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Israelitische Annalen · 1839-04-26 · Heft 17 (26.4.1839) · p. Seite 131

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 17 (26.4.1839)
Date
1839-04-26
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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131 Übersicht der Neu-Hebräischen Literatur weltlichen Inhalts in Prosa und Versen. Von Leopold Dirkes. II. Fabel. ' (Fortsetzung.) 4) Zu Koheleth S. 98. v. zu der Stelle (5. 14.) sagt Gniba: Es ist zu vergleichen einem Fuchs, der an einen Weingarten kam, welcher von allen Seiten umzäunt war. Nur eine kleine Oesstumg erblickte er, die aber viel zu eng war, um durchzukommen. Er fastete also drei Tage lang und schlüpfte dann durch auf den Weinberg, worauf er sich wieder fett fraß. Nun konnte er aber nicht wieder heraus. Er fastete also wieder drei Tage, bis er wieder eben so mager war und verließ den Garten. Als er draußen war, wandte er sich zum Garten um, und sprach: o Garten, wie schön bist du! wie vortrefflich schmecken deine Früchte! alles was du enthältst ist schön und vortrefflich! aber welche Freude hat ckan von dir? wie man hineingeht, so verläßt man dich wieder. — So auch der Mensch u. s.f. — BeiZunz. a. a.O. S. 100. Anmerkung c und d sind viele Nachweisungen von Fadeln und Parabeln im Talmud und Medrasch. Der Erste, der die Fabel selbstständig bearbeitete, ist R. . Brachia den Nitronai Hanakdan. In der letzten Fabel nennt er sich NED'np (Chrysipp); er war ein Zeitgenosse von Maimonides und lebte noch in der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts. (Dergl. Rappoport's Saadias, Anm. 25) in Äikure Jttim. 1828. Sein Buch 'hwti *) (Fuchsfabeln) enthält 197 Fabeln, theils aus Aesop, Lokman und Phädrus gezogen, auch einige aus dem Talmud, z. B. Fabel 6, der Fuchs und diebische, Berachoth 61 d, einige aus Cheiila vedmna, z. B. Fabel 2, von der Maus und dem Frosch, Chelfla vedimna 72. Fabel 28, Parabel von Sonne, Wolken re. im Chei. ved. 61. Fabel 18, von 2 Mäusen; im Cheiila vedimna ganz anderes (H. F. von Dietz über den Inhalt des königlichen Buches. Berlin 1811. S. 121.) andere mag der Verfasser selbst erfunden haben. Es sind diese Fabeln meist rein hebräisch, doch oft mit talmudischen Phrasen durchflochten, in gereimter Prosa, ziemlich geistreich vorgetragen. Es sind auch mitunter Parabeln ausgenommen. Der Styl ist bisweilen gedehnt. Man kann es unbedingt das beste Fabelbuch nennen, welches die heb. Literatur hat. An vielen Stellen ist die Dichtung sehr naiv zu nennen. — .* L) wipn bwü Isaak ben Salomon ben Sahola **) *) Gedruckt Wantua 1841, 1543; Prag 1616 mit, einer lateinischen Uebersetzung von dem Jesuiten, Pater Melchior Hanel. Berlin. 1756. **)1Geboren in Svanien 1244. Er schrieb die Vorrede 1281, (Zemach David läßtihn schon 1267 sterben.) war der zweite, der viele Fabeln verarbeitete. *) Der Vf. sagt selbst in der Vorrede, daß er die Fabeln und Erzählungen aus sich selbst geschöpft und den Propheten nachgebildet habe, um moralische Gegenstände zu versinnlichen. Cs sind die Fabeln nnr episodisch eingelegt und sehr cvmplicirt in Anlage und Styl. Der Verfasser schachtelt oft mehrere Fabeln in einander, so daß der Leser leicht den*Faden verliert. Eine gewisse Breite fällt dem Leser sehr beschwerlich. Ost läßt der Vf. die Thiere allerlei Dinge sagen, die nicht in die Fadel gehören. So halten die Thiere Disputationen, die viele Belesenheit in jüdischen und andern Werken verrathen. Das Buch selbst zerfällt in fünf Abtheilungen: 1) von der Weisheit, 2) von der Reue, 3) vom guten Rath, 4) von der Bescheidenheit 5) von der Gottesfurcht. Der Ausdruck ist nicht übel. Das Buch enthält auch viele Erzählungen. 2) D^TI 'bjn rvm Der gelehrte Kalonymus ben Kalonynzus**) übersetzte aus dem ArMschen einen Theil des sehr merkwürdigen Buches, Jschnean Oos suffa §). Dies stellt ben Wettstreit zwischen Menschen und Thieren über ihre gegenseitigen Vorzüge dar. Man kann dieses Buch nur insofern zu den Fabelbüchern rechnen, als Thiere darin redend Vorkommen; es sind aber eigentlich philosophische Erörterungen über viele Dinge des Lebens, viele Betrachtungen über bürgerliche und sonstige allgemeine menschliche Verhältnisse. Menschen, Thiere und Dämonen <md die Sprecher. Der Verfasser sagt in seinem Vorworte: daß er es auf Ansuchen seiner Freunde unternommen, und wörtlich aus dem Arabischen übersetzt habe, welches sich durch die Auszüge aus dem arabischen Original bei Nauwerk aufs Genaueste bestätigt. (Forts, f.) Historische Aphorismen. 1. Entstehung des Synedriums. (Schluß.) Dies würden wir uns denken, ohne es jedoch öffentlich auszusprechcn, wenn wir für unsere Meinung nichts anderes anzuführen hätten. Wenn wir aber deutliche Zeugnisse' beibringen, daß selbst in der halbanarchischen Zeit des Befteiungskampfes ein jüdischer Senat in Wirksamkeit geblieben? Sie finden sich in den Büchern der Maccabäer (1. Maccabäer 11, 23.12, 6.13, 36.14, 20. 28. 2. Macc. 1,19. 4,44. *) Gedruckt Constantinopel 1506; in Venedig (auch in Pesaro). Zuletzt Frankfurt a. d. O. 1769. ' **) Dergl. über denselben Zunz in Geiger's Zeitschrift. B. 2. S. 313. Diese Uebersetzung verfertigte er im 1.1316. D Dieses Buch kam arabisch heraus in Kalkutta 181L Na »werk hat in seinem 1832 zu Berlin erschienenen Buch: Notiz über das Buch ..die Gabe der auftichttgen Freunde" einige arabische Auszüge aus diesem Buch gegeben sammt deutscher Uebersetzung. Weder Nauwerk noch Pokok, der von ihm im Vorworte citirt wird, wußten, daß eine alte heb. Uebersetzung von einem Theil dieses schätzbaren Buches vorhanden ist. 17«

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