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Israelitische Annalen · 1839-07-12 · Heft 28 (12.7.1839) · p. Seite 217

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 28 (12.7.1839)
Date
1839-07-12
Page
Seite 217 (sequence 1)
Language
German
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n. Juli. 1839, Nro S8. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultirr -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. Z. M. I o fi. Von diesen Anttalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges SRthlr.; man subscribirt bei allen lobt. Postämtern und in allen soliden Buchhandlungen. Neuere Berichte über die Karaiten und deren Geschichte. — Briefwechsel über religiöse Zustände. — Historische und literarische Analecten von vr. Carmoly. — Nachrichten und Korrespondenzen: Orient; Paris. — Erinnerungen von vr. Salomon re. (Schluß). Neuere Berichte über die Karaiten und deren Geschichte. Das Magazin für die Literatur des Auslandes (1839) Nr. 67 u. 68 giebt einen Reisebericht über die Karaiten in Südrußland, von I. G. Kohl, welcher größtentheils das, was wir bereits in der Geschichte der Israeliten, und ergänzend in diesen Blättern veröffentlicht haben, bestätigt, außerdem aber einige interessante Notizen enthält, mit Jrrthümern vermengt. Wir entnehmen daraus folgende Einzelheiten, die wir mit Berichtigungen begleiten. Die Karaiten*) — in Rußland und Oesterreich gesetzlich stets Karaimen genannt — behaupten, wie der gelehrte R. Ussuf (d. i. Jussuf—Joseph) sich in der Synagoge zu Dschuffut Kalä (in der Krimm) gegen Herrn K. geäußert haben soll, gegen *) Herr K. sagt: der Name Karaim finde sich bereits in der Mischna zur Bezeichnung einer streng an der Schrift haltenden Parthei; — das ist aber nicht wahr! Wer dergleichen niederschreibl« sollte erst nachschlagen, damit nicht die ganze Geschichte durch ein falsches Citat umgekehrt werde. Stünde auch nur das Wort in der Mischna, so müßte man die Eristenz der Karaiten ohne weiteres um 609 Jahre älter machen, als sie selbst vorgeben. Hr. K. meint auch, daß dem so sei, wenn gleich die Sekte sich erst später gestaltet habe. Darin liegt etwas Wahres, aber jenes Citat würde eben schon die Gestaltung der Sekte beurkunden! O. H. die übrigen Juden dieselbe Stellung, wie die Protestanten gegen die Katholiken, und die Schiiten gegen die Sunniten; sie seien die Wenigen, welche die erste Quelle der Religion treu bewahrten; ihre Geschichte sei daher sehr dunkel, zumal sie stets von der gegnerischen Parthei unterdrückt worden seien. Herr K. fügt hinzu, es existire bei den Karaiten keine Geschichte ihrer Sette, die Quellen derselben seien im Oriente zerstreut, und nur in Jerusalem befinde sich eine Sammlung von Urkunden rmv synftigen historischen Daten in 17 Folianten. — Mr bezweifeln Jussufs Berufung auf Protestanten und Katholiken, von deren Verhältniß er schwerlich einige Kunde hat, wie denn auch der Vergleich^nchr ganz paßt. Wir bezweifeln auch die Existenz einer angeblichen historischen Bibliothek, von denen keine einzige der uns bekannt gewordenen karaitischen Schrift redet, wiewohl verschiedene arabische Urkunden sich in Jerusalem finden mögen. Man darf den Reisenden nicht auf's Wort glauben. „Die Geschichte ihrer jetzigen Sitten und ihrer heutigen Verhältnisse beginnt ohne Zweifel erst mit Muhamed. An Muhamed schlossen sich die jüdischen Protestanten sogleich entschieden an (woher weiß das der Verfasser?) und dieser Anschluß, so wie das nachfolgende beständige Zusammenhalten (?) der Karaiten mit den Muhamedanern, welches sich überall verfolgen läßt, drückt ihnen ihr ganzes jetziges

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