Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 39 (27.9.1839)
- Date
- 1839-09-27
- Page
- Seite 312 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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312 Sehr interessant finden wir verschiedene Kotes supplementäres zum Buche der Chronik; ferner sehr dankenswert die Beifügung der Zunzischen chronologischen Tafel Der jüdischen Geschichte, und ganz besonders die Additions ä la Notice sur le Caleudrier Tbalraudique, par l’auteur de cette Notice, T. III. 170., wenn gleich nebenbei die ganze Schärfe des unerbittlichen Kritikers sich wiederum geltend macht und tief einschneidet. Bereits sind hierbei auch unsere Nachrichten vom Kalender der Karaiten (Jsr. Annalen Nr. 18 vom 3. Mai) angeführt und benutzt, und wir hoffen, daß der geistreiche Verfasser dieser Notiz bei seiner genauen Sachkenntniß uns über denselben Gegenstand noch einige vergleichende Aufschlüsse geben werbe. Er schließt übrigens mit einer starken Polemik gegen die angebliche Menge der israelitischen Feiertage, indem sie, seiner Ansicht zufolge, der Industrie einen bedeutenden Theil der nötbigen Zeit rauben. Diese Ansicht gewinnt an Stärke, wenn alles so streng beobachtet wird, wie es die Gesetzsammlungen vorschreiben, verliert indeß dieselbe wieder, wenn man die Praxis beobachtet, welche in der That dem Drange der Nothwendigkcit nachgiebt. Inzwischen gründet er darauf den Antrag auf gesetzliche und förmliche Abschaffung der zweiten Festtage und des der Zerstörung Jerusalems, durch die Consistorien; indem jene gar nicht ursprünglich gefordert, und nur durch spätere Autoritäten eingeführt seien, dieser als durch die Emancipation in Frankreich zwecklos, und sogar unangemessen, alle Bedeutung verliere. In Beziehung auf diesen Tag einer gottesdienstlichen Trauer oder vielmehr Gedächtniß, scheint uns jedoch hierbei das geschichtlich-religiöse Moment etwas zu sehr außer Acht gelassen zu sein, und Ree. findet nicht, daß solche Feier mit der bürgerlichen Freiheit in Widerspruch stehe, oder mindestens nicht, daß diese geradezu die Abschaffung jener Feier bedinge. — Wie dem aber sei, es ist immer dieselbe Stimme, welche auf Abstellung der Mißbräuche dringt,'und findet sie auch nicht überall und in allem Beifall, so wird sie doch genugsam anklingen, um manchen aus dem Schlummer zu wecken. Und das ist genug! — Eine Beurtheilung des Bibelwerkes müssen wir uns bis zur Vollendung des Ganzen Vorbehalten. nvo rrnrv Der Pentateuch oder die fünf Bücher Mose's in correctem hebräischen Texte mit worttreuer Uebersetzung, vollständiger Erklärung, und erbaulichen und homiletifch benutzbaren Andeutungen, für Juden und Christen bearbeitet von Dr. Salomon Herxheimer, Herz. Anh. Bernb. Landesrabbiner. Erste Lieferung. Berlin. Lewent. 1839. (6 Bogen; es werden 10 Lief, a 7V2 Sgr.) Das vorliegende Heft ist der Anfang eines wohldurchdachten Unternehmens,' womit allerdings einem sehr gefühlten Bedürfnisse abgeholfen werden kann, wenn alles das geleistet wird, was der Verfasser sich vorsetzt und verspricht. Es sind dazu große Vorarbeiten nöthig, um die Fortschritte der Hermeneunk gehörig zu beachten, und Schwierigkeiten anderer Art entstehen aus den praktischen Zwecken, wobei noch über Umfang und Weise der Andeutungen gewiß viel gestritten werden dürfte. — In der vorliegenden Arbeit finden wir einen correcten Text, eine gute wörtliche Uebersetzung, die sich indessen doch mit der deutschen Sprache zu vertragen sucht, und diese nicht allzusehr hebraisirt, und zweckmäßige kurze Erläuterungen. Letztere vielleicht mitunter zu kurz gehalten, so daß sie undeutlich sein dürften. Z. B. S. 50 zu 5. S. 78 zu 67. S. 9« zu 3 u. a. — Einige Andeutungen, zumal, da die Handbibel auch dem weiblichen Geschlechte zur Erbauung dienen soll, könnten der Vollständigkeit unbeschadet kürzer gefaßt werden, oder wegbleiben. (Vergl. S. 52.) Wenn man auch die Ziererei, welche stets etwas Unschickliches zu sagen fürchtet, mit Recht verurtheilt, so braucht man doch nicht öffentlich ohne Noth Themata herbeizuziehen, welche das edlere Gefühl verletzen. Wir bemerken dies, weil es vielleicht für die Behandlung ähnlicher Stellen in den folgenden Heften von Nutzen sein dürfte; wofern Andere unsre unmaßgebliche Ansicht theilen. Die Ausstattung ist gut. Der Preis sehr billig. Nachträge und Berichtigungen Zu Dr. Carmoly's Analekten. Annalen Nr. 7. S. 54. L. st. Letzterer ist noch, und denn er ist, lies: war. Das. S. 55. oben, st. IV. 63. lies: I. Nr. 63. Nr. 8. S. 63. a. st. im QpQ, VI. „wo es in meiner Handschrift heißt," l. „ii. 6. wo es in der Randnote heißt." Das. st. er erzählte mir, l. man erzählt mir. Nr. 11. S. 86. a} nach: die Wahrheit ist uns näher verwandt, muß hinzugefügt werden: Sein Vater R. Gerson (Gerschon) ist als einer der größten Gelehrten Cataloniens bekannt, und zwar durch sein Werk ■nyttf über Naturkunde, Astronomie und Theosophie, nach Ptolemäus, Alfaradi, Abu Naser, und Eben Roscho; wiewohl er darin auch aus spanischen und französischen Werken vieles wörtlich abgeschrieben hat, ohne die Verfasser zu citiren. Dasselbe ist zweimal gedruckt, 1) Venedig 307 (1547 4to. 64 Bl.), herausgegeben von Meir b. Jakob Frenz; 2) in Rödelheim 561 — 1801 in 8. von W. Heidenheim. Sein Großvater R. Salomo übertraf ihn in jüdischer Gelehrsamkeit und Heilkunde, und war beim Könige von Kastilien in hohem Ansehen. Ich besitze einen Brief in Manuskript, welchen sein Vater, R. Mose b. Nachman, ihm aus dem gelobten Lande schrieb, und worin er ihn ermahnt, sich am Hofe mit der gehörigen Ehrfurcht und Würde zu verhalten. —Aus allem geht uns sein Stammbaum klar hervör, nämlich es folgen als Descendenten des Nachman, Mose, Salomo, Gerson, Levi; letzteren Namen erhielt unser Gelehrter nach dem Vater seiner Mutter, der R. Levi Cohen bieß. Nr. 12. S. 94. a. So schreibt auch der Großvater,.... muß heißen: der Urgroßvater meines Großvaters. Nr. 13. S. 101. a. nach: „an seiner Tafel hatte" ist hinzuzufügen: Am Schluffe seines Comm. zum nDlSri D des Aristoteles , in dem Manuscript der Kvnigl. Bibliothek Or. 111 findet sich die Angabe, daß er diesen Comm. in Huesca im I. 206, d. i. 1446 vollendet habe. Nr. 20. S. 154. a. st. mit erklärenden Anmerkungen versehen; l. mit kurzer Inhaltsangabe der Kapitel versehen; s. meine Notice sur Benjamin de Tudele et ses voyages. p. 38. Nr. 23.181. a. st. D’Wn l.; und nach „in 5 Abtheilungen" ist hinzuzufügen: Am Schlüsse dieses Werkes CTN'pttn -lyfc' Mser. der Kvnigl. Bibl. zu Paris Nr. 441 finde ich bemerkt, daß Isaak Israeli es beendigt habe im Jahr 5«90, d. i. 1330; woraus ersichtlich, daß er den R. Ascher überlebt hat; demnach haben Juch, und ave nachfolgenden Historiker fehlerhaft berichtet. — St. Netlmneel I. Nathanel. Das., von welchem ich anderswo Meldung gethan habe; hier ist hinzuzufügen: 8. m. vie de Saadia Gaon. pag. 14. Nr. 24. S. 188. b. ist zu lesen 20, Leumund, 21. Letzte Pflicht; und st. 8oncino 1488 lies: 1484; u. st. welcher mit einem Comm.... versehen, ist zu lesen: welcher mit einemCommentar versehen, von Iosua b. I. gedruckt. Wohlthätigkeit! (S. Bogen 38.) Ferner ist eingegangen: Für Nr. 1 — 6, 2 fl. 24 Kr., Nr. 14, 2 fl. 42 Kr., Nr. 21, 36 Kr., Nr. 22, 6 fl. Zusammen 11 fl. 42 Kr. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.