Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 39 (27.9.1839)
- Date
- 1839-09-27
- Page
- Seite 310 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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310 nannten Gelehrten ausführlicher gesprochen, und kommen wieder zu unserm Gegenstände zurück. Nach R. Joseph ward R. Isaak, sein Sohn, in Cordova Richter, und M. benenne ihn mit dem Zusatze Rab. (Sendschr. nach d. Süden, Mscr.; im gedruckten Er. fehle ler Vatername.) Hierauf übernahm im I. 1113 R. Joseph b. Jakob b. Sabal das Richterami), denn der Sohn des vorigen, R. Joseph Hacham lehnte jedes Amt ab, und lebte bloß der Wissenschaft. Dies finde ich in dem erwähnten Brief des R. Schcschelh am Ende wörtlich angemerkt. In einer Handsch. des m3X lese ick, daß dieser R. Joseph die 5t BB., woraus dies Werk eins ist (siehe Dukes Bericht Nr.) 17. 25. jn's Hebräische übersetzt habe. Abulfaraj in Hist. Dyn. p. 331. sagt, daß die Verfasser eine Gesellschaft in Bassora gegen Ende des vierten Jahrhunderts des Hegra (also um's I. 1800) bildeten. Abraham SacutK, welcher überall dem Abuls., auch wo er es nicht sagt, folgt, erzählt (Juch. 148. 1.): UM diese Zeit (380 —Heg. ec. 888) verfaßten die Mitglieder der Aliunn (richtiger Achwan) al Zosa (Brüder der Reinheit) die Schrift Rasail, 51 Briefe; der größte unter ihnen war Salb b. Rafaah. Auch Kalonymus, der Uebersetzer, schreibt dies in der Vorrede, wo der Fehler Abual Zofa, statt Achwan al Zofa abgedruckt ist. Wundern müssen wir uns darüber, daß der gelehrte Forscher, Dr. Zunz, diesen Fehler nicht bemerkt bat, und, nach Wolff, aus diesem Fehler einen Verfasser-Namen gemacht, Aba al Zofa, welchem er (Wissensch. Zeitschrift von Geiger. B. n. p. 319) dies große Werk zuschreibt. — Der erwähnte R. Joseph ist, wie obige Anm. zu Schescheth besagt, von R. Elieser Garmisa lobend gedacht worden; in der Thal finde ich im Rokeach 475 R. I oseph, aber das ist der andere, nämlich der Großvater des Maimonides. Letzterer war übrigens ein treuer Freund des Richters R. Joseph. Dieser starb im biisan 4884 (1124), nachdem er 11 Jahre sein Amt geführt hatte. Abr. b. Daud rühmt ihn als einen der größten Schüler des berühmten R. Isaak b. Juda b. Giath. welcher auch Sänger war. (S. Tachkemoni in.). In dem Werke N'OD von dem trefflichen David Sinzheim, welches ich im Manuskript vor mir habe, steht ein Brief von R. Joseph b. R. Jakob, Richter aus Barzellona, den er aus den Manuskripten der Bibi. R«y. 270 abgeschrieben hat; ich möchte glauben, daß dieser von dem oben genannten Richter R. Joseph b. Sahal herrühre. (Forts, folgt.) Nachrichten und Correspondenzen. (Verspätet.) Schwetzingen, 30. August. — Die Feier des hohen Geburtstages unsers vielgeliebten Groß Herzogs beschränkte sich bei den Israeliten Badens bis jetzt nur auf die Synagogen eines jeden Rabbinatssitzes, während die Israeliten der Dorfgemeinden ihre Gefühle für unfern väterlichen Landesherrn an diesem Tage nicht wie ihre christlichen Mitbürger durch würdige Feier darthun konnten. Diesem Mangel abzuhelfen, hat unser allgemein verehrter Geistlicher, Herr Bezirksrabbiner Fürst von Heidelberg, angcordnet, daß alljährlich außer zu Heidelberg, die Feier des allerhöchsten Geburtstages auch in einer andern Synagoge des. Rabbinats stattfinden solle, wobei die israelitische Schuljugend des ganzen Amtsbezirks die Feierlichkeit durch passende Choralgesänge zu heben habe, und für die dießjährige Feier ward die Synagoge dahier bestimmt. Diese Feier fand nun gestern in der hierzu mit Blumengewinden festlich ausgeschmückten Synagoge Morgens um 10 Uhr statt. Zuerst sang die Schuljugend der Gemeinden Schwetzingen, Reilingen und Hockenheim, unterrichtet von den, wie im Uebrigen, so auch im Gesangunterricht tüchtigen Lehrern Besfels, Flehinger und Marx die von den Rabbinen angegebenen Psalmen 21. 45. 61. 63. 72 und einige von eben demselben bezeichnete Lieder in deutscher Sprache. Hierauf folgte ein angemessenes Gebet, und eine' sehr gehaltvolle Rede des Herrn Bezirksrabbiners Fürst, worin derselbe mit eindringlichen Worten die Gemeinde (es wird an diesem Tage auch der Eid der Treue geschworen) zur Ergebenheit Liebe und Anhänglichkeit aufforderte, die wir der hohen Milde, Weisheit und Gerechtigkeit unsers theuern Landesvaters schuldig seien, die Anhänglichkeit an unser vielgeliebtes Vaterland an das Herz legte und den Segen des Himmels für Fürst und Vaterland erflehte. Der hierauf den Beschluß machende Choralgesang der Schuljugend gereichte, theils wegen der guten Auswahl der Gelänge, dem Herrn Rabbiner, welcher die Feierlichkeit leitete, theils wegen der sehr fleißigen Einübung, den erwähnten Lehrern zur großen Ehre bei der ganzen Versammlung, welche nicht nur aus Synagogenräthen und israelit. Bürgern des Bezirks bestand, sondern welcher auch die Geistlichkeit, löbl. Gemeinberath, sämmtliche Amtspersonen und viele christliche Bürger beiwohnten. Wien. (Fortsetzung.) — In Trieich, einer der mittelzähligen Gemeinden Mährens, besteht seit einigen Jahren ein schöner Verein eigener Art, benannt: nD'Hil' m^n D^jV TQ (Verein zur Assecuranz der Armenhäuser.) Es muß hier nehmlich jeder Hauseigenthümer, oder was dort gewöhnlicher, jeder Inhaber eines Hausantheiles, wöchentlich eine freiwillige Spende erlegen, von welchem Betrage die Häuser der Armen bei der Brandversscherungsgeseüschaft assecurirt werden. Der gemeinnützig wohllhälige Erfolg dieser Anstalt ist bei etwa fich ereignender Feuersbrunst unberechenbar, und dürfte bei allen Gemeinden Israels der Nacheiferung würdig befunden werden. Dieser Verern erfreut sich seil der kurzen Zeit seines Bestehens (durch Vermächtnisse und Synagogenspenden) eines Fonds von 2000 fl. C. M. Uederbaupt äußert ssch in dieser löblichen Gemeinde in vielfacher Hinficht die Macht des fortschreitenden Zeitgeistes, und die schönen Typen der Reform find, wo man hinblickt, fichtbar: Der Unterricht der Jugend wird — obwohl noch keine öffentliche Schule hier zu Stande gekommen — mit äußerster Sorgfalt und bedeutendem Kostenaufwande besorgt. Der Synagogengesang ist, versteht sich mit einem nur schwachen Chore, beinahe ganz dem des Tempels zu Wien nachgebildet und alles anstößige Gesämörke! abgeschafft; der noch allenthalben vorherrschende Mißbrauch des Mitzwothverkaufes abgestellt und selbst das alle Weihe des heiligen Ortes entwürdigende Mi-scheberach-machen auf Antrag des würdigen Rabbiners und Vorstandes gänzlich beschränkt; indem jeder, der es verlangt, mindestens jeden Segenspruch mit einer Spende von 18 kr. W. W. zu einer wohlthätigen Anstalt verbinden muß. Der Rabbiner, ein großer Thalmudtst, aber auch für wissenschaftliche Bildung empfänglich, hält seine Vorträge in möglichst rem deutscher Sprache, die, reine Moral athmend, Anklang finden; und der Mann — der noch äußerst jung und strebsam —läßt für die Folge bedeutende Leistungen erwarten. Der allbekannte vortreffliche Sulz er, Oberkantor des neuen Bethauses zu Wien, dessen meisterhafte weihevolle gottesdienstliche Komposition zu wahrhafter Andacht die Gemüther anregen und erheben, beabsichtigt seine Synagogalmufik für alle Feste und gelegenheitliche Fälle des Jahres eingerichtet, in 4 Bänden (in 8 Lieferungen) herauszuqeben. Bel dem verdientermaßen accreditirten Rufe dieser alldeliebten Gesänge, dürfte dieses Unternehmen nur wünschenswerlh und dessen Erfolg entsprechend wohlthätig und segensreich sein. *) _ (Schluß folgt.) Literatur. Allgemeines Archiv des Judenthums. Zeitschrift für Religion, Cultus, Geschichte und Literatur, herausge'geben von 0r. I. Heine- *) Der Herausgeber der Annalen hat sich bei seiner Anwesenheit in Wien von den dis jetzt einzigen, ausgezeichneten Leistungen des Herrn Sulzer überzeugt, und darf mit Zuversicht in dem hier angezeigten Werke etwas sehr Gediegenes versprechen.