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Israelitische Annalen · 1839-07-12 · Heft 28 (12.7.1839) · p. Seite 218

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 28 (12.7.1839)
Date
1839-07-12
Page
Seite 218 (sequence 2)
Language
German
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218 Gepräge auf, und gab ihnen nicht nur ihre Sprache, Gesichts- und Geistesbildung, sondern auch ihre Kleidung, Speise und Lebensweise." — Hievon ist nur so viel wahr, daß die arabische Gelehrsamkeit (gerade wie bei den Juden im Reiche des Islams, sowohl im Oriente als Occidente) die Quelle ihrer Bildung geworden; alles Uebrige ist tatarischen Ursprungs, so weit nicht ihre Religionsgcsetze die Lebenssitten bestimmen; denn meiftenthcils lebten sie unter Tataren. Niemals haben sie sich dem Islam irgend wie angeschlvssen. Aber mit den Moslemen verbreiteten sie sich, wahrscheinlich durch Handelsgeschäfte gelockt. „Die älteste Schrift, welche die Karaiten besitzen, ist ein Privilegium, welches ihnen Mubamed selbst für die freie Ausübung ihres Glaubens verliehen haben soll." — Keine Schrift gedenkt dessen, dagegen setzen alle Karaiten den Beginn der Sekte frühestens in's Jahr 640 (also nach Muhameds Tod), und es ist Grund genug vorhanden, ihn um hundert Jahre später anzunehmen, und die Jahrzahl für fehlerhaft zu halten. — Auf keinen Fall hat Muhamed je Karaiten gekannt. Die meisten Gemeinden der Karaiten gingen, nach Herrn K., durch die Verfolgung oder den Widerstand der andern Juden wieder unter. Wir glauben nicht, daß so viel Gemeinden existirt haben, wie die Karaiten vorgeben. Die rabbinischen Juden haben auch niemals Mittel besessen, sie zu unterdrücken, nur gegen ihre Zulassung widersetzten sie sich durch ihren Einfluß in Spanien im zwölften Jahrhundert, und gegen ihre Lehre kämpften sie überall mit so starken Waffen, daß vormals mancher Karait — einmal sogar, und zwar in Aegypten, eine ganze Gemeinde (wahrscheinlich nur eine sehr kleine und geldarme) im 14. Jahrhundert zu ihnen übertrat. Wenn wirklich Gemeinden untergingen, so geschah es durch Auswanderung, Armuth und Aussterben der oft sehr vereinzelten Glieder dieser Sekte. Während wir somit die wichtigsten historischen Angaben dieses Berichts mit ihren Berufungen auf Manuscripte (alle zu unbestimmt, um irgend als Beleg zu dienen) abweisen müssen, finden wir desto werthvoller die Berichte über die gegenwärtigen Zustände. In Dschuffut Kala siedelten sich 40 karaitische Familien im dreizehnten Jahrhundert, von Batu-Chan beschützt, an; später vermehrte sich die Zahl derselben, und so erhielt der Ort, früher Kürkivli (40 Haushaltungen) genannt, den gegenwärtigen Namen, welcher Judenburg bedeutet; bei den Karaiten heißt sie nur Kalä (Burg). — Dorr wohnen jetzt etwa 1500, in Ewpatoria (Goslow) etwa 800, in Odessa etwa 200, eben so viel in Konftantinopel und Kahira, in H i t in Syrien 250, in Jerusalem nur 4 Familien. „In Willna und andern Orten Lithauens sollen einige sein rc."—Hier herrscht wieder große Unbestimmtheit. Es giebtin Lithauen nur eine einzige, nicht sehr zahlreiche Gemeinde, nämlich zu Torok bei Willna; die im Oesterreichischen sind zu Luzk und Hali cz, worüber wir in der Geschichte der Israeliten genügend berichtet haben, und in den Annalen mehrere Aktenstücke mitzutheilen gedenken. Was die 4 Familien zu Jerusalem anbelangt, so sind dieselben, wie wir aus einem uns von einem im Oriente residirenden Staatsbeamten zugesandten Bericht über sämmtliche jüdische Bewohner Syriens und Palästina^*) ersehen, wo übrigens 8—S Familien angegeben sind, alle nur zeitig in Jerusalem, und ei- *) Es ist wohl nicht uninteressant, das Wesentlichste aus diesem Berichte hier zu erfahren. Nach demselben wohnen 1. Zn Syrien, meist Kaufleute. Damas 4 — 500 Familien Spanischen Ritus. Aleppo 800 — desgl. 40 — 50 — Deutschen Ritus. Kilis 50 ' — Spanischen Ritus. Aintab 40 — desgl. Antiochien 25 — desgl. Latakia 15 — desgl. Hama 4 — desgl. in letzter Stadt keine Synagoge. 2. Zn Fenicien, meist Kaufieute. — Tripoli 25 Familien Spanischen Ritus. — Sidon (Saida) 30 — desgl. — Sur (Tyrus) 12 — deSgl. — Beirut 25 — desgl. — Acre 10—12 — desgl. — Kaifa 25 — desgl. alle ohne Synagogen, außer Tripvli, wo eine sehr alte. — Diele wohnen vereinzelt auf dem Libanon. 3. Zn Palästina. — Samer 15 F. Span. R. Hirten u. Bauern. — Kaisarie 15 — — Bauern. — Begscheri 30 — — desgl. — Zaffa 10 — — Handelsleute

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