Mannheim
Compact Memory

Israelitische Annalen · 1839-06-28 · Heft 26 (28.6.1839) · p. Seite 207

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 26 (28.6.1839)
Date
1839-06-28
Page
Seite 207 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3133765-3133766-3133793--0238-3134357
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

207 fam theoretisch die vielfachen Irrungen, welche gerade in dieser Hinsicht in dem seitdem verflossenen einen Jahre sich in weitern Kreisen vorherrschend zeigten, und stellt die bessern Ideen im Voraus mit kräftiger Präcision fest. — Es folgen hierauf noch einige Abhandlungen über Gebräuche, von A. Kohn, von B. Wechsler und dem Hrn. Herausgeber selbst. Dann werben recensirt: 1) Horeb und Naphtali's Briefwechsel. Hr. G. zeigt mit der größten Kühnheit die Unzulässigkeit der Ansicht, von welcher diese — nun schon bis zum UeberLruß besprochenen Werke ausgehen, und gleichzeitig den Mangel an Sachkunde und nothiger Vorbereitung, womit deren Verfasser übereilt aufgetreten ist. Die zweite Schrift wird mit bloßer Verachtung abgefertigt, und bas ist recht, nachdem ihr wesentlicher Inhalt durch Beurtheilung der ersten beseitigt worden. — 2) Anj zeige der Munkschcn Schrift über Saadja, mit einigen sehr interessanten Nachträgen von vr. Zunz; der französischen Uebersetzun'g von vr. Zunz's Abhandlung über die Chronik, Gottsd. Vortr. II.; und einer französischen Uebersetzung von Abarbanels Vorrede zu Iesaiah 3. Maier Rosenthal's Ausgabe von R. Jakob b. Ascher's Commentar zum Pentateuch; wozu vr. G. einige lehrreiche Bemerkungen macht. 4) Eine ausführliche Entwickelung des Inhaltes der drei ersten Bände des Herein Gbemed (dessen vierter Band, wie man aus den letzten Bogen der Annalen sieht, ebenfalls viel Vortreffi liches liefert); und nach einigen Recensionen 5 —8 von > geringcrm Belang, 7) eine vollständige Kritik des historischen! Wörterbuchs von de Rossi, übersetzt von vr. Hamberger, i noch viel mehr Ausstellungen dardietend, als in Nro. 4 der Annalen gegeben sind. — Es folgt ein sehr interessanter Artikel Bibliographie, 1) einen Midrasch betreffend, den! vr. Zun; in der Hamburger Bibliothek abgeschrieden hat, l 2) Priphot Durans bekannter Brief, edenf. v. vr. Zun; nach einer Handschrift aus dem fünfzehnten Saec. copirt; hierüber- '! setzt. Hierauf eine Uebersicht der verschiedenen jüdischen Zeit- > schristen, welche die neuere Zeit in's Leben gerufen, und meist! wieder in's Grab gesenkt hat. Das Schlußwort giedt Aus-! kunft über Rapaport's Verhältnis zur Zeitschrift, und die Uebereilung, mit welcher er sich darüber öffentlich, die Wahrheit umgehend, ausgelassen hat. (Der Name dieses Kritikers wird überall unrichtig, bald Rappoport, bald Ra poport geschrieben. Seine eigene Unterschrift ist Rapaport.) Erinnerungen gegen die in Nr. 12, 14, 18 und 19 der isr. Annalen von M. Heß in Trier und L. Schotts Rabbiner zu Randegg, gemachten Bemerkungen zu meiner Volks- und Schulbibel. Es haben diese beiden Männer in den oben erwähnten Blättern meiner Bibelübersetzung ihre Aufmerksamkeit geschenkt und einstweilen den Pentateuch kritisch beleuchtet; ein Geschäft, wofür ich jedem, der es unternimmt und mit der Wissenschaft ernst meint, freundlich die Hand reiche; denn Werke dieser Art erfordern ungemein viel Zeit zur Durchsicht, will man sie einer gründlichen unparteiischen Prüfung unterwerfen, soll das Publikum auf die Vorzüge wie auf die Irrthümer aufmerksam gemacht werden, der Autor aber, indem er von seinen Leistungen eine richtige Anschauung erhält, in den erstem seinen Lohn, in den letztem die Mahnung finden, das Werk nicht als vollendet anzusehen, sondern fortwährend zu feilen und zu bessern, bis es bei spätem Auflagen in einer befriedigenden Gestalt erscheinen könne. Diesen und keinen andern Character dürfen und sollen die Kritiken an sich tragen. — Den Bemerkungen des Herrn Heß sieht man es an, daß er keine andere Absicht hatte, als die zuletzt angedeutete, er lobt und tadelt nach seinem besten Wissen und Gewissen, gestehet, daß sich in der Verdollmetschung manches findet, „worüber sich nicht so schnell urtheilen läßt" und giebt gerade dadurch zu erkennen, daß ihm die Schwierigkeiten nicht verborgen geblieben, die mit der Uebertragung des hebräischen Originals verbunden sind. Ich finde daher die Art, wie Hr. Heß meine Arbeit beurtheilt, äußerst zweckmäßig, und bitte denselben, nicht bloß den Pentateuch, sondern alle übrigen Bücher auf dieselbe Weise zu behandeln und mir zu gestatten — wie es denn jetzt geschieht — ihm und dem biblischen Publicum meine Gegen-Erinnerungen mitzutheilen. Gen. 29, 2. Ein großer Stein rc. Bei dieser Uederjezzung bin ich dem Chaldäer gefolgt: J02N Das. 41, 40. Gehört das Verdienst der „sehr guten Uebertragung" dem Aben-Esra, und die geehrte Redaction hätte, glaube ich, ihr skeptisches (?) sparen können, denn sollte ptjn die Bedeutung von Verpflegen haben: in welchem progressiven Derhältniß stände wohl das Amt eines Verpflegers zu dem — Thron, den allein Pharao für seine eigene Person in Anspruch nimmt? Wie unzählige Stufen liegen doch zwischen dem Verwalter der Kornmagazine und dem Könige selbst, und doch wollte Pharao „nur" (p-i) den Thron als Prärogativ besitzen! Das. 41, 45. Sind beide Worte — die schlechterdings kein Hebräisch sind, trotz allen philologischen Faseleien, die man in breiten Noten lies't — ägyptischen Ursprungs, daher meine von allen übrigen Uebersetzern abweichende Uebertragung. Exod. 21, 16. Soll meine Uebersetzung von der Tradition abweichen. Ich respectire die Tradition; aber erstens hat nicht alles traditionelle Auctorität, was sich für Tradition ausgiedt; zweitens darf die Tradition dem Terte nicht offenbare Gewalt anthun und drittens unterscheide ich, ob der Gegenstand der tteberlieferung einer dahin geschiedenen Zeit, oder dem jetzigen israelitischen Leben angehört. — Uebrigens wird die Lehre der Tradition, von der es sich hier handelt, nicht von Exod. 21; 16, sondern von veut. 24; 7 abgeleitet, (wie zu ersehen ist Maimonides Hilcboth Geneba Adschn. 9. §. 2) und die Uebersetzung dieses letzten Verses stimmt allerdings mit der Tradition überein. Exod. 21, 22. Wohl bedarf es der „Schiedsrichter," denn wie leicht könnte der Ehemann feine Forderung übertreiben! lieber die Procedur selbst s. siaimomdes Hüchotli Chobel umasik. Abschn. 4. §. 2. Exod. 22, 8. (28) Zur Begründung der Uebersetzung dient die Parallelstelle Deut. 18; 4. Wo das Original so „allgemein und unbestimmt" ist, kann man die „sonst übliche Genauigkeit" nicht beobachten, wenn man nicht paraphrasiren will. Lev. 4, 14. Mendelssohn hat hier nur

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.