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Israelitische Annalen · 1839-04-26 · Heft 17 (26.4.1839) · p. Seite 133

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 17 (26.4.1839)
Date
1839-04-26
Page
Seite 133 (sequence 5)
Language
German
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' ’ y — 133 — ken an meine Person mir erhalten bliebe. Was einen Licht-! punkt in den Verhältnissen der israel. Gemeinde bildet, dieß ist die israel. Real- und Volksschule. Ihren wahrhaft ausgezeichneten Leistungen sind ohne Zweifel die meisten der nunmehr in schönen Früchten sichtbaren neuen Gestaltungen beizumessen. Daß unermüdeter Eifer das Gedeihen solcher segensreichen Erndten ferner befördern möge, gehört zu meinen wärmsten Wünschen. Ich ersuche lM^Vorstand, sowohl den Schulrath als das gesammte Le^WWsonal von dieser ihm 'stets gewidmeten Theilnahme zu ^iterrichten. Allerseitige Erinnerung an mich würde mir auch von dieser Seite von vorzüglichem Werth sein. Von solchen Wünschen und Gesinnungen belebt, nenne ich mich lödl. Vorstandes ganz Ergebenen: Der Schoss und Senator Friedrich Ihm. Frankfurt, 20. Februar 1839." 2) Der Vorstand der israel. Gemeinde zu Frankfurt an den Herrn Schöff Ihm. „Cwr. Hchwg. verehrlicher Erlaß vom 20. Februar setzt den gehorsamst Unterzeichneten Vorstand der hiesigen israel. Gemeinde in Kenntniß davon, daß Hochdieselben das Commissariat für die israel. Angelegenheiten niedergelegt haben, und daß hoher Senat Ihrem Anträge, von diesem Theile Ihrer amtlichen Wirksamkeit entbunden zu werden, deferitte. Alles, was Hochdies. bei dieser Gelegenheit dem israel. Gemeindevorstande ferner zu eröffnen geneigten, muß die Gefühle noch steigern, welche die obgedachte Nachricht schon an und für sich erregte. Mit dem-tiefen Bedauern, welches die israel. Gemeinde empfindet, Hochdies. aus einer solchen Thätigkeit scheiden zu sehen, verbindet fich das eben so tiefe Gefühl des Dankes, das fie Ihnen schuldet. Es sind nicht die gewöhnlichen Gefühle wie bei einer andern Trennung. Die rascheren Fortschritte, welche die Entwickelung der bürgerlichen, religiösen und sittlichen Interessen der hiesigen Israeliten während den letzten zwanzig Jahren gemacht, und die Ausbildung und Befestigung der Institutionen, auf denen sie beruhen, das nie genug zu preisende Verdienst, welches Ihnen hieran beizumessen ist; — alles dieß gibt jenen Gefühlen eine höhere Weihe, erfüllt uns mit Schmerz. Wie wir es wissen, so sollen unsere Nachkommen es einst erfahren und rühmen, daß in zwanzigjähriger angestrengter und rastloser. Thätigkeit ein hochgestellter Staatsmann die Angelegenheiten der israel. Gemeinde überwachte und leitete; — in diesem Berufe keinen ' gewöhnlichen Geschäftskreis sah, sondern höhere Zwecke der Humanität und der göttlichen Aufgabe, für Menschenwohl zu wirken, erkannte; — frei von jener Befangenheit, die oft auch den Blick des Erleuchteten und Wohlmeinenden trübt, diese Befangenheit eben so überall an anderen Orten verscheuchte; — mit der Milbe des Menschenfreundes und mit der.Sanstmuth des Weisen die reinen Bestrebungen der israel. Gemeinde und ihrer Vorsteher betrachtete, unterstützte, leitete, anregte, schützte und vertrat; — ihre Religionsfreiheit selbst in der Mitte der Gemeinde vertheidigte, und' mit Umsicht und gründlicher Erwägung die Schwierigkeiten überwand, die jedes besondere Derhältniß von Staaksgenoffest stets neu zu erzeugen pflegt; — die Bitten des Vorstandes, als die der Gemeindevertreter, erschienen dieselben ihm gerecht und zeitgemäß, bei hohem Senate vermittelte und durch sein kräftiges Fürwort unterstützte; — auch in seinem seltenen Talente der Geschästsbehandlung stets die Hülfsmittel fand, Hindernisse nicht bloß, was jeder vermag, wahrzunehmen, sondern auch, was so selten ist, durch Aufstellung höherer Gesichtspunkte zu beseitigen und auszugleichen. Hatte die Gemeinde und ihr Vorstand in diesem Zeiträume das Glück, für die guten sittlichen und geistigen Zustände, bei deren Begründung Gemeinde und Vorstand mitwirkten, Ihres Beifalles, so wie dessen der Staatsbehörden sich zu erfreuen, so dürfen wir hier im Namen aller Gemeinbeglieder und ihrer Nachkommen gegen Hochdies. das feierliche Gelödniß aussprechen, daß, soweit menschliche Kraft es zu verbürgen vermag, und wie göttlicher Beistand es möglich machen wird, unter dem Schutze hohen Senats, auf den wir unablässig vertrauen, und bei fortwährender Einigkeit mit allen unseren christlichen Mitbürgern, denen wir so viel an Beispiel und Liebe verdanken, die betretene Bahn des Guten nicht, ja niemals von uns verlassen werden wird. Ist ja die stete Vervollkommnung die göttliche Aufgabe für alle Menschen: warum sollten die hiesigen Israeliten nicht streben, diese Aufgabe zu erfüllen, an der auch ihnen ihr Theil zugewiesen ist und auf welche so viele äußere Anlässe sie Hinweisen? Sollten in neuerer Zeit, gewiß nur aus Irrthum und Mangel an genügender Einsicht, Störungen in der Gemeinde sich manifestirt haben, so dürfen wir mit fester Zuversicht hoffen, daß dieselben, wenn dem wettern Fortschreiten keine Hindernisse entgegentreten, sehr bald einer bessern Erkenntniß weichen werden und das Dorgefallene, welches wir sehr beklagen, um so gewisser zum Sieg der Wahrheit beigetragen haben könne, als diese, bei freier Erörterung, ihre Kraft am erfolgreichsten zu bewähren pflegt. Wir sind überzeugt, daß die große Mehrheit der Gemeinde in den eifrigen Bemühungen für eine fortschreitende Bildung fest mit uns'beharren wird. — Sie blicken mit gerechter Befriedigung auf ein Institut, welches die Keime einer guten Zukunft pflegt -und sorgfältig bewahrt: Die israel. Volks- und Realschule. Das Gedeihen derselben ist vor Allem Ihr Werk. Schulrath und Lehrer preisen Ihre segenvolle Einwirkung. Wir haben denselben mitgetheilt, welche gütigen Gesinnungen Sie ihnen fortwährend widmen. Die Zöglinge der Anstalt werden fortwährend von ihren Vätern hören, und niemals vergessen, was sie mittelbar Ihnen verdanken. Die gesammte israel. Gemeinde trägt in ihren Herzen den innigen Wunsch, daß Ihre Tage. zum Lohn für allseitig verbreiteten Segen, stets nur Freudiges Ihnen &|£| bieten möchten, und Gott Sie noch lange, lange Jahre zuM Wohk der Stadt erhallen wolle. Der Vorstand glaubt mit der Bitte schließen zu dürfen, daß Sie die Gewogenheit haben mosten, Ihrem Herrn Nachfolger in dem Commissariate die Angelegenheiten der israelit. Gemeinde zu empfehlen, demselben zu sagen, in welcher Gestalt er sie finden, und daß er ein gutes Werk vollbringen wird, wenn er in Ihrem Geiste die Angelegenheiten weiter leitet; der Vorstand

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