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Israelitische Annalen · 1839-06-21 · Heft 25 (21.6.1839) · p. Seite 197

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 25 (21.6.1839)
Date
1839-06-21
Page
Seite 197 (sequence 5)
Language
German
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197 arabischen Gelehrten. Was wir übersetzt haben, fährt er fort, ist daS Ende der Abhandlung, welche „Abhandlung über die Thierwelt" heißt. Auch diese ist nicht vollständig. Was der Erzählung vorangeht, ließ ich unübersetzt. Zu Ende des Werkes aber findet fich eine Stelle, welche daS ganze Werk schließt, und ungefähr also lautet: „Es ist unser Zweck, von dem Nutzen und der Natur aller Thiere zu spreche», insbesondere von ihren Vorzügen vor den Menschen und umgekehrt, jo wie über die Vorzüge, die sie gegeneinander haben; alles in Form eines Streites. Der Schiedsrichter ist ein Wesen ausserhalb ihrer Gattung, wodurch die Sache sich angenehm hören läßt und lehrreich wird. Wer dieses Buch lies), dem wird klar werden, daß der Mensch in Hinsicht seiner äußern Verrichtungen keine Vorzüge vor den Thieren hat, denn was der Mensch mit freiem Willen und durch seine Kraft thut, verrichtet das Thier aus Instinkt und Anlage, weßhalb ihre Werke besser sind; wie dieß im Buche von der Seele erklärt ist. Im Laufe dieser Erzählungen wird dagegen klar werden, daß der eigentliche Vorzug des Menschen vor den Thieren in der Vernunft besteht, wenn diese nämlich in Thätigkeit ist, und ihre höchste Vollkommenheit erreicht, sonst nicht. Diese ausgemachte Wahrheit kann nur ein Thor oder Krummkopf bestreiten. Weil nun 2 Partheien vor Gericht erscheinen, so muß ein Richter entscheiden, der bei der Sache selbst nicht betheiligt ist, und der Wissenschaft von den vorgetragenen Dingen hat. Daher treten zwischen Menschen und Thieren die Dämonen als Schiedsrichter auf und zwar im Sinne der Verirrten, welche glauben, daß solche bald in Menschenbald in Thiergestalt erscheinen können (nicht daß der Verfasser selbst daran glaubt, denn die Erzählung hier enthält Dinge, die 'nicht zu glauben sind). Im Laufe des Buches hat sich Gelegenheit dargeboten, von der Natur der Thiere zu sprechen, von Vieh, Gewild, Raub- und andern Vögeln, Kriechthieren, Insekten und Fischen, auch kommen Menschen aus allen Ländern und von allen Religionen vor, die ihre Vorzüge und Mängel darthun, außer anderen Geheimnissen und vortrefflichen Dingen, welche in diesem Buche Vorkommen, die einem aufmerksamen Leser klar werden. Man muß in Wahrheit gestehen, es sind in diesem Buch Dinge, die gerade nicht zum allgemeinen Zweck desselben nothwendig sind, aber diese gehören zur Vollkommenheit des Dialogs, um das Werk selbst mehr abzurunden." Dasselbe hat nun 5 Abtheilungen folgenden Inhalts: 1) Die Menschen singen an, von den Thieren Gebrauch zu machen, die Thiere tragen ihre Beschwerden darüber dem Dämonenkönig Birsef, genannt Schah-Muran, auf der wunderschönen Insel Z a g u n, vor. und leiten bei ihm einen Proceß ein. 2) Der König hält Rath darüber mit seinem Vezier Firus in Gegenwart der Dämvnen-Richter und der hohen Beamten. Auch die Menschen sowohl als die Thiere halten Rath untereinander. 3) Von allen Gattungen der Thiere sowohl als von den Menschen aller Länder und Religionen kommen Deputirte und alle beurkunden ihre Dortrefflichkeit. 4) Die Menschen disputiren mit den 7 Gattungen der Thiere über das Vorrecht der Herrschaft, welche sie sich zueigneten; Einwendungen der Thiere. 5) Förtsetzuug des Streites des pro und Contra und der Richterspruch, den der König fällt. Anerkennung der Gültigkeit von beiden Partheien. Das Buch ist höchst beachtenswerth und der Styl (des Kalonymus) ist ziemlich rein, obwohl hie und da etwas hart und dunkel. Man sieht es ihm an, daß der geistreiche Mann nur eine Woche darauf verwendet hat. (Forts, folgt.) Historische und literarische Analecten, von vr. Cnrrnoly in Brüssel. 13. Timur (Tamerlan.) In den Ländern des ältern Chalifates verfielen die jüdischen Gemeinden und Schulen seit dem eilften Jahrhundert und verloren alle Bedeutung für die Geschichte. Dessenungeachtet, waren sie immer noch sehr zahlreich und es zeigten! sich unter ihnen von Zeit zu Zeit Männer von Geist, und j ihre Lage war im Ganzen nicht schlechter; ihre Synagogen! wurden beschützt und von Verfolgung ist nicht die Rebe. Dieser friedliche Zustand dauerte, bis Timur seine Eroberungszüge begann. Keine einzige Verfolgung ward irgendwo j so grausam gehandhabt, wie die, welche die Juden durch ihn! erlitten. Ein Schreiben des Rabbinen Samuel b. Abraham zu Jerusalem, vom I. 1400, an die auswärtigen Gemeinden berichtet darüber: Timur Chan, König von Samarkand, habe es darauf abgesehen, alle jüdischen Gemeinden zu vertilgen, und namentlich seien viele Tausende in den Gemeinden zu Ispahan, Hilleh, wo man alle Juden mit der Synagoge verbrannte; zu Bagdad, wohin sich viele geflüchtet hatten, und welche Stadt erst eine Belagerung aushielt; zu Bassora, Mosul und Hisn-Kaifa, wo alle Synaj zogen niedergerissen und mehr als 10,000 Personen dem! Schwerte erlagen; zu Haleb, wo man alle zu diesem Zwecke j in die Synagoge lockte; zu Hamada, und zu Damast mehr als 8UOU Personen getödtet worden; außerdem wurde in mehr als 200 andern Gemeinden eben so gewüthet; und viele geriethen in Gefangenschaft. Ein Franzose, welcher gleichzeitig die Geschichte des Timur bei dessen Lebzeiten schrieb, bemerkt (vidi. Roy. Msc. Nr. 630 supplem.;i ln suite de l’hist. orientale de Haylon): II het (bait) sur tout les iuifs. Im 16. Capitel erzählt dieser: „Als Temir (Timur) vor Burse (Brusa) kam, gingen ihm mehrere Juden entgegen und erklärten ihm, sie glaubten an den großen Gott, den auch er verehre. Da versicherte er sie seiner Gnade, und befahl ihnen, sich in die Synagoge zu begeben, damit sie dort geschützt seien. Allein als er einrückte, ließ er das Iudenviertel sperren und in Brand stecken, indem er sagte: So wolle es der heilige Prophet!"

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