Alterrhums aufzuwühlen, und für sie mag M. M.'s. Behauptung Wahrheit haben. Im dritten Aufsätze verlangt man für Baiern israel. Elementarschulen, statt der bloßen Religionsschulen; er enthält manche traurige Erfahrung! IV. Giebt eine hebräische Anrede eines Sterbenden an seine Kinder; Weisheitsregeln in neuem Style mit eingelegten Bibelworten; (nickt correct). v. Ein Gedicht an einen Confirmanden, zur Beherzigung einiger Lehren, dreißig Strophen in otava rima; wir wissen nicht recht, was dies hier bezweckt. VI. S. 43 — 78 ein Eommentar zu Deut. Cap. xxxii. aus des Herausgebers Geiammtcommentar. Wir finden ihn nicht erschöpfend, aber als Probe genügt dieses Stück, um zu zeigen, was man vom Ganzen zu erwarten habe. VII. S. 78 — 85. Religion und Sittlichkeit, ein Fragment, enthält eine Betrachtung über die Verbindung beider, vm. Zustand der Juden in den kultivirten Ländern Europa's, von H. Zsckokke und dem Herausgeber S. 85 —89, vorläufig nur einleitend, sehr flüchtig und unklar in den wenigen historischen Notizen. S. 88 — 89. IX. Enthält eine hebräische und eine deutsche Ankündigung eines masorethischen Wörterbuches von dem Herausgeber. Zn dieser finden wir bemerkenswerth, daß eine Sammlung aus dem Buchstaben bloß bis 5^ reichend, nachweist, an welchen Mängeln die neue Eoncordanz des Ur. Fürst leidet. Er sagt S. 95. „Die hebräiscken Bibel- Concordanzen, sowohl die Burtorfsche. als die jetzt bis zum 9. Heft erschienene, von vr. F., sind nicht nur in Hinsicht der Orthographie, der Jnterpunkton und Acecntuation höchst unkorreckt (incorrecl!) und mangelhaft, sondern auch für den praktischen Gebrauch unvollständig, indem in derselben eine Unzahl von biblischen Stellen ganz und gar fehlt, und daher der Leser bei'm Nachschlagen eines Wortes allzuhäufig im Stich gelassen wird." Freilich ein sehr schlimmer Umstand, wenn dieser Ausspruch durchweg so bewiesen werden kann, wie in der hier mitgetheilten Probe. La Bible, traduction nouvelle, avec l’Hebreu eu regard, accompagne des points-voyelies et des accents toniques (m^jj) avec des uotes philo- Iogiques, geographiques et literaires et les variautes de la versiou des Septante et du texte Samaritain; par S. Cahen, membre de l’Academie royale de Metz et de plusieurs societes savantes, ancien directeur de l’Ecolc des Israelites de Paris. Tome Dixieme. (Les Prophetes, T. cinquieme.) irPET Yirmiahou (Jeremie). C. 1. — 13. et Tome Dix - huitieme. (Les Hagiographes, Tome sixieme,) v'0“l/ Dibre hayamime (Chroniques) 1.17 — Ende. (A Paris chez Pauteur; Girard freres; et Treuttel et Wurtz.} 1839. Wiederum zwei Bände (Hefte) von dem nunmehr wohl schon zur Genüge bekannten,' durch viele Zugaben noch besonders ausgezeichneten Bibelwerke. Es erscheint langsam und in Abihetlungen, wie das bei einem so ausgedehnten Plane fast nicht anders ausführbar sein dürfte. Derselbe Fleiß, welcher die frühern Bände mit reichlichen Noten ausgestattet, wird auch in den vorliegenden wahrgenommen; das Prinzip, die heilige Schrift gauz und gar vom rationalistischen Standpunkte aus zu behandeln, ist trotz der vorgekvmmenen Einsprüche, dasselbe geblieben, was man um der Einheit des Ganzen willen nur loben kann. Der Verf. hat alle einigermaßen wichtigen Hülfsmittel zu Rathe gezogen, und giebt, so oft es irgend nöthig erscheint, Rechenschaft über die Uebersetzung, welche er vorgezogen hat, wie über seine Interpretation. Außerdem verfehlt er nickt, wo sich die Gelegenheit darbietet, auf Mißbräuche in der Praris oder sonst herrschende Mißverständnisse aufmerksam zu machen. Letzteres scheint uns bisweilen etwas gesuckt zu sein, da man, streng genommen, reformatorische Bestrebungen nicht in einem kritischen Bibelwerke erwartet. Jndeß hat der Verfasser solche Bemerkungen offenbar nur in der edeln Absicht, durch sein Bibelwerk zugleich auf seine Zeitgenossen nützlich einzuwirken, eingeschaltet, (vergl. hier insbs. Zerem. S. 36 und 28 Anm.) und in so fern möchte es nicht gerade tadelnswerth sein. — Die Uebersetzung ist durchweg klar, und der Tert fast ganz correct; so weit wir beides geprüft und verglichen haben, zeigte sich nur sehr selten ein Druckfehler. Ueber die Auffassung schwieriger Stellen ist hier nicht der Ort. ausführlich zu handeln.

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