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Israelitische Annalen · 1839-04-19 · Heft 16 (19.4.1839) · p. Seite 122

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 16 (19.4.1839)
Date
1839-04-19
Page
Seite 122 (sequence 2)
Language
German
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122 ter, eine entschiedene Gesinnung und einen kräftigen Willen verbinden, Männer, die der Sache des besonnenen, zeitgemäßen Fortschreitens mit ganzer Seele zugethan und frei von Wankelmuth und Nebenrücksichten-, geeignet sind, das errungene Ziel gegen jeden Versuch des Zurückführens, der die fernere freie Entwicklung der industriellen und geistigen Kräfte hemmen und selbst das kostbare Gut der Gewissensfreiheit mit Gefahr bedrohen würde, zu vertheidigen und die inneren Verbesserungen, welche die materiellen und geistigen Interessen verlangen, in's Werk zu setzen. Was zur Erreichung dieses wichtigen Zweckes vor allem unumgänglich erfordert wird, ist: einträchtiges Zusammenwirken der Gleichgesinnten und einstimmiges Verfahren bei der bevorstehenden Wahl. Durch Theilung der Meinungen würden die Stimmen sich zwecklos zersplittern und verlieren, und die Wahl könnte mit einer geringen Stimmenzahl auf Männer fallen, die zur Ausfüllung ihres Amtes gar nicht qualificirt, nur einen schädlichen Einfluß üben und die achtbare Gemeinde Frankfurts nach außen unwürdig repräsentiren würden. Mögen daher alle Gebildete und von Eifer für das Gemeinwohl Beseelte sich aneinander schließen und nur die gute Sache im Auge habend, alle Regungen der Eitelkeit, alle persönlichen Neigungen und Abneigungen von sich fern halten, damit die, welche die Bedürfnisse und Schöpfungen der neueren Zeiten verkennen und mißdeuten und den unabweislichen Forderungen der Gegenwart unbiegsam widerstreben, keine auf das allgemeine Beste verderbliche Einwirkung gewinnen; mögen die Gutgesinnten zeigen, daß auch die FreuNde und Beförderer der wahren Aufklärung fähig seien, mit Wärme und Ausdauer in einträchtigem Zusammenwirken nach einem Ziele zu streben. Dann wird ein Resultat hervorgehen, das der ehrenden Vorstellung entspricht, die bei unfern verehrten Mitbürgern von dem in unfern Gemeinde herrschenden Geiste sich gebildet hat, und ihr die Achtung erhalten, deren wir uns jetzt erfreuen. Der Herausgeber der Annalen, frei von jeder Parrheinehmung, und in den hiesigen Angelegenheiten ohne Stimme und Einfluß, hat dem obigen, ihm von sehr achtbarer Hand übergebenen Aufsatz mit Vergnügen hier Raum gestattet, weil derselbe Ansichten und Wünsche enthält, welchen jeder Redliche, der es mit den Israeliten gut meint, und nicht etwa an kleinlichen Streitigkeiten Wohlgefallen findet , seine volle Zustimmung geben muß. Auch ist wohl, nach den Erfahrungen, die er in hiesiger Gemeinde» theils beobachtend, theils mitwirkend gesammelt hat, mit Zuverlässigkeit anzunehmen, daß ein Wort, wie das vorstehende, bei allen Freunden der Gesittung und des Friedens einen wohlthätigen Eindruck machen werde. Wer irgend den Entwickelungsgang der Frankfurter Gemeinde aus geschichtlichen Nachrichten kennt, und in der letzteren Zeit selbst zu betrachten Gelegenheit hatte, muß ihr nachrühmen, daß sie mit einer in der Thar bewundernswürdigen Klarheit und Sicherheit im raschen Fortschreiten die Gaben der Zeit in sich aufgenommen und verarbeitet hat, und daß selbst die aus Trägheit oder Unlust Zurückgebliebenen sich genöthigr sahen, dem Fortschritt sich anzuschließen und ihn sogar zu begünstigen. Wenn hie und da Verdrossenheit sich zeigte, so ward sie mir überwiegender Kraft beschwichtigt, und Eintracht und gegenseitige Achtung machte diese zahlreiche Gemeinde zu einem allgemein gepriesenen Muster für andere. Die Früchte davon sind eine Menge vortrefflicher Anstalten, welche mit einer Ordnung, Gewissenhaftigkeit und nachhaltigen Wirkung geleitet werden, wie man früher nicht -gekannt hatte. Unter ihnen steht obenan die Schulanftalt, der wahre Einigungspunkt aller Partheien, Farben und Gesinnungen, das wahre Lebensprinzip der künftigen Generation, in welchem auch die jetzt herangereifte schon festwürzelt. Hier findet sich der Kern der Gemeinde beisammen, hier ihre Liebe, ihre Hoffnung, ihre Zuversicht auf steigende Achtbarkeit im Innern wie im Aeußern. Von dieser Anstalt aus werden alle Versuche der Unwissenheit, das Wirken der Gegenwart in ein falsches Licht zu stellen, vereitelt, von dieser Anstalt aus werden alle schleichenden Verläumdungen, — und 4 wann hat es je an böslicher Entstellung der bessern Bestrebungen gefehlt? — rhatsächlich entkräftet, von dieser Anstalt aus ist das Gedeihen dieser Gemeinde für die Zukunft gegen alle leidenschaftlichen Anfeindungen gesichert. — Sie stellt eine Einheit dar, wie solche nirgend mit gleicher Gewalt sich geltend gemacht hat. Der dermallge Standpunkt der Gesittung/ der socialen Verhältnisse unb der richtigen Auffassung des Lebens in hiesiger Gemeinde giebt sich am deut-

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