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Israelitische Annalen · 1839-09-27 · Heft 39 (27.9.1839) · p. Seite 309

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 39 (27.9.1839)
Date
1839-09-27
Page
Seite 309 (sequence 5)
Language
German
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309 bensverhältnisse, seine Zeitgenossen und die Charakteristik seiner Zeit, seine Schüler und Freunde, seine Anhänger und Widersacher, und kurz alle Umstände, welche seinen Wirkungskreis beleuchten können, um dadurch seine Aussprüche und Lehren verständlicher zu machen, eine Nacheiferung zu erwecken, und dem unvergleichlichen Manne ein würdiges Denkmal zu setzen. Erster Abschnitt. Abkunft des Maimonides. Zn seinem „Sendschreiben nach dem Süden," welches er an den Gelehrten R. Jakob den Nathanel den Majumi erließ, bezeugt er, daß er einen uralten, in seiner Familie bis zur Einwanderung seiner Vorfahren nach Spanien hinaufrückenden Stammbaum besitze. Allein die vielen Verfolgungen, welche die Israeliten in Spanien zu erdulden hatten, sind wohl mit daran schuld, daß derselbe in Vergessenheit gerieth, obwohl es scheint, daß seine Vorfahren alle einigen Ruf als angesehene Männer gehabt hatten. Uns ist nur gestattet, bis zum siebenten Vorfahr zurückzugehcn, von welchem herab alle einen Namen in Israel erworben haben. Der erste ist R. Obadjah, ein bedeutender Gelehrter, Richter in Cordova, zu einer Zeit, da Gelehrsamkeit in Spanien noch zu den Seltenheiten gehörte. In der oben erwähnten Bemerkung des Sendschreibens, so auch unter den Namen der Vorfahren des M. am Ende des Comm. zur Mischna, ist er genannt. Eben so bezeichnet ihn in derselben Eigenschaft der Nasi R. Schescheth b. Js. aus Saragossa, in seinem herrlichen Briefe an die Gelehrten Lünels zur Rechtfertigung gegen den R.Meir levi äus Toledo. Wenn aber Abraham b. Daud seinen Namen nicht mit aufführt, so liegt es daran, daß dieser nur Schuloberhäupter nahmhaft macht, andere Gelehrte aber und Schriftsteller, als: Sahal b. Basar, Elieser Aluf, Esra b. Sparot und s. S. Jsaac, Amram b. Jsaac, Samuel, Abun, Menachem b. Serug, Jacob b. Elieser u. a. mit Stillschweigen übergeht. Nach dem Tode dieses R. O b a dj a h wünschte sein Sohn Salomo des Vaters Stelle zu bekleiden, aber die Gemeinde zu Cordova zog einen ausgezeichneten Schüler des vorigen Richters, Namens R. Nathan vor; wie ich am Schluffe des tPHp von Maimonides als Nachricht bemerkt fand. In derThat nenntMaim. diesen Salomo nicht mit dem Titel Richter. Dieser R. Nathan hatte lange Zeit sein Amt verwaltet, als aus Italien der berühmte Mose, von Bari zubenannt, ankam, dessen große Gelehrsamkeit ihn vermochte, abzudanken und dem Fremden seine Stelle zu überlassen, wie dies aus dem B. Kabbala bekannt ist. Später jedoch, als R. Salomo schon tobt war, und da der Streit zwischen Joseph b. Stanas und R. Han och b. Mose ausbrach, ward R. Obadjah, S. d. Salomo, durch Verwendung des Jakob b. Gav zum Richter ernannt. (Ueber alle diese s. Gesch. d. Israel. B. VI.) Diese Nachricht findet sich von anonymer Hand am Schluffe des gedachten Briefes des R. Schescheth. — Nach R. Obadjah trat in dasselbe Amt sein SohnR. Joseph ein, als Freund des Mose b. Han och bekannt. Damals ward Cordova durch Krieg verheert. Eine Menge Gelehrte verließen diese Stadt. R. Jona b. Giannach floh mit andern nach Saragossa; R. Isaak b. Chalpon, (pD*?!)/ Nicht bn wie Tachkem. III. gedruckt ist) und R. Juda b. Hanina nach Toledo; R. Samuel b. Joseph, b. Gicatilla nach Malaga, wo er den berühmten Sänger Salomo den Gabirol antraf. Hierbei finde ich Veranlassung zu bemerken, daß Jona b. Giannach einerlei ist mit R. Marinus (s. David Kimchi xMichlol. 43. 1. Ab. Es. zu Jes. V. 13 und Arnos 3) und daß der flüchtige Verfasser des Schalsch. hakk. mit Unrecht letzter« zum Vater des erster« macht. Sein Vater hieß Hisdai, (Ab. Es. Mosa. 32.1.) und er selbst heißt arabisch: Abul Walid Merwan Ebn Djanah. Vergleiche Juda den Tibbon in der Vorrede zum n£pnn 'D, und Abr. b. Daud in Kabb. — Er darf nicht verwechselt werden mit Abu Walid b. Uisdai, einem andern Grammatiker, (S. des Hisdai b. Js. b. Sparot) den er selbst als schon verstorben in genanntem Werke Cap.xiv. citirt.— Derselbe gedenkt auch der andern hier genannten Männer rühmlichst, insbesondere aberR. Isaak b. Saul, (Cap.xiv. des Kitab Al Lama), eines sehr talentvollen Dichters, von dem er einen Vers anführt, den man schon damals aus Mißverständniß fast allgemein als der Sprache nicht angemessen abgeändert hatte, wogegen Isaak b. Sahal aus Telmessan die ursprüngliche Lesart in Schutz nahm. (Die Stelle selbst ist nicht übersetzbar, und hat auch nur im Original Interesse.) Derselbe Sänger wird auch citirt Ab. Es. ad. Jos.XIV. 5. XLIX. 8. Ps. CXLVII. 3u. a. — Samuel b. Joseph b. Gicatilla ist der berühmte R. Samuel hannag id, Verfasser vieler Werke, besonders der 22 Bücher über Sprachwissenschaft, s. Ab. Es. in Jesod Mora (nämlich Mscr.; denn in den gedruckten Ausgaben steht dies nicht, und dafür sind fremde Dinge eingeschoben, wie häufig in diesem vortrefflichen Werke geschehen) gleich im ersten Abschnitte, wo es heißt: „In der That ist es nützlich, daß jeder Verständige sich mit den wissenschaftlichen Regeln bekannt mache, nur nicht darauf alle seine Zeit verwende; man lese die Werke des R. Juda des ersten Grammatikers, wie des R. Marinus (Merwan) und die 22 Bücher des R. Samuel hannagid." Derselbe war wegen seines schönen arabischen Styls hochgestellt; vergleiche Juda Ebn Tibbon in seinem Ermahnungsschreiben an seinen noch jungen Sohn, wo er unter andern sagt: „Auch das Arabisch - schreiben, welches du schon vor sieben Jahren begonnen, ohne doch meinen dringenden Wunsch zu erfüllen, muß ich dir empfehlen. Du weißt, daß dieß bei allen unfern angesehenen Genossen bas Mittel zum Emporkommen war. Der Nagid (Samuel) sagt selbst, daß er nur seiner Feder alles verdanke, und eben iso sein Sohn; auch in diesem Lande (Provence) gelangte der Nasi R. Scdescheth dadurch zu Rcichthum und Ehre, und konnte im Reiche des Islam so vieles durch Freigebigkeit Kisten." — Salomo b. Gabirol schrieb unter andern ein Werk QYin *np£, welches Schein Tob. Palkira oft im More hammore anführt, auch im Auszuge bearbeitet hat. In der Vorrede zum Auszug (Bibi. Roy. Mscr. 239) wird noch eines andern Werkes dess. Df. unter dem Titel D^pl p erwähnt, worin von dem geistigen Lebensprinzip in'allen sich bewegenden Körpern, nach ältern Ideen, gehandelt wird.... Wir haben anderswo schon von ihm und den übrigen hier ge-

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