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Israelitische Annalen · 1839-07-19 · Heft 29 (19.7.1839) · p. Seite 231

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 29 (19.7.1839)
Date
1839-07-19
Page
Seite 231 (sequence 7)
Language
German
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231 mosaischen Vorschriften, und hauptsächlich betreffenden ccrcmonial und ritual Gesetzen sollen abgeftellt werden, nebst Zurechtweisung der Herren Or. Luzzatti und Dr. Regio auf ihre mißverstandenen Stellen, und aufgebürdeten, zur Herabwürdigung, des längst anerkannten Gelehrten, Weisen, berühmten Rabbi M. Maimonides in seinen verschiedenen theologischen Schriften vom Verfasser Salomon Rosenthal in Pefth. (Ofen 1839. 86 S.) Dieses Schriftchen, dessen Titel wir hier diplomatisch genau copirt wiebergeben, auf welchem unten noch ein nNnn '□ ähnlichen Inhaltes von den R. R. Nach man Coden Fischman, Mendel Mohr, Jakob Ments, Jakob Budek aus Lemberg, als ein Seitenstück angekündigt wird, ist ein hebräisch rabbinisches Libell gegen die drei genannten Männer, deren richtige Namen übrigens bereits auch aus den Annalen bekannt sind. Eine traurige Erscheinung! Eine Verfechtung, die ihrer eigenen Parthei die empfindlichste Niederlage beibringt! Was soll man aber zu obigem Titel sagen? Der Vf. liest deutsche Werke, wie sich aus dem Inhalt ergiebt. Sollte er wirklich nicht der Sprache so weit mächtig sein, um die Fassung dieses Titels würdigen zu können? Und wozu dient er weiter, da das Werk kein Wörtchen Deutsch enthält, als die Unwissenheit des Schreibers dem Mitleid bloß zu stellen? — Es ist wahrhaft betrübend, was für Leute sich unterfangen, über so wichtige Streitpunkte ihre Stimme abzugeben! Was hat man nun wohl von dem Seitenstück zu erwarten? Predigten. Friede, Freiheit und Einheit. Sechs Predigten, gehalten in der Synagoge zu Dessau. Von Sam. Hirsch, Anhalr-Dessauischem Landrabbiner. Dessau. 1839. Diese Reden wollen, der Vorrede des würdigen Derf. zufolge, mehr nach Inhalt als Form beurtheilt werben. In der That fassen dieselben das religiöse Element tiefer auf und drücken das Confessionelle schärfer aus, als viele andere Predigten. Er will nicht negiren, sondern feste Religiosität begründen und sucht daher überall den Kern der Lehre zu entwickeln. Die Predigten sind daher mehr belehrend als erbaulich, doch wird auch das Erbauende nicht vermißt. — Wir erwarten vom Verfasser weitere Vorträge, und dürfen voraussctzen, daß er in der Folge stets eine achtwissenschaftliche Exegese der heil. Schrift zum Grunde legen werbe, wodurch von selbst die Einlegung fremder Gedanken in den Text oder in anzuführende Thalmud- und Midrasch- Stellen, vermieden wird. Dieselbe Klarheit muß auch bei Deutung der Ceremonien und Einrichtungen obwalten, weil das Symbolisiren leicht auf Abwege führt. Die Auffassung der Wunder, des Meffiasglaubens und mehrere etwas zu stark aufgetragene Ansichten in vorliegenden Blattern, dürften vor der Wissenschaft nicht gebilligt werden, oder könnten leicht mißverstanden werden. Diese schwachen Andeutungen machen wir im freundlichsten Sinne, und wünschen nur, daß der Vf. seine redlichen und für Israels Heil gewiß ersprießlichen Bestrebungen mit Kraft durchführen möge. Die theologische Wissenschaft darf sich davon reiche Früchte versprechen. I. Kahn. Der Inhalt dieser Predigten wird sowohl die Amtsbrüder des Vf. als auch andere Freunde dieser Literatur interessiren, er betrifft: das geistliche Amt, die Geistesfreiheit Israels, den Messiasglauben, die Einheit der Bibel, den Namen Israel, und Israels Mission. Viele Bibel- und Thalmudstellen sind in Bezug genommen, was sein Gutes hat, doch ist vielleicht des Guten zu viel. Die deutsche Sprache finden wir etwas zu sehr manierirt. Sonst aber leuchtet eine treffliche Gesinnung und lebendige Frische überall hervor, und alle Leser werden ihm zu seiner neuen Laufbahn von Herzen Glück wünschen! _ I. Anfrage. (Mitgetheilt vom Herrn I. S. R.) „In Roderici Cari Antiquitt. Hispall. I. 23 wird berichtet. daß ein Stein in der Domkirche zu Sevilla folgende spanische Inschrist trägt: 1'estirnonio deste turnulo y desta losa, por senal y por memoria, veis aqui e scrita que aqui fu enterrado el tesoro de todos los vasos de cudicia (?) por la ley y por testnmento y con la sabiduria, del nombre de Dios alli hablo maravillas, y con el fu enthesorado el libro de las medicinas arbol de la sabiduria fiel o maestro misericordioso, recto, y constante, y fiel Rabi Salomon hiio de Rabi Abraham, biio de Gais, hiio de Baruc, fue acogido a su pueblo; audava en su perfecion el mes Sivain ano de cinco mil y ciento y cinco. Wer mag wohl dieser berühmte Mann sein?" Der Herausgeber der Annalen finket weder in De Castro noch in andern ihm zugänglichen Quellen Auskunft über diesen, wie es scheint, berühmten Arzt und Gelehrten, Salomo b. Abraham b. Gais b. Baruch, welcher im Monate Sivan 5105, d. i. im Frühlinge 1345 verstarb, und bittet daher um Mittheilungen über den Mann und dessen etwaiges literarisches Wirken. I. > Kurze Bemerkung *) j über die — Nr. 24 und ff. der Annalen — I gegebene Erläuterung des Aufsatzes in Nr. 14 des Blattes. Vom historischen Standpunkt betrachtet, mag der Verf. durch seine Wittheilungen über die Zustände der sächsischen Israeliten des vorigen Jahrhunderts wohl einiges Verdienst bei manchem Alterlhumsforscher sich erworben haben, als Nutzanwendung hingegen für die Erläuterung meines, die neuesten Angelegenheiten unserer Zellgenossen betreffenden Berichtes, scheinen dieselben weniger geeignet zu sein. Lag es aber ohnehin nicht in meiner Absicht, mit jenem Berichte irgend Jemand den Fehdehandschuh zuzuwerfen, so würde es meinen Grundsätzen um so mehr widersprechen, etwa an jene Erläuterung das anatomische Messer anzulegen, um die Schwäche jener Argumente zu entdecken, als ich hierbei jede Rücksicht für die verehrten Leser sowohl als für die Zeitschrift selbst aus den Augen lassen müßte, insofern man weder Erstere in der Geduld zu stark prüfen, noch Letztere durch solche Lokal-Artikel behelligen darf. Daher mag es genügen, wenn ich am Fuße dieser Zeilen nur ein kleines Bruchstück der von dem Oberrabbiner Dr. Frankel feinem Statuten - Entwürfe vorangestellten Einleitung folgen lasse, um beispielweise zu zeigen, wie wenig jene Erläuterung der Wahrheit meiner Darstellung Abbruch thun dürste. *) Die Sache betrifft einen in der That sehr schwierigen Gegenstand, über den man sich in großen und wohlhadendern Gemeinden eher verständigt, als in kleinern von einiger Bedeutung; nämlich das Besteuerungssystem. Das in Dresden angenommene hat jüngst bei der Wahl des Vorstandes große Verdrießlichkeiten erzeugt. indem diejenigen, welche sich zu hoch besteuert glaubten, gegen den Vorstand cabalirten, und einen fast ganz neuen Vorstand aus der Wahl hervorgehen ließen. Jnbeß haben alle Gewählten das Amt abgelehnt, und die alten Vorsteher, welche so viele wichtige Geschäfte eingeleitet haben, werben sich wohl entschließen müssen, zu bleiben. Wohlunterrichtete tadeln auch das Wahlsystem, welches jedem Mitgliede der Gemeinde einen unmittelbaren Einfluß gestaltet. Dieß zur Erklärung. D. H.

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