Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 17 (26.4.1839)
- Date
- 1839-04-26
- Page
- Seite 132 (sequence 4)
- Language
- German
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132 <y* 11, 27. 14, 37. 3. Macc. 1. 8.), wo desselben häufig Erwähnung geschieht, bald unter dem Plural oi npeo-ßvrepoc ' auch vrpeo-ßvTeppi ’Icrpaü md) dem hebräischen D’OpI bald unter dem Collectiv yepovaia. Daß nicht von einem bloßen Bürgerrathe von Jerusalem die Rede sein könne, geht nicht.nur meistens aus idem Inhalte hervor, sondern erhellt unwiderlegbar aus folgenden Briefüberschriflen: „Der Hohepriester Jonathan und der Volkssenat (?? yepovaia *vov iSvovq) und die Priester und das übrige Volk der Juden an die Spartaner 1. Macc. 12, 6. und: „der König Antiochus an den Senat der Juden" -rst yspovo-La 'uavIovSaLcav. Ji. Macc. 11, 27. Ein auf diese Weise unabsichtlich gegebenes Zeugniß über etwas« das zur Zeit der Abfassung dieser Schriften allgemein bekannt sein mußte, wird man doch nicht verwerfen können, was man auch übrigens von den Briefen selbst halten mag.—Siehe auch JosephuS Alterthümer Xffl. B. 4. Kap. §. 9 und S. Kap. §. 8, wo der Rath yepovcrLa um so weniger anticipirt sein kann, weil er nicht unter dem Namen Synedrion vorkommt. Auch der Verfasser des apokryphischen Buches Judith, der seine Geschichte in der Zeit, da wo ein Hoherpriester (Jvjakim) die jüdischen Angelegenheiten leitet, spielen läßt, spricht von einem Volkssenat, der ihm zur Seite gestanden, den er tj yepovaLa navroq Sijpov *I<rpa& nennt. Jud. 4, 8. Er zeigt freilich die größte Unkenntniß der früheren auswärtigen Geschichte, aber desto sicherer ist es, daß die Tradition, vermöge der man zu seiner Zeit (und er schrieb doch mindestens vor der Zerstörung des Tempels) von der Verwaltung der Hohenpriester vor dem Befreiungskriege wußte, dieselbe als beschränkt durch einen Senat darstellte. Wir müssen also die Einsetzung dieser obersten Regierungsbehörde um einBebeutendes weiter hinauf rücken, und da bleibt immer die natürlichste Annahme die, daß schon unter Nehemiah, ryo die Häupter des Volkes nach Jerusalem zogen (Nehem. 11, 1), der Grund dazu gelegt ward. Vergl. Jost'S Allg. Geschichte d.'israel. Volkes 1. Bd. S. 442. Der Name Synedrium ist allerdings späteren Ursprungs, 1 was aber um so weniger zur Sache thut, als er über die Einrichtung und Wirksamkeit dieses Collegiums gar nichts aussagt. Und wäre nicht die Dermuthung erlaubt , daß er von einem neuerbauten Sitzungssaale, der so eingerichtet war, daß Alle einander sehen konnten, griechisch (woher aus begreiflichen Ursachen die meisten Gebäude ihre Bestimmung entlehnten, »gl. (pimD*) sbp'IL, y^D21 VBDi nQ'Q) s trvvEdpiov genannt, auf den daselbst versammelten Rath übergegangen? Das entsprechende hebräische p rvs hat doch gewiß *) Jona 2, ä. itpnedptov von crpoedpoor.. Vorsteher- Präsident, sehr passend, das es dem Hodenpriester angewiesen war. Dasselbe Gebäude hieß laut der Gemara (das. f. 8 1) vor Alters ßovlelov, ßovkevTqpiov, Rathaus (?). Sollte da »Reicht früher der hohe Rath seine Sitzungen gehalten haben? Wären wir also der Namensveränderung (des Rathes) auf der Spur? einen ähnlichen Ursprung. Das Wort p-l.-^v bedeutet auch noch in der Mischnah Sitzungssaal (s. Musaphia zu diesem Worte) während der Singular arvvedpog für den einzelnen Beisitzer nie üblich war. Zusatz. Oer Herausgeber der Annalen will vorläufig zur Rechtfertigung seiner eigenen Muthmaßung nichts hinzufügen, um erst noch die Stimmen anderer Forscher zu vernehmen; des Herrn Vf.'s Bemerkungen verdienen erwogen zu werden. Nachrichten und Correspondenzen. Akte n st ü ck e die Angelegenheiten der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main betreffend. Wir übergeben hiermit unfern Lesern nachträglich zwei, auch auswärts nicht uninteressante, jedenfalls bereits der Geschichte angehörige Aktenstücke, deren Inhalt keiner besondern Erläuterung bedarf. Sie dienen theilweise als Belege zu unfern Darstellungen im vorigen Blatte. 1) Schreiben des Herrn Schöffen und Senators Ihm an den Vorstand der israelitischen Gemeinde: „Löblicher Vorstand der israelitischen Gemeinde! Hoher Senat hat meinem wiederholt erneuerten Gesuche von dem Commissariate bei der israelitischen Gemeinde entbunden zu werden, nachgegeben. Vorgerücktes Alter, angegriffene Gesundheit, würden ein solches Gesuch weniger zur Reife gebracht haben, als die Bewegungen einer Parthei, wodurch eine vieljährige, ununterbrochen anhaltende, von mir sorgfältig gepflegte Eintracht in dieser Gemeinde eben so plötzlich als fühlbar gestört wurde. * Ich trete nunmehr aus einem fast zwanzigjährigen Wirkungskreis, den ich mit allen meinen Kräften nützlich auszufüllen suchte? Daß solcher kein gewöhnlicher Geschäftskreis, daß vielmehr hierin höhere Zwecke zu erzielen waren, stand mir gleich anfänglich in klarem Bewußtsein vor Augen. Rühmen und dankbar anerkennen muß ich es, daß löbl. Vorstand der israelitischen Gemeinde mich fortwährend auf die erfolgreichste Art mit voller Hingebung, Einsicht und Beharrlichkeit.unterstützte. Aus solchen gemeinnützigen Bestrebungen entwickeltem sich auf die befriedigendste Weise mannigfaltige, wahrhaft erfreuliche Zustände in der israelit. Gemeinde, erkennbar in vielen sittlichen und geistigen Beziehungen. Ihr selbst, jedem Menschenfreund, allen Staatsbehörden, ja sogar dem hiesigen ganzen Gesammtwesen, mußte dieß Ergebniß willkommen sein. Auf dieser segenSvollen Bahn weitere Fortschritte gemacht zu sehen, würde für denjenigen, dem während einer langen bildungsreichen Entwickelungsperiode das errungene Bessere zu einer Quelle angenehmer Empfindungen wurde, auch noch nach seiner Trennung eine lohnende, aufheiternde Erscheinung sein. Die Erinnerung an, und zwar unter Theilnahme des Vorstandes, heilsam ^Erwirktes, wird mir daher auch stets werth und theuer bleiben, und steuen sollte es mich, wenn das Anden- A...'