Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 28 (12.7.1839)
- Date
- 1839-07-12
- Page
- Seite 219 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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219 gentlich in Dschuffut Kala zu Hause, — wodurch abermals das Mährchen von den 17 Foliobänden Historie widerlegt wird. In Ewpatoria wohnt einer der reichsten, der zugleich patriarchalisch hochverehrte Schima*) B obowitsch, welcher bei Gelegenheit als der Kaiser vor zwei Jahren die Krimm besuchte, alle Pferde und Teppiche u. s. w. zur Bequemlichkeit des hohen Gastes herbeischaffte, (wir setzen hinzu, ihn auch wiederholentlich bewirthete, und schöne Anerkennungszeichen erhielt.) Gerühmt wird an den Karaiten eine löbliche Gesetztheit und Mäßigung, so im Leben wie im Geschäfte. Sie handeln nur mit Maaren, und Wechsler und Geldmänner haben sie nicht; sie sind nicht übermäßig reich, dafür giebt es auch fast keine Arme. Die andern Juden werfen ihnen Mangel an Genialität vor, indeß haben auch sie tiefsinnige Denker aufzuweisen. Die Kleidung der Karaimen ist tatarisch, Saphet 80 Familien Sp.R.i 30 — Berbern widmen sich fast 200 — dt. Chasi-i nur der Andacht, dim ] Tabaria 25 — Sp. 50 — Deutsche und viele Russen. Nablus 25 - Sp. u. D., tr. Ackerbau u. Viehzucht. 20 — Samaritaner. — Jerusalem 3000 Seelen, Spanier u. Deutsche. 150 Familien Deutsche, fast nur für Studium. 8---0- — Karaiten aus Dsch—K. — Hebron 50 — Sp. R. 50 — Deut. R. In Aegypten, Kaufleute. — Alexandrien 200 F. Dp. R. 2 — D. — Rosette 25 - Sp. R. — Damiata 30 — — — Kaffr Schich 5 — - — Kahira 7-800 — Sp. 90—100 Karaiten. *) Soll heißen Simcha Bobowitsch, von welchem der Herausgeber der Annalen einen höchst merkwürdigen hebräischen Brief empfangen hat. Demselben hat auch früher das Manuskript gehört, aus welchem wir bereits verschiedene Lehren der Karaiten mitgetheilt haben. Der Güte desselben edeln Mannes verdanken wir den Besitz mehrerer anderer Manuscripte, so wie des gedruckten karaitischen Gebetbuches. in Odessa jedoch tragen sie schon Mützen. Sie besteht aus einem Kulmek (seidenesHemd); seidenen Pantalons, Kontschak oder Schalvar genannt; darüber tragen sie das Ton, einen weiten Ueberwurf, oben anschließend und mit vielen silbernen Häkchen versehen, und vom Kuschak, Gürtel, zusammengehalten. Ueber diesem langen Unterkleide haben sie noch ein kürzeres, meist mit Pelz verbrämtes Oberkleid, Dschubä genannt. So die Erwachsenen, wie die Kleinen. Die Obergewänder sind oft von blauem Tuche. — Auf dem Kopf tragen sie das roth-blaue Feß auch Kalpak (Mütze aus Fell), und an den Füßen Pag»sche (Pantoffeln). Die letztern legen sie bei'm Gottesdienste draußen ab. Der Vf. sagt: die kleinen Karaiten sehen alle wie lauter kleine Prinzen aus, so sehr sind sie in Gold und Seide geputzt. (Wahrscheinlich har er nur Kinder der Wohlhabenden und an Feiertagen betrachtet; denn in Lirhauen und Galizien findet man dieß nicht, auch nicht bei allen in der Krimm.) Den Bart lassen alle Karaiten an der Lippe stehen, um das Kinn läuft von einem Ohre zum andern nur ein Streifen von Bart, gleich einem Schatten, alles übrige wird rasirt. (Wir glauben vernommen zu haben, daß sie ihn nur mit der Scheere schneiden, nicht rasiren.) — Die Weiber (gewiß nicht alle) erscheinen in den Häusern und in der Synagoge in höchster orientalischer Pracht, die sie auf der Straße mit einem Umschlagctuch bedecken. Sie tragen alle das rothe Feß mit blauem Seidenbüschel; meist mit Gold gestickt, und rund herum hebräische Buchstaben aus Perlen, Bibelsprüche darstellend. Die unverheiratheten tragen das Haar in langen Flechten in großer Menge. Der Vf. zählte deren in der Eile des Vorübergehens 40 — 50 Flechten mit eingedreheten Bändchen. Das Unrergewand besteht meist aus purpurrothem mit Gold gesticktem Sammet, darüber ein langes Schleppkleid aus violettem Sammet; oben offen, um den Schmuck sehen zu lassen. Dieser besteht aus Goldkränzen und Gewinden von Goldstücken, meist türkischen Münzen, holl. Dukaten und spanischen Dublonen, reihenweise übereinander hängend; um den Hals ein Halsband von Perlen, mit einem herabha'ngenden Perlennetz über den Goldstücken. Von dem Gottesdienste spricht der Verf. wie 28*