Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 38 (20.9.1839)
- Date
- 1839-09-20
- Page
- Seite 300 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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300 Kräften, worüber wir zu gebieten haben, den erwarteten liefen Eindruck nickt verfehlt. — Indem wir nun hiermit den Gesang der öffentlichen Prüfung übergeben, würden wir auch den Musiksatz beifügen, wenn wir nicht ohnedieß gesonnen wären, im nächsten Jahre, wenn der Herr Kraft und Leben verleiht, eine kleine Sammlung deutscher Gebete und Gesänge, wie sie bereits in unserer Synagoge abgekalten werden, herauszugeben. Leopold Stein, Rabb. ErsreStrophe. O Tag des Herrn! Du nabst — Und das Herz erbebt Und Schauer fassen die Seele. Sie gedenket ihrer Misselhat, Sie gedenket, daß ihr Richter naht Und zittert. Sie dangt, sie zagt, sie weint, sie zagt Und vergeht in Thräncn. Fasse Muth, belastet Herz! Sckau du nur trostvoll himmelwärts! Gütig ist der Herr, Gern giebt er Gewähr, Naht, sich auszusöhnen. — Herr! Gott! sieh'. Sieh' meines Herzens Wehen Und neig' dein Ohr! Herr! vernimm. Vernimm mein heißes Flehen! Oeffn' uns dein Thor! Nim weg die Missethat, Oeffn' uns das Thor der Gnad' Und zieh' uns empor! Zweite Strophe.*) Horch! — die Stimme des Herrn! — Sie naht Mit des Abends Wehen, Und Andacht wallet und Stille. — Brüder, hört, wie mild hie Stimme tönt; Menschen! —ruft sie—Kinder, o versöhnt. Versöhnt euch! — Hört, o hört den Ruf des Herrn! Trocknet alle Thränen! Brüder, kommt, o kommt heran! Schließet, schließet euch liebend an! erz soll morgen rein, ein und friedvoll sein — Eilt, euch zu versöhnen! Horch, wer weint? — Es weinen verlassene Freunde — Schließt neu bas Band! Horch, wer klagt? — Es klagen verstoßene Feinde — Haß sei verbannt! O liebt, wie Gott euch liebt! Vergebt, wie er vergiedt! Reicht euch treu die Hand! Dritte Strophe. Nun — Tag des Herrn! So nah — Und fülle die Herzen Und fülle mit Wonne die Seelen! *) Die zweite und dritte Strophe sind in verhältnißmäßig steigender Bewegung vorzutragen. Don dem Abend bis zum Abend hin Heiliget vor Gott den Erdensinn Und betet! Empor, empor — zu Gott empor Schwingt euch, Erdensöhne! Stimmet an Gebet, Gesang! Folget, folget dem Himmelsdrang! Schwinget euch empor! . In der Engel Ehor Stimmt, ihr Seelentöne! Tag des Herrn, O sei ein treuer Bote! Bring Heil und Glück! Tag des Herrn, Komm mit dem Abendrothe! Hell strahl dein Blick! Bis wieder Abend naht. Führ' auf lichtem Pfad! Führe uns zurück! Wir lassen hier noch die Uebersehung eines Gesanges zum Vorabend des Versöhnungstages, als Probe aus einer Sammlung, welche der Verfasser, Herr M. E. Stern in Wien, herauszugeben beabsichtigt, folgen: p DJÖNi Am Vorabende des Versöhnungstages. Ach, fürwahr. Uns Gefahr Droht der Sinne Glühen; Sühn' du Schuld, Hehr an Huld, Sprich: ich Hab' verziehen! Späher scheuch', Unbild gleich, Sammt dem Leumundsstreben! Kund als Freund Wohlgemeint, Uns das Wort: vergeben! Kläger nicht; Den der spricht Uns bas Wort — laß mühen; Ihn beschütz'. Daß er nütz' — Durch den Spruch: verziehen! Abram's Müh'n Mag Erblüh'n Seiner Rose geben; Tilg' Vergehn, Und aus Höh'n Ruf': ich Hab' vergeben! Huldbekrönt, Sei versöhnt. Laß die Sünden fiiehen; Hör uns, Hort! Künd' im Wort Uns aus Höh'n: verziehen! Heil' was wund; In den Scklund Senk' das Sündenstreben. Dein ist Lob, Sprich darob: „Um mich sei vergeben!"