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Israelitische Annalen · 1839-03-22 · Heft 12 (22.3.1839) · p. Seite 93

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 12 (22.3.1839)
Date
1839-03-22
Page
Seite 93 (sequence 5)
Language
German
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Bemerkungen zur Salomon 'scheu Volks - und Schulbibel, von M. Heß in Trier. Zuerst erschien bei Hammerich in Altona 1837. „Deutsche Volks- und Schul-Bibel für Israeliten. Aufs Neue aus dem Massoretischen Texte übersetzt. Herausgegeben von vr. Gotthold Salomon." Mit freudiger Theilnahme begrüßen wir diese zweckmäßige neue Arbeit. Es ist die erste deutsche Uebersetzung mit deutschen Lettern, welche das ganze alte Testament umfaßt, von einem Israeliten herausgegeben. Bedenkt man dabei noch die menschenfreundliche Absicht, „auch den Unbemittelten das Anschaffen der Bibel, — die in keinem Hause fehlen sollte — zu erleichtern," weswegen der Subscriptionspreis eine Ausgabe auf so gutem Papier nur auf einen und einen halben Thaler angesetzt wurde; so muß Jeder, der das Gute gerne anerkennt, dem Verfasser für dies Unternehmen Dank wissen. Wir wollen nun das Werk selbst prüfen, und zwar für setzt blos den Pentateuch. Es finden sich zwar Mängel darin, allein diese werden reichlich durch Vorzüge ausgewogen. Indessen stößt man auch auf Manches, worüber sich nicht so schnell adurtheilen läßt. Wenn sich aber Stimmen vernehmen ließen, daß eine solche Uebersetzung an sich schon unzweckmäßig sei, so verdient dies wahrlich nicht widerlegt zu werden. Wie genau^und treffend Herr vr. Salomon meist den Text übersetzt, sieht man am Besten, wenn man diese Uebersetzung mit irgend einer früher» vergleicht. *) So übersetzt Mendelsohn Gen. 12, 3. „Wer dich siucht, den will ich verfluchen," wie viel genauer vr. S. „und die dich gering achten, werde ich verfluchen." Gen. 12, 4. unterscheidet er richtig zwischen und 1DNH2' indem er ersteres übersetzt „ging," das zweite aber „wegzog." Ebenso die Septuaginta durch enopevSrri und i^ÄSrev. Mendelsohn giebt beides durch „reisen." Gen. 14, 10 wird "12N übersetzt durch „Harz", ebenso 11, 3. Ex. 2, 3. Es ist auf jeden Fall richtiger als das Mendelsohn'sche „Thon," nach Luther. Allein genauer wäre „Asphalt"*gewesen. Gen. 16, 5 wird ungewöhnlich übersetzt, „mein Schimpf fällt auf dich." Nur die englische Bibel (1638) hat auch „My wrong be upon thee.” Es bleibt dabei undeutlich, ob „mein Schimpf" activ oder passiv zu nehmen sei. Gen. 18,7 -ips p „ein ganzes Rind" unbegreiflich; sollte es vielleicht ein junges Rind heißen? Geo. 32, 29 wird qk 13 übersetzt, „ sondern auch Jisrael." An sich wäre dagegen nichts einzuwenden. *) Die Iohlson'sche scheint Herr Heß absichtlich nicht zu vergleichen, weil sie nicht eigentlich als Volksbibel auftritt. Sie hat aber vieles vorzüglich gut übertragen, und nach seinem Vorgänge hat sich häufig die S'sche gebildet, wie die Vergleichung lehrt. I. Ebenso wird es von Salomo Dubno im Biur z. d. St. erklärt. Allein dem gemäß müßte auch so 35, 10 übersetzt werden, wo aber blos „sondern Jisrael soll dein Name sein" steht. Geo. 10. 34 wird Wßx durch „gestern" übersetzt; genauer wäre gewesen: „gestern Nacht," so die englische Uebersetzung yesternight. Besser Gen. 29, 42 „vorige Nacht." Geo. 20, 16 wird der sehr schwierige Vers sehr gut so übersetzt: „er selbst bleibt dir zum Schutz gegen die Blicke aller derer, die bei dir sind. Und allenthalben ward sie gerechtfertigt." (Wir bezweifeln die Richttgkeit. I.) Geo. 29, 2 „ein großer Stein aber lag auf der Mündung des Brunnens." Hier wird der Artikel vernachlässigt, der nicht ohne Einfluß auf den ganzen Satz ist. Geu. 30, 14 crKTn sehr treffend, der Etymologie gemäß „Liebesblumen." Geo. 32, 32 sollte dem Texte nach heißen „Penuel" anstatt „Peniel." Gell. 36, 25 wird Ana als weiblicher Name genommen, welches wohl unrichtig ist. Umgekehrt will Gesenius im Wörterbuch nach dem Samaritaner und der Septuaginta diesen Namen auch Vers 2 u. 14 männlich nehmen. Besser macht es Luther, der 2 und 14 durch Neffe übersetzt, das heißt in seiner Sprache Enkel, wonach Ana jedoch immer männlich ist. Geo. 37, 2 „den Weibern" muß der Genitiv sein: der Weiber. Geo. 41,40 wird b'D sehr gut übersetzt durch „soll mein ganzes Volk bewaffnet werden." (?) Geo. 41, 45 n:j?D nj0B „Fürst des Heeres." Welcher Etymologie der Verfasser hier folgte, ist mir unbekannt. Sehr wünschenswerth wäre eine rechtfertigende Note gewesen. Geo. 41, 51 „so wie das in meinem Vaterhause." Eine gute Erklärung ohne vom Texte abzuweichen. Gell. 44, 29 „so stürzet ihr herab mein graues Haupt mit Unglück in die Gruft." Besser wäre „hinab", wie 42,38. Dieselbe Unrichtigkeit findet sich auch 44, 31. Gell. 46,38. Neu und glücklich (?) ist die Uebersetzung, „daß er ihn vorher anzeige in Goschen." Merkwürdig ist hier auch die Septuaginta arvvocvrijaat avTei. Wunderlicher noch die Vulgata ut llUlltiaret ei, et ille occurreret in Gessen. Gen. 49, 4 wird tnS sehr gut als Verbum zum vorigen Verse bezogen und übersetzt „zerfleußt." Gen. 49, 10 dem Parallellismus gemäß wird gut übersetzt „nie der Herrscherstab von seinen Füßen," (aber p3£?) Ex. 16, 33 wird sehr sinnreich durch „Kühlgefäß" übersetzt. Ex. 17. 3 „warum denn führtest du uns hinauf aus Mizraim", richtiger wäre „herauf." Ex. 21, 16 wird gegen die Tradition, welche bestimmt, daß der Menschendieb nicht eher des Todes schuldig sei, bis er ihn verkauft habe, übersetzt, „mag er ihn verkaufen, oder werde er in seiner Hand gefunden." (Forts, f.)

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