Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 33 (16.8.1839)
- Date
- 1839-08-16
- Page
- Seite 263 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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263 des Auslandes.) Därmstadt bei Pabft 1839. SS* S. «M. Dies Werk hat-dieselbe Richtung, wie« die Werke des Oldenburger Rabbiners; es verwebt das ganze rabbinische Ceremomal-Gesetz mit der Religionslehre. Dieselbe wird hier in zwei Theile zerlegt. Nach einer Einleitung über Begriff, Quellen, Authenticität re. erfolgt 1) die Lehre von der Erkenntniß Gottes (Glaubenslehre), seinem Wesen, seinen Eigenschaften und Werken; von den Offenbarungen (gewesenen und künftigen, oder dem Messiasreiche) und von Vergeltung diesseits und jenseits; 2) von der Verehrung Gottes (Pflichrenlehre), gegen Gett, Gebot 1 — 4 der zehn Gebote; gegen Nebenmenschen und andere Geschöpfe und gegen uns selbst, G. 6 —10. Letzteres eingetheilt in Sorge für cseele (nach den drei Seelen-Vermögen) und für leibliche Wohlfahrt. Auf das Fachwerk, worein der Stoff gethan wird, kommt im Ganzen nicht viel an, wenn es nur so gebaut ist, daß Alles auch von dem Geiste als aus einem Prinzipe fließend erfaßt werden kann. Der Vers, hat alle Mittel aufgeboten, um dies zu erzielen, und daher überall, wo der Widerspruch oder Mangel eines innern Zusammenhanges sogleich eine auffallende Schwierigkeit macht, entweder eine Muthmaßung oder sonst einen traditionellen Grund angegeben, oder sich auf blinden Gehorsam berufen. Alle diese Mittel schlagen indeß fehl, und nur das letztere kann in seinem Systeme gelten, wenn überall die Art der Verbindlichkeit ermittelt und ausgemacht wäre. Wer wird ihm aber zugeben, daß es (S. 71) ungesetzlich oder gar unanständig sei, mit unbedecktem Haupte unter freiem Himmel einherzugehen, und daß die Bibelstelle: „daß er an dir nickt eine Blöße schaue" dahin ziele? oder (S. 58) daß die h. Schr. der Unsterblichkeit der Seele darum nicht erwähne, weil sie übersinnlich sei und nicht begriffen werden könne; als ob die Lehre von Gott nicht eben so sehr den Bereich der Sinne überschritte? Wo steht ferner, daß die Menschheit zur Zeit der Gefangensckaft in Aegypten den höchsten Grad der Sündhaftigkeit erreicht habe, und daher der Erlösung bedurfte, die daher mit Israel ansing (S. 41)? Aus welcher Erfahrung und Naturkunde wird wohl bewiesen, was S. 130 behauptet wird, daß die im mosaischen Gesetz verbotenen Speisen (Thicrarten re.) dem Thiere im Menschen das Uebergewicht geben und Geist und Gemüth stumpf und träge machen? Wir bezweifeln sehr, daß alle großen Philosophen, Gelehrte, Künstler und Märtyrer aller Nationen, deren geistiges Uebergewicht die Kultur auf eine solche Höhe gesteigert hat, daß die Brutalität immer mehr verschwindet, sich durch Enthaltung von jenen Speisen diese Präponderanz verschafft haben! — Die Sittenlehre des Herrn vr. A. ist ganz vortrefflich, und obgleich strenger Anhänger des Rabbinismus entsagt er dock, und mit ihm ave seine Approbatoren, offenkundig den verschiedenen irrigen, einer veralteten Zeit angehörigen, misanthropischen und fanatischen, Unterschiede statuirenden Vorschriften des Thalmuds, des Maimonides und I. Karo dadurch, daß er diesen Theil seiner Quellen mit vollem Stillschweigen übergeht. Nur beim Zinsgesetze, S. 104, ist noch aus dem mosaischen Gesetze eine Unterscheidung beibehalten. — Auch beruft sich der Vf. fast überall auf die heilige Schrift selbst, und nur beim Eeremonial auf Rabbinen. Freilich sind die Citate öfters sehr gezwungen, z. B. (S. 136): heilige Achtung und Ehre soll Jeder erweisen seinem Stiefvater, seiner Stiefmutter, dem ältesten Bruder von Vater- oder Mutterseite, — und das (oll fließen aus Micha Vii. 6Ü — Eben so seltsam ist bisweilen die Berufung auf Legenden als historische Thatsachew, z. B. S. 122 wird in allem Ernste denselben Schülern)! denen dies Buch Naturkunde und Entfernung jedes Aberglaubens zur Pflicht macht, erzählt, daß einst viele tausend Schüler des R. Akiba von der Pest hingerafft worden, weil sie einander nicht geehrt haben! Für die Auswahl der bessern Grundsätze aus den Rabbinen und stillschweigende Verwerfung ihrer Härten wird ihm Jeder Dank wissen; nur hätte er nicht behaupten sollen, tz. 15 u. 16, daß zwar das Gesetz unverändert bleiben mußte, weil jede Abänderung (Zusatz oder Verminderung) verboten; aber doch viel zu dessen Erhaltung von spälern Lehrern neu verordnet worden, weil dies andrerseits geboten sei (ein klarer Wjderspruch); daß der Thalmud vom Rabbi (soll heißen: Rad) Aschi geschlossen sei, und daß dennoch spätere Hinzufügungen darin enthalten seien u. s.w. Falsche Schreibungen, wie Tyberias, oder Ausdrücke, wie: sie thaten Sünde (41); Gott thut seinen Geschöpfen gern Gutes, oder schwankende Orthographie, Matzo, Matza (S. 110), Maror, Moror u. dergl. hätten, wie so manche unrichtige Uebersetzung der Bibelverse, leicht vermieden werden können. — Volksbücher. Die Schicksale der Familie Hoch. Ein Lesebuch zunächst für das jüdische Volk und seine reifere Jugend, verfaßt von Simon Krämer, Religions- und Deutschem Schullehrer. Dinkelsbühl. Walthr'sche Buchh. 1839. XII. 143 S. kl. 8. Je mehr dieser, höchst ungeschickt abgefaßte Titel geeignet wäre, ein Vorurtheil gegen dies Büchlein zu begründen, desto mehr beeilen wir uns, auf diese in der That vortreffliche Volksschrift aufmerksam zu machen, welche sowohl in Inhalt als Form allen Anforderungen entspricht. Der Vf. entwickelt in der Vorrede kurz seine An- und Absichten, und wer die Verhältnisse kennt, wird ihm gewiß beipflichten. Im Allgemeinen soll dies Buch, als eine recht unterhaltende Familiengeschichte, das minder unterrichtete Volk mit jüdischen Lebens- und Religions-Ansichten vertraut machen, viele Vorurtheile bekämpfen, falsche Ideen berichtigen, und eine kernichte Gesinnung einflößen, welche für alles Gute empfänglich macht. Das ganze Colorit, die Sprache und die Haltung des Ganzen verdienen die lobendste Anerkennung/ Der Stoff ist in 18 Capitel vertheilt, denen jedem ein schönes Motto aus der h. Schr. und eins aus profanen Schriftstellern, ähnlichen Inhalts, vorgestellt ist. (Wir wundern uns nur, daß immer das profane Motto vorangeht.) Es steht zu hoffen, daß das Merkchen recht stark verbreitet werde. Der Preis ist billig. Bemerkungen zum Salomon'scherr Bibelwerk, von H. Heß in Äier. (V o r e r i n n e r u n g). Da Herr vr. Salomon die Fortsetzung der begonnenen Bemerkungen verlangt, so geben wir hier mit Genehmigung des Herrn Ree. einen genügenden Auszug seiner Reccnsion, sowohl zum Nutzen der zahlreichen Besitzer jener Bibel, als auch zur Steuer der Wahrheit, welche verlangt, daß Werke dieser Art öffentlich gewürdigt werden. Wir hoffen, baß man den Raum, der auf diesen Gegenstand hier verwendet wird, nicht für verloren halten werde. Wir kürzen übrigens nur den Ausdruck, nicht den Inhalt. Die Uebersetzung, sagt Herr H., ist im Allgemeinen gelungen, obgleich nicht frei von Fehlern, wir wollen auch unwichtige nicht verhehlen, damit das Werk in zweiter Auflage vervollkommnet erscheinen könne. Josua VIL 5. zu den Brücken, wahrsch. st. Brüchen. Aehnl. Drucks. XIX. 22. XXH. 28. IX. 5. an ihrem Fuße, st. Füßen. Pl. — 23. von uns, steht nicht im Terte. Ebenso zu uns, Rich. XIII. 17. zu ihm XIX. 3. XIII. 3. die 5 Gebiete; besser: Fürsten, wie überall. Richter II. 3. Fußeisen, nach welcher Etymologie? V. 2. Frei, frei ist Israel rc. ist neu und sehr gut. V. 12. Bark st. Barak; 17. Aschur st. Ascher. VII.1. Mora st. More. xii. 14. Eselsfüllen, dagegen x. 4. Füllen.