Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 23 (7.6.1839)
- Date
- 1839-06-07
- Page
- Seite 181 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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181 Ein anderer Isaak Israeli, S. deS Joseph, dlühete ln Spanien um 1300. Dergl. Juchasin 133, wo es heißt, er habe das Jesod Olam und a. WW. für R. Ascher geschrieben und sei in Toledo 1312 gestorben. Im Buch.Jesod oiam ist freilich R. Ascher ehrend erwähnt, sowohl im Eingang als im Abschn. IV. 18. Sein Werk aber schrieb er für seinen Sohn Joseph im I. 1320 (er war also 1312 noch nicht tobt). Sein Werk D'wbon 'D ist nur eine kleine Abhandlung, bestehend aus 27 Lehrsätzen über Astronomie, als Ergänzung der großem astronomischen Werke 2*niy in 22 Abschnitten, und jp in 5 Adtheilungen. Dieser Gelehrte hatte einen Bruder, Namens Israel b. Joseph b. Israel, welcher in der arabischen und hebräischen Grammatik sehr erfahren war, wie in jp iv. 18. erwähnt ist. Doch wird er uneigentlich ein Schüler des R. Ascher genannt, wie der Streit beider in RGA. des R. Ascher 55. beweiset. Er schrieb viele arabische Werke, unter denen N1L2 von seinem Freunde Schem Tob b. Ardotiel in's Hebräische übersetzt worden. Es giebt noch einen Israeli, nämlich den berühmten Arzt Nethaneel Israeli, arabisch HibatAllah ben Djumi Israeli, den der obige arabische Geschichtschreiber sehr rühmt. Er war geboren in Aegypten zu Fostat, und war Leibarzt Salaheddin's. Don seinen Kuren wird sehr viel erzählt. Eines Tages sah er eine Leiche wegtragen, und rief den Trägern zu: „Begrabt diesen Menschen nicht, er lebt noch!" Darüber lachten die Träger; er hielt sie aber an, und mehrere Umstehende unterstützten ihn; man brachte den Scheintodten zurück und wirklich warb er völlig hergestellt. Er war ausserdem als großer Kenner der arabischen Sprache berühmt. Ein Werk von ihm befindet sich zu Paris. Auch hatte er einen gelehrten Sohn, von welchem ich anderswo (wo?) Meldung gelhan habe. Literarische Anfragen. Paris, 16. Mai 1839. (Uedersetzt.) Da Ihre treffliche Zeitschrift auch den Zweck hat, eine genauere Kenntniß von der jüdischen Literatur zu verbreiten, so dürfte wohl auch fol, gende Anfrage, welche ich so frei bin. Ihnen vorzulegen, ein Plätzchen darin finden. In einem sehr seltenen Buche, betitelt: Cunosites inouyes sur la sculpture talismanique des Persans, horoscope des patriarches et iecture des estoilles, pur Hl. J. Guffarei mdcl in 12. ohne Druckort, wird ein Rabbi Chvmer oft erwähnt, und zwar heißt es in einer Hauptstelle, wo der Verfasser die Perser von dem Aberglauben und der Schwarzkunst freisprechen und deren Unschuld de- - weisen will, S. 48, also: de la tire de la preface d’uue J astrologie persane traduicte en hebreu par Rabbi Chomer, > auteur moderne (ich entnehme es aus der Vorrede einer! persischen Astrologie, welche Rabbi Chomer, ein neuerer! Schriftsteller, in's Hebräische übersetzt hat.) Am Ende des Werkes befinden sich zwei Tafeln mit talismanischen Schriftzügen, wozu der Df. 315 bemerkt: J’ay suivi ceux qu’a trace R. Chomer plus spavant qu’eux en ceste amtiere, poiu* estre un des hebreux sensez de notre temps. (Ich nehme die, welche R. Chomer gezeichnet hat, welcher gelehrte Jude unsrer Zeit von diesen Sachen mehr versteht als alle übrigen.) Wer ist nun dieser R. Chomer und von welchem Werke über persische Astronomie ist hier die Rebe? Auch die kabbalistischen Kenntnisse dieses Rabbinen rühmt Gaffarel. Ein kabbalistischer Schriftsteller kommt vor als Vf. des '0 Bibi. Oppenh. Nr. 912 unter den Manuskripten in fol. und Nr. 1704 unter dem Mscr. 4to. Indeß scheint dieser Name von jenem noch gar zu sehr adzuweichen. W olff erwähnt Ch omers, ohne von ihm mehr zu melden. R ossi hat ihn nicht. — Man bittet demnach um Aufschluß darüber in den Annalen. Dem Anscheine nach ist der Autor ein Italiener oder Provenzale. Ich lese die bibliographischen und biographischen Notizen des vr. Car mol y in den Annalen mit lebhaftestem Interesse. In dem Blatte vom 29. März (S. 101) beschuldigt er ben Abarbanel starker Plagiate. Mir scheint, dieser Vorwurf hätte ausführlicher belegt sein müssen. Das angeblich geschriebene Werk erschien erst 1522 im Druck zu Constantinopel, während das Abarbanel'sche ebendaselbst 1505 erschien. Hat nun dieser das Manuskript des Erstern vor sich gehabt, so hat er es auf jeden Fall durch die Wahl eines Titels für sein Werk, welcher dem des Ausgeschriebenen so ähnlich lautet, gewiß schlecht verdeckt. Man könnte eher vermuthen, er habe Stellen daraus citirt, und die Citate seien bei'm Abdruck ausgelassen worden; oder auch der Herausgeber des Bibago'schen Werkes habe eigenmächtig aus Ab. manches eingeschaltet. Mindestens läßt sich nicht gut denken, daß ein so fruchtbarer Schriftsteller, wie Abarbanel, bei dem jedes Wort sich in eine Periode, und jede Periode in eine Abhandlung ausdehnt, sich die Mühe geben sollte, einen andern auszuplünbern. Auch hierüber wünscht man nähere Auskunft. Tsarphati. *) Nachrichten und Correspondenzen. Holland. 'S Gravenhaag, 5. April. — (Schluß.) Ferner ist in genanntem Beschlüsse den Armenpstegern die Aufsicht über die Häuser für alte Männer, alte Frauen und die Krankenhäuser übertragen. In Amsterdam und Rotterdam bestehen diese Einrichtungen schon vortrefflich, und in Haag befindet *) Unsere Leser werden den Pseubonymus bereits auS seinen Lettres Tsarphatiques kennen. — Uebrigens kann die letztere Frage am sichersten durch Handschriften aus jener Zeit, sonst aber auch wohl durch styltsttsche Unterschiede erledigt werden. D. H.