Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 19 (10.5.1839)
- Date
- 1839-05-10
- Page
- Seite 150 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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150 Daß nne schimmere Fälschung vvrliege, indem die Abschreiber geradezu den Namen des Uebersetzers oder Bearbeiters, Joseph d. Gvrion, in denTert deS Werke-hineingeschobe», und den Namen des Originalverfasses, Joseph b. Mathatia, durch die Aehnlichkeit verleitet, verdrängt habe». Joseph b. Gorion ist aber nur der hebräische Uebersetzer oder Bearbeiter des alten griechischen Josephus. — Wo und wann hat aber dieser Gelehrte gelebt? — Ich finde hierüber in dem Buche meines Großvaters Jsachar Car« moly, Arztes in Colmar, betitelt niD1 (Geschichte) dessen Worte stets zuverlässigen Nachrichten folgen, einen die Sache völlig erledigenden Aufschluß: „Im Jahre 640 (88V) starb der große Gelehrte R. Zidkiah, kaiserlicher Leibarzt. In seiner Zeit blüheten in der Provence R. Joseph halevi, Derf. des Werkes □'’froiENI D'fcon TJD (Reihenfolge der Thanaim und Amoraim) geschrieben 647 (887), und der Gelehrte Joseph den Gorion hakohen, Verfasser des '□ und des pEPDV/ von welchem die großen Gelehrten R. Samuel hannagid und R. Abraham ben Daud Aus. züge verfaßt haben." Was den erstem dieser Verf. betrifft, so findet sich sein Name eben so bei'm Jacob b. David Provencal (Analecten 1) und die Jahrzahl eben so bei Asarja bei Rosst p. 91 angegeben; wodurch alle Bibliographen, die das Werk dem R. Joseph Tob Alm (der es nur abgeschrieben hat) beilegen, des Jrrthums überwiesen sind. An merk. Diese höchst wichtige Entdeckung lehrt uns nun, daß wir an Iosippon ein in allen Beziehungen interpolirtes Werk haben, welches dem Originale, wie es aus der Hand des Joseph b. Gorion hervorging, nicht mehr ähnlich sieht, und vereitelt zugleich eine große Menge Muthmaßungen und Betrachtungen, deren interessanteste bei Zunz. Gottesdienstliche Vorträge S. 146 ff. zu finden sind; dessen Schlüsse hiernach ebenfalls einer Modification unterliegen. I. Nachrichten und Correspondenzen. Trier. März. — Zu den Bemerkungen Ihres Ref. in Nr. 4 gebe ich Ihnen hier folgende Nachrichten, welche jene theils ergänzen, theils berichtigen. — Im Gottesdienste ist hier zwar noch keine Aenderung eingetreten, doch hat der neue Vorsteher, Herr Altmeier, für Aufrechthaltung einer guten Ordnung und Vermeidung jeder Störung der Andacht, durch kräftige Maßregeln gesorgt. Das Versteigern der gottesdienstlichen Funktionen ist immer noch ein Stein des Anstoßes, allein noch fehlt es an Mitteln, die daraus für den Cultus eingehende Einnahme anderweitig zu ersetzen. An den letzten hohen Festen geschah es einen Tag vorher, und wahrscheinlich wird man weiterhin den rechten Ausweg finden. — Die Wohlthätigkeitsvereine sind in bester Wirksamkeit. Einer liefert den Armen Steinkohlen, ein anderer sorgt für die Kranken, ein dritter für Miethe, ein vierter für Bestattung der Todten; ein Frauenverein hat sich gebildet, um die Waisen zu bekleiden und unterrichten zu lassen. Alle diese Institute verdanken der neuesten Zeit ihre Entstehung und Verbesserung; bei beschränkten Mitteln leisten sie genug. Unsere Elementarschule wird von der städtischen Behörde mit 200 Fr. jährlich unterstützt; und hat auch von dieser ein Städtisches Gebäude, worin Schullokal und eine anständige Wohnung für den Lehrer, erhalten. Die Humanität unsrer Behörde hat sich sogar darin recht deutlich charakterisirt, daß man der Wittwe des verstorbenen Lehrers die Schulwohnung lassen, und dem neu angestellten Lehrer, Herrn I. Levy, eine geräumigere anwetsen wölkte, was derselbe großmüthig ablehnte. Dieser wackere Schulmann erfreuet sich der Zufriedenheit aller Vorgesetzten. Unser Herr Regierungspräsident und viele andere hochgestellte Männer waren bei der letzten Prüfung im Herbste Zeugen des bedeutenden Erfolges der früher wirklich sehr veranchlässigt gewesenen Schule. Diesen verdankt sie lediglich seiner Pünktlichkeit und Strenge in Betreff des Schulbesuchs, worauf früher gar nicht gesehen wurde. Freilich stößt solche Strenge auf mancherlei Schwierigkeiten, besonders bei der Niedern, an gar keine Ordnung gewöhnten Classe; indeß werden dieselben immer mehr beseitigt, und es leidet keinen Zweifel, daß der augenfällige Nutzen auch die Widerstrebenden endlich für die gute Sache gewinnt. Am Jämmerlichsten sieht es hier mit den Handwerken aus. Seit dreißig Jahren gehen einzeln junge Leute zu Meistern aller Art in die Lehre, ohne daß wir die Freude haben, die Handwerke gedeihen zu sehen. Die meisten verließen das Gewerbe wieder, um sich dem Handel zu widmen, und die dabei blieben, etablirten sich auswärts. Es ist schwer, die Ursache davon anzugeben; wohl mag es indeß an Aufmunterung fehlen. Wir haben hier keinen Handwerksverein, weil die Gemeinde zu wenig leisten kann. Es sollten mehrere ihre Kräfte vereinigen. (Und warum geschieht dieß nicht? Es bedarf wohl nur eines tüchtigen und eifrigen Unternehmers, so wird die Sache zu Stande kommen! Sind doch so viele rühmliche Muster vorhanden! I.) Bessern Fortgang hat der Land bau; wahrlich eine erfreuliche Erscheinung, und es wäre zu wünschen, daß recht viele dazu aufgemuntert und unterstützt würden! M. Heß. D es sau. — (Schluß.) Diese israelitische Schule ist schon im Jahre 1799 gestiftet und war anfangs lediglich für ärmere Knaben bestimmt; bald aber wurde es eine allgemeine Schule .und unser verstorbener Herzog Franz verlieh ihr seinen Namen (Franzschule) und dabei eine kräftige Unterstützung an Geld und Holz. Die Franzschule steht seit sehr langer Zeit unter unmitlelberer Aufsicht unserer Landesregierung, von welcher der Direktor, die Vorsteher und Lehrer bestätigt, die jährlichen Rechnungen revibirt werden, und ohne deren Genehmigung überhaupt keine Veränderung vorgenommen werden darf. Die Schule hat den Hauptzweck, cinestheils die * * C ,rT /?