Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 13 (29.3.1839)
- Date
- 1839-03-29
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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101 Also stieg Haman ebenfalls nur zu seinem eigenen Sturze. Es ist zu vergleichen einem Manne, der ein Schwein, eine alte und eine junge Eselin besaß. Dem Schweine gab er Futter ohne Maß, dem Eselpaare aber maß er alles zu. Einst sprach die junge Eselin zur alten: Unser Herr ist einfältig» uns, die wir seine Arbeit verrichten, giebt er das Futter mit Maß; dem Sckweine, welches müßig zu Hause bleibt, giebt er es ohne Maß. — Laß die bestimmte Stunde nur kommen, erwiederte die Alte, so wirst du sein Unglück sehen. Man füttert es nicht so stark aus Vorzug, sondern zu seinem Verderben. Als der Festtag herannahte, wurde das Schwein geschlachtet. Man warf der jungen Eselin Gerste hin, sie fraß sie aber nicht. Meine Tochter, sagte die Alte zu ihr: Nickt die Art des Futters ist Schuld, sondern der Müßiggang! *) So ist es hier. Oben heißt es: er erhöhte seinen Sitz über alle Fürsten; dies verursachte, daß man ihn zuletzt aufhing. _ (Forts, f.) Analecten von vr. Carmoly in Brüssel. 8. Plagiate. Da bekanntlich nicht zwei Propheten gleichlautend sprechen, noch viel weniger zwei Gelehrte gleichlautend schreiben, so setzte es mich in Erstaunen, zu finden, daß Don Jsaac Abravanel und Abraham b. Divag gleichlautend sich Ausdrücken! Vergleiche z. B. ruDK ii'tn VI. und puiÖK "pi m. 4, ferner Adr. X. pg. 12, mit Viv. in. 5. pg. 62. 2. und den ganzen Abschn. xi und xn findet man bei Div. wörtlich; desgl. xiv pg. 21 bei Viv. Ende. — Abravanel war geboren 1437 und begann zu schreiben i486; und verfaßte seine Werke bis zu seinem Tode 1568. R. Abraham b. Vivag aber war viel früher, wie in einer meiner Handschriften Jsaac b. Chabib bezeugt, welcher in dessen Schule 1470 zu Saragossa studirte, und ihn einen Greis nennt, der an seinem letzten Werke ^"1 arbeite. Dies erhellt auch aus seiner Disputation mit Don Juan II., König von Arragon, welcher 1466 - 54 regierte. Er erzählt nämlich &ni m. 3.69. „zu deiner Ergötzung, mein Sohn, erzähle ick dir ein merkwürdiges Gespräch, welches ich mit König Don Juan von Arragon in meiner Jugend an seiner Tafel hatte, u. s. w." Die früheren Schriften dieses Mannes sind Q»n py '•jEnJ1 HU vergl. js'-j in. 3. p. 88. 3, welche sich auch handschriftlich in der königl. Bibliothek zu Paris befinden; ferner runQi welches er am Ende des obigen Werkes p. 102. 4. erwähnt. Wie kommt es nun, daß auch Abravanel unter! diesem Titel ein Buch verfaßt haben will? Freilich ist es möglich. Er erwähnt dessen in ob. W. p. 12. 1, ferner im Comm. *) Dies ist eine Doppelfabel; die zweite Hälfte ist nicht sehr charakteristisch. Der Sinn scheint zu sein: man gab ihr edleres Futter und doch versckmähete sie es, weil der Müßiggang ihre Ansprüche erhöhete. I. zu Josua I. 5. V. 13 und zu Daniel (ed. venefc) p. 28. 2. Auch in der Antwort an R. Saul spricht er von einem solchen Jugendwerke, das ihm verloren gegangen sei und welches er durch sein D’W’QSn npr6 ersetzt habe. Uebrigens bediente sich auch R. Isaak Aramah sehr oft der Worte des Vivag, ohne seinen Namen zu nennen, in dem berühmten pnjp rrppy; wie dies schon der treffliche Joseph Salomo del Medigv im bemerkt und gerügt hat, indem er schreibt: Ich kann nicht umhin, die Worte des ausgezeichneten und herrlichen spanischen Philosophen, R. Abr. Vlvag aus Arragon anzufüyren, welcher dem R. Isaak Aramah zum Führer diente, und dessen eigene Worte dieser sehr häufig gebraucht, ohne den Autor zu nennen! — 9. M o s c a t o. Die Plagiate bringen mich auf einen andern Schriftsteller, welcher fast alles aus einem äitern Buche entlehnt hat, das mir durch R. Jsaac Ateia, Rabdinen von Haleb, zugekommen. Dies ist ein Commentar von R. Jacob b. Chajim Vidal Provenyal zum Cosri, verfaßt im J. 518 2(— 1422) unter dem Titel spjp n'2* Den größten Theil dieses Buches hat R. Juda Moscato wörtlich adgeschrieben in s. rrnrP blp, ohne auch nur mit einer Sylbe seines Vorgängers zu gedenken. Moscato aber schrieb, wie sich aus der Vorrede ergiebt, (§. 4. p. 1) 433 Jahre nach der muthmaßlichen Abfassung des Cosri (1140) also etwa 1573. In einer Handschrift s. Comm. in der Sammlung der Sorbonne zu Paris fand ich bemerkt, der Verf. ist gestorben, 2. Elul. 5350 (—1590) zu Mantua, 55 Jahr alt. Ueber ihn sprachen am Begräbnißtage die RR. Samuel Norlingen, Kalman Noveira und Jsaac del Bene; und 5 Tage später an einem Sonntage, Stunde 18, wurde große Trauer veranstaltet und Trauervorträge wurden gehalten von RR. Abraham Proven?al, Esra di Fano, Raphael Zuidal. Samuel Bretaro und A. — Da heißt es auch, Moscato habe auf Antrieb seiner 3 Gefährten, der RR. Avigador, Raphael Zuidal und Israel Ceruel jenen Commentar verfaßt.' Nachrichten und Correspondenzen. Frankfurt am Main 18. März. — So eben erscheint hier ein Regulativ, die Verwaltung der hiesigen Israelitischen Gemeinde betreffend; „durch dessen Bestimmungen, — wie es in dem einleitenden Vorworte des zeitigen Herrn Senatscommissärs vom 8. d. heißt — den Mitgliedern dieser Gemeinde sämmtlich Gelegenheit gegeben wird, zur gedeihlichen Entwickelung der Gemeinde-Angelegenheiten auf die geeignete Weise mitzuwirken, sonach den gemeinsamen Zweck mit vereinten Kräften und in einträchtiger Bestrebung zu erreichen." Die Bestimmungen umfassen nur eigentlich die innere Verwaltung und haben für das Ausland kein Interesse. Sie ordnen das Derhältniß und den Geschäftskreis des Gemeindej Vorstandes und des Gemeinde-Ausschußes. Nur Titel rv